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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Höhere Grundsteuer befürchtet
 
Region befürchtet höhere Grundsteuer
Zwischenüberschrift:
Osnabrück nimmt über Abgabe 34 Millionen Euro ein – Haus und Grund: Mehrbelastung in guten Lagen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Durch die geplante Reform der Grundsteuer befürchten Immobilienexperten höhere Abgaben für Hausbesitzer und Mieter in der Region Osnabrück. Gerade Immobilieneigentümer und Mieter in guten Lagen müssen nach Einschätzung des Geschäftsführers des Eigentümerverbands Haus und Grund Osnabrück, Christian Biemann, mehr bezahlen. Auch der Geschäftsführer des Mietervereins für Osnabrück und Umgebung, Carsten Wanzelius, geht davon aus, dass die Neuregelung der Grundsteuer aufgrund gestiegener Immobilien- und Bodenrichtwertpreise zu Steuererhöhungen führen wird. Wanzelius prognostiziert: Für unsere Region befürchte ich deutliche Erhöhungen durch eine solche neue Abgabe.″

Immobilienexperten befürchten durch die Reform der Grundsteuer höhere Abgaben für Hausbesitzer und Mieter in der Region. Der Geschäftsführer des Eigentümerverbands Haus und Grund Osnabrück, Christian Biemann, geht davon aus, dass gerade Immobilieneigentümer und Mieter in guten Lagen künftig mehr bezahlen müssen.

Osnabrück. Hintergrund ist, dass das Verfassungsgericht die Grundsteuer gekippt und bis 2019 eine Frist zur Neuregelung gesetzt hat, die allerdings erst nach einer Übergangsfrist bis Ende 2024 gelten soll. Im Kern geht es darum, dass der Berechnung der Grundsteuer für die mehr als 35 Millionen Grundstücke in Deutschland Einheitswerte zugrunde liegen, die aber seit Jahrzehnten nicht mehr verändert wurden. Da diese Einheitswerte, die eigentliche alle sechs Jahre neu festgestellt werden sollten, in Westdeutschland seit 1964 nicht mehr angepasst wurden, hält das Bundesverfassungsgericht die Einheitswerte für verfassungswidrig.

Laut Biemann haben die Immobilienpreise gerade in den guten Lagen seither aber eine rasante Entwicklung genommen. Wenn die Grundsteuer gerechter werden soll, dann muss der Bodenrichtwert und der Gebäudewert zugrunde gelegt werden. In besseren Osnabrücker Lagen wie Westerberg, Weststadt und Wüste werden Eigentümer und Mieter, die die Grundsteuer über die Nebenkosten bezahlen, dadurch aber natürlich auch zwangsläufig stärker belastet.″ Biemann begrüßt zwar das Versprechen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), wonach eine Reform unterm Strich keine höhere Steuerbelastung für die Bürger mit sich bringen werde. Allerdings geht Biemann dennoch davon aus, dass damit lediglich die durchschnittliche Steuerbelastung gemeint ist und Bürger in schlechteren Stadtrandlagen somit unterm Strich voraussichtlich weniger und Bürger in guten Lagen wohl mehr bezahlen müssen.

Auch der Geschäftsführer des Mietervereins für Osnabrück und Umgebung, Carsten Wanzelius, geht davon aus, dass die Neuregelung der Grundsteuer zu höheren Abgaben führen wird. Laut Wanzelius steht zu befürchten, dass die Abgabe aufgrund gestiegener Immobilienpreise künftig einheitlich höher ausfällt, und er betont: Für unsere Region befürchte ich deutliche Erhöhungen durch eine solche neue Abgabe.″ Er geht davon aus, dass die Grundsteuer auch künftig auf einen Mieter umlegbar sein wird, obwohl der Mieterverein das ablehnt. Wanzelius ist dabei eigentlich der Auffassung, dass es sich um Kosten der Mietsache selbst handelt, die durch die Miete abgegolten ist und nicht noch einmal zusätzlich durch Betriebskosten auf den Mieter umlegbar sein dürfen.

Der Leiter des Osnabrücker Maklerbüros von Dahler und Company, Sören Röttger, sieht das größte Problem der Neuregelung darin, dass eine Neubewertung aller Grundstücke in Deutschland einen sehr langen Zeitraum in Anspruch nehmen dürfte. Unbebaute Grundstücke wären über den Bodenrichtwert noch einfach zu greifen, aufstehende Bebauungen zu bewerten dürfte aber sicherlich viele Jahre dauern″, erklärt Röttger.

Marc-André Lasarz vom Osnabrücker Maklerbüro Engel und Völkers warnt davor, dass die erhöhte Grundsteuer bei Mietshäusern komplett an die Mieter in den Nebenkosten weiterzugeben sein wird, was zu deutlichen Erhöhungen der Nebenkosten führen könne.

Laut dem Osnabrücker Kämmerer Thomas Fillep nimmt die Stadt über die Grundsteuer B für bebaute Grundstücke in diesem Jahr insgesamt rund 34 Millionen Euro ein, was rund sechs Prozent der Gesamteinnahmen der Stadt entspricht. Der Hebesatz für die Grundsteuer B (siehe So berechnet sich die Grundsteuer″) liegt in Osnabrück bei 470 Prozent.

So berechnet sich die Grundsteuer

Für jedes der 35 Millionen Grundstücke in Deutschland ist ein Einheitswert festgelegt worden. Ein je nach Art des Grundstücks oder Gebäudes unterschiedlicher Anteil des Einheitswertes ist die Grundsteuermesszahl für Wohnungen beträgt sie zum Beispiel 3, 5 von Tausend. Wenn der Einheitswert zum Beispiel 20 000 Euro beträgt, errechnet sich ein Grundsteuermessbetrag von 70 Euro (20 000 geteilt durch 1000 multipliziert mit 3, 5). Diese 70 Euro werden mit dem von der Kommune festgelegten Hebesatz multipliziert. In Osnabrück liegt er bei 460 Prozent. Somit liegt die Steuer in dem Beispiel bei 322 Euro pro Jahr. Der Hebesatz ist je nach Kommune unterschiedlich und reicht von 200 Prozent bis mehr als 900 Prozent.
Autor:
Jean-Charles Fays


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