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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Auf Augenhöhe mit der Weltpresse
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf die Osnabrücker auf eine Stufe mit den Staatslenkern der Alliierten stellte
Artikel:
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Originaltext:
Fritz Wolfs Werbebotschaft ist ebenso einfach wie genial: In einer Eigenanzeige der Neuen Tagespost″ stellte der Osnabrücker Karikaturist sein″ Blatt um 1958/ 59 augenzwinkernd auf eine Stufe mit den führenden Zeitungen in Ost und West.

Osnabrück. Während der sowjetische Chefkommunist Nikita Chruschtschow in Moskau die Prawda″, der französische Staatspräsident Charles de Gaulle in Paris den Figaro″, der britische Premierminister Harold Macmillan die altehrwürdige Londoner Times″ und US-Präsident Dwight D. Eisenhower gemeinsam mit Außenminister John Foster Dulles die New York Times″ liest, hält die Osnabrücker Leserschaft das internationale Informationsniveau durch die tägliche Lektüre der Neuen Tagespost (NT)″ – eine der beiden Vorgängerinnen der Neuen Osnabrücker Zeitung″.

Der wunderbare Bildwitz der Anzeige offenbart die Meisterschaft, mit der sich Fritz Wolf im ersten Jahrzehnt seiner Tätigkeit in Osnabrück vom begabten Illustrator zum herausragenden Karikaturisten entwickelt hatte.

Dieses Talent brachte ihm im Stern″ zusätzlich zu den Bilder aus der Provinz″ auf der Satireseite regelmäßige mehrteilige Politcartoons ein und weckte das Interesse der Springer-Zeitungen Bild″ und Die Welt″ an einer Kooperation.

Zunächst wirkte Fritz Wolf in Osnabrück jedoch als Zeichner für alles″, nachdem er im Sommer 1949 sein Studium an der Folkwang-Werkschule in Essen aufgegeben hatte und dem Lockruf von NT″-Gründer Achilles Markowsky an die Hase gefolgt war.

Er illustrierte Artikel der Redakteure, entwarf Bildchen zur Auflockerung von Texten und Meldungen und widmete sich der Werbegrafik, bevor er sich mit sportlichen und lokalen Themen an die Herausforderung regelmäßiger humorvoller Karikaturen herantastete.

Zu seinen regelmäßigen frühen Auftraggebern gehörten der Osnabrücker Schlüsseldienst, das Schuhhaus Wellmann, Heintzmanns Farbenkiste, der Benzinhändler WIBB, der Strumpfhersteller Dehne und Sopp″ und das Druckhaus Fromm. So regte Fritz Wolf die Leser in jenen Jahren mit fantasievollen Zeichnungen dazu an, Kleinanzeigen in der NT″ zu schalten, und warb mit lustigen Szenen für die Zeitschrift Die Lampe″, die zunächst als Beilage zur Neuen Tagespost″ erschien und später als eigenständiges Produkt von den Zeitungsboten mit verteilt wurde.

Passend zur aktuellen Wetterprognose unserer Tage und absolut typisch für diese Jahre ist schließlich jene NT″-Anzeige, die Fritz Wolf Ende April 1951 für einen Osnabrücker Eismann gestaltete: Mit der Botschaft Opitz macht wieder Eis! verheißt das Inserat das Ende des Winters und den Beginn einer ebenso süßen wie warmen Zukunft: Während ein Lausbub in kurzen Hosen und kurzärmeligem Pulli seine Zunge mit verschmitztem Lächeln über ein riesiges Eis gleiten lässt, verfolgen ihn drei etwas ältere Neidhammel mit verdrießlichen Blicken. Nicht nur 1951 verhieß der Genuss eines leckeren Eishörnchens gute Frühlingslaune.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Fritz Wolf im Spiegel seiner Karikaturen

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf zum 100. Geburtstag am 7. Mai 2018 eine Karikaturen-Serie.

Im Diözesanmuseum Osnabrück sind noch bis zum 15. Juli in der Sonderausstellung Er war ein Osnabrücker! Karikaturen des Altmeisters zu regionalen Themen zu sehen darunter auch viele seiner frühen Werbeanzeigen. Die Fritz-Wolf-Gesellschaft sucht darüber hinaus nach Informationen über Opitz-Eis und die weiteren Firmen aus der NT-Werbung. Ansprechpartner ist der Medienwissenschaftler Sebastian Scholtysek, Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder E-Mail post@ Fritz-Wolf.de
Autor:
Hermann Queckenstedt


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