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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie viele Hotels verträgt Osnabrück?
 
Noch ein Hotel in Osnabrück: Gibt es eine Obergrenze?
 
Furcht vor der Baustelle
Zwischenüberschrift:
Auslastung der Hotel- und Pensionsbetten lag 2017 bei 40,2 Prozent – Stadtbaurat Otte: Das muss der Markt regeln
 
Johannisstraßenanlieger sehen Hotel-Pläne entspannt – Straßensanierung ab Mai beunruhigt sie mehr
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. 2017 lag die Auslastung der Osnabrücker Hotelbetten bei 40, 2 Prozent und damit im Vergleich mit anderen niedersächsischen Großstätten im Mittelfeld. Eine Obergrenze bei der Zahl der Hotels wird es nicht geben, sagt die Stadt.

Osnabrück. Und noch ein Hotel ist in Osnabrück geplant. Gibt es eigentlich eine Obergrenze? Die Antwort der Stadt lautet: Nein, der Markt regelt das. Da lohnt sich ein Blick auf die Auslastung der bereits existierenden Betten.

Die Daten erhebt das statistische Landesamt. Um fast 1000 ist die Zahl der Betten in Hotels und Pensionen seit 2009 in Osnabrück gestiegen und die Auslastung wuchs mit. Im Jahr 2009 gab es 2306 Betten, die gerade mal zu 34, 6 Prozent ausgelastet waren. 2017 standen im Schnitt bereits 3302 Betten bereit und waren zu 40, 2 Prozent ausgelastet. Heißt: Das Angebot ist gewachsen, die Nachfrage auch. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2017 bei 1, 6 Tagen.

Allerdings sind alle Zahlen aus dieser Statistik mit Vorsicht zu genießen. Bett bedeutet darin nämlich nicht Zimmer. Ein Zimmer mit Doppelbett, das ein Geschäftsreisender alleine belegt, wird daher als zwei Betten gezählt. Und überhaupt werden nur Häuser mit mindestens zehn Betten erfasst. Daten über die tatsächliche Zimmerbelegung lägen für Osnabrück nicht vor, sagt Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der Osnabrücker Marketing- und Tourismusgesellschaft (OMT), unserer Redaktion auf Anfrage.

Im Vergleich mit anderen Großstädten in Niedersachsen liegt Osnabrück bei der Bettenauslastung durchaus im Mittel. In Oldenburg lag die Auslastung der Betten 2017 bei 44, 7 Prozent, in Hannover bei 45, 6 und in Braunschweig bei 38, 4 Prozent.

Aber wo geht die Reise hin? 1496 Zimmer gibt es in Osnabrück derzeit, 369 weitere Zimmer kommen allein durch das im Bau befindliche Holiday Inn am Alando Palais (158 Zimmer) und die beiden geplanten Hotels am Neumarkt hinzu das Ninety-Nine″ anstelle des Sportarena-Hauses (131 Zimmer) und das Boutique-Hotel im geplanten Eckhaus vor H& M (80 Zimmer). Das macht einen Anstieg um 25 Prozent bis 2020. Und jetzt soll also noch ein Hotel in der Johannisstraße anstelle des SinnLeffers-Hauses entstehen, außerdem gibt es Pläne für ein Hotel am Berliner Platz.

Gibt es eine Obergrenze? Nein, sagt Stadtbaurat Frank Otte. Dafür bräuchte es ein Bundesgesetz, und das gibt es nicht. Es gibt auch keine Grenze für Boutiquen, Friseure oder Kfz-Werkstätten″, so Otte. Das muss letztlich der Markt regeln.″ Zwar macht die Baunutzungsverordnung in Deutschland Einschränkungen für bestimmte Gebiete, die Innenstadt gehöre jedoch nicht dazu. Die Stadt als Kommune könnte höchstens in einem Bebauungsplan für ein gewisses Gebiet entscheiden, grundsätzlich kein Hotel zuzulassen. Bisher haben wir aber keine Diskussion darüber geführt″, so Otte.

Die OMT lasse derzeit die Hotellandschaft in Stadt und Landkreis Osnabrück analysieren, sagt Petra Rosenbach. Wie viele Hotels vertragen Stadt und Landkreis, in welchen Kategorien und mit welchen Schwerpunkten? Die Ergebnisse erwartet die OMT-Chefin allerdings erst für Ende des Jahres. Das nützt uns jetzt noch nichts.″

Sie bleibt dabei, was sie schon bei Bekanntwerden der Pläne für das Hotel vor H& M sagte: Ich glaube schon, dass Osnabrück noch Bettenpotenzial hat, hätte mir aber ein langsameres Wachstum gewünscht.″ Es werde vielleicht ein Preiskampf einsetzen, und das schlägt vielleicht auf die Qualität″, so Rosenbach. Außerdem stelle das sprunghafte Wachstum auch Stadt und OMT vor Herausforderungen. Es besteht der Anspruch, dass wir diese Betten über Tagungen, Kongresse, Tourismus oder Ähnliches auch füllen.″

Mehr über die Hotellandschaft in Osnabrück auf noz.de/ os

Noch ein Hotel? Was halten die Anlieger der Osnabrücker Johannisstraße von den Plänen für das Sinn-Leffers-Haus? Könnte ein Hotel der Straße, über deren Verwahrlosung sie sich schon lange beklagen, womöglich sogar guttun? So weit denken die Anlieger noch gar nicht. Vor ihnen steht eine lange Baustellenphase und die erwarten sie mit Bangen.

Osnabrück. Die Versorgungsleitungen der Stadtwerke vor ihren Geschäften sollen erneuert werden. Ab Ende Mai, nach Abschluss der Maiwoche, soll die Johannisstraße dafür aufgerissen und für die Busse während der Bauarbeiten gesperrt werden. Fast wirkt es so, als komme es den Anliegern auf eine Baustelle mehr oder weniger, ob Hotel oder sonst was, dann auch nicht mehr an. Wie diese Woche bekannt wurde, soll das Modehaus Sinn-Leffers abgerissen und durch ein Hotel mit Läden und einem Fitnessstudio ersetzt werden.

Zunächst aber steht die Straßensanierung bevor. Wir leben dann natürlich in einer großen Baustelle″, sagt Olaf Richter, Inhaber der Gaststätte Treibhaus″. Für alle Anlieger ist das brutal.″ Seit 1. März ist Richter Erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft südliche Innenstadt. 39 Mitglieder hat er in seiner Liste stehen Anlieger aus der Johannisstraße zwischen Neumarkt und Johannistorwall. Mindestens bis Ende des Jahres, vielleicht auch noch länger, werden die Straßenbauarbeiten nach Angaben der Stadt dauern. Und auch die geplanten beiden Hotelbauten des Osnabrücker Immobilieninvestors Theodor Bergmann am Neumarkt würden in der Johannisstraße wohl zu spüren sein, vermutet Olaf Richter. Er persönlich betrachte ein drittes neues Hotel anstelle des Sinn-Leffers-Hauses jedoch optimistisch, sagt der Gastwirt. Es würde ihm wohl zusätzliche Gäste bringen.

Und was sagt Stephan Meyer, Inhaber des Hotels Meyer hinter dem Landgericht, der künftig von größeren Konkurrenten förmlich umzingelt wäre? Angst habe er nicht, gibt er sich entspannt. Sein Hotel habe immer eine Nische gefunden. Es wird immer Gäste geben, die das Kleine, Individuelle zu schätzen wissen.″ 14 Zimmer bietet sein Haus, das seine Großeltern 1935 eröffnet hatten. Entspannt zeigt er sich allerdings nur, was die Konkurrenz angeht.

Was ihm zu schaffen mache, sei die Situation in der Straße. Und da sehe ich keine Verbesserung″, so Meyer, der vom Frühstücksraum auf das leer stehende Kachelhaus blickt. Zuletzt hatten er und einige Nachbarn sich im Herbst 2017 schriftlich bei der Stadt beschwert über Alkoholkonsum, Dreck, öffentliches Urinieren und Pöbeleien vor ihren Geschäften.

Es folgten Gespräche, doch verbessert habe sich nichts, sagt Meyer. Null Engagement″ und Desinteresse″ attestiert er Stadtrat und - verwaltung. Meyer hat den Kaffee auf. Ich habe keine große Hoffnung, dass die vordere Johannisstraße mal zu einem schönen Einkaufsbereich wird.″

Bildtext:
Egal, ob anstelle von Sinn-Leffers ein neues Hotel entsteht oder nicht: Den Anliegern der Johannisstraße steht eine lange Bauphase bevor und die erwarten sie mit Bangen.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sandra Dorn


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