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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wochenmarkt: Die Zeiten ändern sich
 
Die Zeiten ändern sich
Zwischenüberschrift:
Wochenmarkt passt sich Kaufverhalten an – Händler wollen eher schließen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Käuferverhalten auf den Osnabrücker Wochenmärkten ändert sich. Nicht zuletzt auch auf Wunsch der Marktbeschicker trägt die Stadt dem nun mit einer Änderung vor allem der Öffnungszeiten Rechnung.

Weil die Zahlen der Besucher auf den Osnabrücker Wochenmärkten rückläufig sind, müssen Marktbeschicker oft zusätzliche Standorte bedienen, um ihr Auskommen zu finden. Wegen des zusätzlichen Aufwandes würden sie ihre Stände gerne eine Stunde früher abbauen.

Osnabrück. Im Laufe der letzten 17 Jahre hat sich eine zum Teil gravierende Änderung im Einkaufsverhalten ergeben.″ Mit diesen Worten läutete Jürgen Wiethäuper vom Fachbereich Bürger und Ordnung vor den Damen und Herren des Rates im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung seine Erläuterung zu den geplanten Änderungen in der Wochenmarktsatzung ein, die das Gremium letztendlich einstimmig auf den Weg brachte.

Satzungsänderung

Faktisch gehen die Zahlen der Besucher auf den Osnabrücker Wochenmärkten zurück. Dem tragen die Marktbeschicker Rechnung, indem sie sich zusätzliche Standorte im Umland suchen. Diese Entwicklung ist nicht neu, hat sich aber in der Wochenmarktsatzung oder Wochenmarktordnung bislang noch nicht niedergeschlagen. Das soll sich nun ändern nach 17 Jahren, die das alte Regelwerk maßgeblich war, sicherlich kein übereilter Entschluss. Die Verwaltung hat die Verordnung jetzt also überarbeitet und ist damit den Wünschen der Beschicker entgegengekommen.

Die Wochenmärkte von dienstags bis samstags auf den Plätzen Lerchenstraße, Ebertallee, Ledenhof, Am Riedenbach und Große Domsfreiheit wurden bislang jeweils in der Zeit von sieben Uhr (im Winter: acht Uhr) bis jeweils 14 Uhr durchgeführt. Somit waren die Beschicker gehalten, ihre Stände bis 14 Uhr zu öffnen. Die Käufer aber wollten es eigentlich anders, denn an Lerchenstraße, Ebertallee, Ledenhof und Riedenbach herrscht oftmals schon ab 13 Uhr Totentanz zwischen den Ständen. Die Händler aber können die Zeit gut nutzen, um ihre Stände abzubauen und die Fahrt zum nächsten Platz anzutreten. Dieses Geschäft auf den Umlandmärkten ist für die Marktbeschicker existenziell wichtig. Ein Verharren auf den bisherigen Schlusszeiten würde einen weiteren Abgang von Marktbeschickern bedeuten″, erläuterte Wiethäuper vor dem Ausschuss.

Auch seien die jahreszeitlich bedingten unterschiedlichen Anfangszeiten (Sommer 7 Uhr, Winter 8 Uhr) nicht mehr zeitgemäß.

Flexiblerer Start

Wir wollen die Satzung dergestalt ändern, dass die Verkaufszeit auf den Wochenmärkten spätestens um acht Uhr beginnt und um 13 Uhr endet, an Samstagen dann um 14 Uhr″, schilderte Wiethäuper die zukünftige Regelung. Das spätestens″ ermöglicht es den Beschickern, auch schon vorher Ware zu verkaufen. Eine Umfrage unter den Händlern im März habe ergeben, dass eine breite Mehrheit die Änderungen befürworte.

Wir haben bei den Wochenmärkten Ermüdungserscheinungen″, räumte Stadtbaurat Frank Otte auf Nachfrage von Oliver Hasskamp (FDP) ein. Und Fachbereichsleiterin Sandra Solf ergänzte, dass die Stadt mit den Wochenmarktbeschickern in Kontakt stehe, um zu überlegen, wie die Attraktivität der Märkte wiederbelebt werden könne. Aber, so Solf: Das Kaufverhalten ist ein anderes als früher.″

Bildtext:
Nicht mehr zeitgemäß: Die Osnabrücker Wochenmärkte bekommen neue Öffnungszeiten.
Foto:
David Ebener

Kommentar
Wochenmärkte hätten mehr Zulauf verdient

Offensichtlich lässt das Interesse der Osnabrücker an ihren Wochenmärkten nach. Warum nur?

Eine Antwort auf diese Frage zu finden ist offensichtlich schwierig, denn die Auszehrung setzt sich offenbar schleichend, aber kontinuierlich fort. Natürlich es gibt auch immer noch viele Leute, die auf den Wochenmarkt, sein Angebot und vor allem seine Atmosphäre schwören. Diese Menschen erledigen einen großen Teil ihres Frischeeinkaufs zwischen den bunten Ständen. Aber sie werden immer weniger. Da ist die Stadt gut beraten, auf die Wünsche der Beschicker einzugehen und ihnen das wirtschaftliche Überleben durch die Bereisung anderer Märkte zu ermöglichen, bevor die Händler der Stadt gänzlich den Rücken kehren.

Aber das alleine kann nicht der Weg in die Zukunft sein. Gleichzeitig müssen Überlegungen stattfinden, wie denn die Attraktivität der Märkte wiederbelebt werden kann. Das allerdings ist nicht alleine Aufgabe der Stadt. Da sind dann auch die Beschicker gefragt, sich Gedanken zu machen.

Noch sind die Wochenmärkte nicht vom Aussterben bedroht. Sollten sie aber tatsächlich eines Tages aus den Städten verschwinden, wäre dies sicherlich ein Verlust. Vielleicht ist es aber auch nur so, dass manche Dinge sich überleben und ihr Verschwinden aus dem Alltag schlicht akzeptiert werden muss. Wir entscheiden.
Autor:
Dietmar Kröger


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