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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Derzeitige Strukturen dienen Aktionären der Konzerne
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Nur kleine Schritte beim Klimaschutz″ (Ausgabe vom 28. März).

Würden Sie ein Unternehmen, das sein Geld mit dem Fällen (kranker) Bäume verdient, mit der Erstellung eines Gutachtens zur Baumgesundheit betrauen? Nein?

Etwas in dieser Art geschieht aber beim Netzausbau: Die vier Übertragungsnetzbetreiber, die wirtschaftlich vom Stromtransport/ Stromhandel und über die hohen Eigenkapitalrenditen auch vom (Neu-) Bau des Netzes massiv profitieren, stellen den Bedarf fest, planen die Auslegung und bekommen den Auftrag zur Ausführung. Damit nicht genug: Deren Prognosen zur zukünftigen Entwicklung der Energielandschaft sowie die daraus resultierenden Netzentwicklungspläne sind die einzigen, die von der Bundesnetzagentur/ dem Bundeswirtschaftsministerium (wo bleibt das Umweltministerium?) akzeptiert und , geprüft′ werden, obwohl es zahlreiche fachlich versierte Kritiker und sogar alternative Entwürfe gibt, die den Weg einer dezentralen Energiewende ohne umfangreichen Übertragungsnetzausbau aufzeigen.

Jüngstes Beispiel: der alternative Szenariorahmen des gerade gegründeten Vereins , Plattform-Energie e.V.′ (Download der Kurzfassung von www.stromautobahn.de/ energiewende-zurueck-auf-den-pfad-der-tugend/). Der Verein moniert unter anderem grundsätzlich, dass die Szenariorahmen der Netzbetreiber auf Handelsdaten basieren statt auf physikalischen Messwerten, sowie eine fehlende Transparenz bei diesen. Die derzeitigen energiewirtschaftlichen Strukturen dienten den Aktionären der Konzerne, die weiterhin auf fossile Energieträger setzen, nicht der Energiewende und nicht dem Gemeinwohl.

Sämtliche Kosten des Netzausbaus allerdings werden über die Stromrechnung auf die Allgemeinheit umgelegt und die Netzentgelte sind jetzt schon höher als die viel beklagte EEG-Umlage. Eine dezentrale, demokratische Energiewende schafft Arbeitsplätze und Einkommen auch für Genossenschaften, klein- und mittelständische Betriebe und Handwerker in ganz Deutschland.

Dies aber braucht ein starkes Verteilnetz; das momentan geplante/ gebaute Übertragungsnetz dient im Wesentlichen dem (internationalen) Stromhandel Beispiel: der angestrebte Kohlestrom-, Deal′ Nordrhein-Westfalens mit Belgien auch wenn alles unternommen wird, der Bevölkerung weiszumachen, es sei für die Energiewende unerlässlich. Behalten wir die jetzigen (konzerndominierten) Strukturen bei und werden die Leitungen so gebaut, wie momentan geplant, wird es nie einen Kohleausstieg geben und auch keine Verkehrswende. Keinen Klimaschutz, keine Luftreinhaltung und keine Energiewende, dafür aber weitere Abhängigkeiten und steigende Energiekosten. Wollen wir das?

Sabine Driehaus

Bissendorf

Bildtext:
Der Netzausbau ist weiter in der Kritik.
Foto:
dpa
Autor:
Sabine Driehaus


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