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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Freud und Leid der Osterzeit
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf christliche Festtagskultur und ihr Brauchtum aufs Korn nahm
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osterei und Osterhase haben einen festen Platz in der deutschen Feiertagskultur. Für den Karikaturisten Fritz Wolf boten christliche Feste die Chance, auch gesellschaftskritische Themen aufzugreifen.

Osnabrück. Mit Grausen beobachten der Osterhase und seine Frau am Straßenrand eine unendliche Blechlawine, die sich zum Kurzurlaub in die sonnendurchfluteten Berge wälzt. Die Straßenverkehrsordnung im Kopf, möchte das Paar die Fahrbahn dort queren, wo ihm das Verkehrsschild Osterhasen kreuzen die Fahrbahn″ einen gefahrlosen Übergang suggeriert. Weil ihnen die Dynamik der Raser dazu keine Möglichkeit gibt, ruft der entsetzte Hase mit weit aufgerissenen, angsterfüllten Augen: Ich hab dir ja gesagt, laß uns Ostern zuhause bleiben!

Mit pointierter Kritik beleuchtete Fritz Wolf seit den 1960er-Jahren nicht nur in dieser Zeichnung den rasant zunehmenden Autoverkehr, der Mensch und Umwelt belastet sowie die Straßen und Autobahnen an den Rand eines Kollapses bringt. Das Entstehungsjahr der vorliegenden Osterzeichnung ist nicht überliefert, doch entstand sie wohl in den 1970er-Jahren.

Eine weitere Osterkarikatur macht ebenfalls nachdenklich: Dort ist der Eier ausliefernde Hase mit dem Schlitten unterwegs. Was vordergründig wie ein augenzwinkernder zeichnerischer Kommentar zur schlechten österlichen Witterung wirkt, kann auch im Blick auf den Klimawandel und die mit ihm verbundenen Veränderungen des Wetters betrachtet werden.

Ostern und Weihnachten waren für Fritz Wolf zudem als festliche Höhepunkte bundesdeutschen Familienlebens interessant, das er mit liebevollem Blick sezierte. Mit der Unterschrift Fröhliche Ostern! versah er eine Folge von fünf Zeichnungen, in denen der Familienvater zunächst die Hühnereier in mühevoller Handarbeit mit einem filigranen Muster dekoriert, bevor er tief in der Nacht erschöpft ins Ehebett sinkt. Als er des Morgens schlaftrunken und unrasiert im Pyjama einen Blick auf sein Werk riskieren möchte, haben seine fünf Sprösslinge längst im Feiertagsdress am Esstisch Platz genommen und die meisten Ostereier verspeist.

Eine der ersten Osterzeichnungen Wolfs entstand als Fußballillustration für die österliche Spieltagsvorschau im April 1950, als der VfL als Tabellendritter in der Karwoche zunächst bei Arminia Hannover antrat und sodann ein Heimspiel gegen Altona 93 bestritt. Die Osnabrücker Eintracht reiste unterdessen zu Hannover 96. Leider blieb der freundliche Wunsch des Osterhasen für eine schöne Osterpunktesuche beider Vereine unerfüllt, denn bei zwei Niederlagen gegen die Hannoveraner Klubs fuhr der VfL gegen die Hamburger lediglich ein mageres 0: 0 ein.

Ausstellungen zu Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf zum 100. Geburtstag am 7. Mai 2018 eine Karikaturen-Serie. Im Diözesanmuseum Osnabrück sind noch bis zum 15. Juli in der Sonderausstellung Er war ein Osnabrücker! Karikaturen des Altmeisters zu regionalen Themen zu sehen, aber auch die Originale seiner zeichnerischen Kommentare zum Osterfest. Das Museum am Schölerberg präsentiert derweil die Ausstellung Nach mir das Ozonloch″ mit Wolf′schen Bildideen zum Thema Umwelt″. Die Fritz-Wolf-Gesellschaft sucht weiterhin nach unbekannten Zeichnungen, um diese im Begleitbuch zu veröffentlichen und möglicherweise noch kurzfristig in die laufende Ausstellung zu integrieren. Ansprechpartner ist Sebastian Scholtysek, Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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