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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mißtrauen
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mißtrauen - Die Diskussion über die Uni-Standorte hat einen regen Widerhall in der Bevölkerung gefunden

Die Bürgeranhörung am 27. April in der Ingenieur-Akademie machte zweierlei deutlich: Einmal ist der Westerberg eine Art Nationalheiligtum der Osnabrücker schlechthin; zum anderen glaubt man der Stadt nicht im geringsten, den Westerberg unangetastet zu lassen. Woher dieses Mißtrauen, ist völlig klar: Entgegen der vom Rat selbst beschlossenen Westerberg-Ordnung wollte die Stadt diesen in Norddeutschland einmaligen Landschaftszug mit Hochhäusern und Cafè-Gärten bepflastern; erst der Einspruch des Regierungspräsidenten verhinderte dies. Aber noch bei der Westerbergbegehung vor Monaten stellte sich heraus, daß das Vorhaben keineswegs tot ist - offenbar wartet man mit dem Beginn nur " bessere Zeit" ab. Und schließlich - die Stadt mußte am 27.4. zugeben, daß sie neuerdings ausdrücklich gewünscht hat, eine Bebauung bis zum Kammweg zu " untersuchen".
Kein Wunder, daß die Zuhörer lachten, als die Beurteilungsgruppen versicherten, den Westerberg nicht anzurühren, in deren Hand liegt dies ja nicht mehr. Der Sprecher der Beurteilungsgruppe Osnabrück sagte sehr ehrlich, es wäre bei ihrem Entwurf notwendig, die Albrechtstraße vierspurig auszubauen, wenigstens im nördlichen Teil. Ob entsprechende Verlängerung zum Uni-Gebiet Wüste notwendig würde, wäre offen. Nun, die Notwendigkeit solcher Querverbindung würde sich bei 15 000 Studenten schnell herausstellen. Das bedeutet dann wohl Neuordnung Weststadt, bevor Sanierung Innenstadt abgeschlossen ist! Wer soll das bezahlen? Auch die Beurteilungsgruppe Linde meinte, ein größerer Westerbergausbau würde die teuerste Möglichkeit.
Einheitlich sagten alle Beurteilergruppen, es könnten natürlich zukünftig geänderte Entwicklungen und Zwangsläufigkeiten eintreten. Ist der leichteste Weg aus eventueller Raumnot dann nicht, den Westerberg bis an den Kammweg mit Bauten und Parkplätzen zu betonieren? Die Untersuchung bis an den Kammweg verlangte die Stadt schon jetzt. Die Stimmung der Versammlung drückte aus, daß die späteren Osnabrücker diejenigen verfluchen würden, die die Weichen zum Antasten dieser nicht ein zweites Mal auftretenden Kammlandschaft stellten. Der Versammlungsleiter wunderte sich über die Emotionen. Er weiß eben nicht, daß die Osnabrücker sich mit dem Westerberg identifizieren. Nach allem ist der Beurteilungsgruppe Troll zuzustimmen, die das Westerberg-Unigebiet nur als kleinsten Teil in den Gesamtplan eingliedern will. Hier liegt die größere Wahrscheinlichkeit, die billigste Lösung zu finden, trotzdem auf das Jahr 2000 zu planen und gleichzeitig Zwangsläufigkeiten vom Westerberg abzuhalten.
August Gußmann
Osnabrück
Offenbachstraße 20


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