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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr Atmosphäre zu Weihnachten
Zwischenüberschrift:
Pünktlich zu Ostern: Stadt plant neue Beleuchtung
Artikel:
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Originaltext:
Das Stadtmarketing unternimmt einen neuen Anlauf, die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt aufzuwerten. 2012 hat die Stadt aus Kostengründen das Weihnachtslicht auf den Bäumen am Wall ausgeknipst.

Osnabrück. Früher war mehr Lametta, beklagte einst Komiker Loriot in der Rolle des Opa Hoppenstedt. Früher war mehr Licht an Bäumen, Brücken und öffentlichen Gebäuden, doch aus finanziellen Gründen zog die Stadt 2012 den Stecker. Seither überlässt es die Stadt allein der Kaufmannschaft, in der Weihnachtszeit für eine heimelige Illumination zu sorgen. Und so sicher sich der Advent nähert, so sicher kam in den Jahren stets die Klage des Handels über die Zurückhaltung der öffentlichen Hand. Diese bewegt sich nun.

Iris Pohl, Citymanagerin bei der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH, schickte im Februar eine Anfrage an alle Werbegemeinschaften: Die Stadt plane eine neue Weihnachtsbeleuchtung, brauche dafür aber die Unterstützung der Kaufmannschaft. Das Signal, ob sich Händler, Gastronomen, Anlieger grundsätzlich beteiligen, ist wichtig für den weiteren Prozess″, heißt es in der E-Mail der Citymanagerin. Über die Höhe der Kosten, Umfang und Art der Weihnachtsbeleuchtung könne zurzeit noch nichts Konkretes gesagt werden. Wichtig ist aber, dass die Politik einen Hinweis bekommt, dass auch private Mittel zur Verfügung gestellt werden können, damit das Projekt weiterverfolgt werden kann.″

Das grundsätzliche Signal ist da und es ist positiv, wie Iris Pohl auf Anfrage berichtet: Die Idee kommt bei vielen gut an.″ Rückmeldungen, die auch unsere Redaktion erreichten, zeigen, dass ein großer Teil des Osnabrücker Einzelhandels bereit ist, sich finanziell zu engagieren. Eine geschmackvolle Weihnachtsbeleuchtung sei für die überregionale Ausstrahlung und Wahrnehmung enorm wichtig. Sie schaffe Emotionalität und Wohlfühlatmosphäre etwas, was der Onlinehandel nicht zu bieten habe. Vertreter der Hasestraße unterstützen den Vorstoß, legen aber Wert darauf, dass die unverwechselbare Individualität einzelner Straßen″ nicht verloren gehe. Auch die Kaufleute der Krahnstraße finden den Vorschlag der OMT im Prinzip gut. Sie sehen sich bei diesem Aufruf nicht in der Pflicht. Die Krahnstraße erzielt seit über einem Jahrzehnt mit einer herausgehobenen Beleuchtung die größte Ausstrahlung und Aufmerksamkeit.

Es mischen sich aber auch kritische Stimmen dazwischen: Eine schöne Weihnachtsbeleuchtung nutze wenig, wenn die Besucher nicht mit dem Auto stressfrei in die Innenstadt fahren könnten, meldeten zwei Werbegemeinschaften zurück. Die Stadt müsse ihr Verkehrskonzept verbessern.

Ein Lichtplaner hat sich in der zurückliegenden Adventszeit im Auftrag des Stadtmarketings ein Bild von der Weihnachtsbeleuchtung gemacht und ein grobes Konzept für eine Weiterentwicklung erstellt. Auch öffentliche Gebäude wie die Wachtürme am Wall, das Heger Tor oder die Pernickelmühle könnten künftig weihnachtlich leuchten. Der Wallring ist zunächst die Grenze, sagt Iris Pohl. Ob in einem zweiten Schritt auch die Einfallstraße zusätzlich geschmückt werden, sei noch offen. Die Fäden laufen bei Stadtbaurat Frank Otte zusammen, der im Laufe des Jahres dem Rat einen Vorschlag unterbreiten will.

Dass die OMT jetzt aktiv wird, hat auch mit einer technischen Neuerung zu tun. Die LED-Leuchten verbrauchen so wenig Energie, dass das Kostenargument nicht mehr so großes Gewicht hat. Das war 2009 noch anders. Als die Stadt damals das größte Defizit ihrer Geschichte erwartete, suchten die Politiker nach Sparmöglichkeiten und fanden sie auch bei der Weihnachtsbeleuchtung. 2012 ging das Licht aus. Die Ersparnis: 17 000 Euro pro Jahr.

Bildtexte:
Frohe Weihnachten: So begrüßte Osnabrück bis 2007 seine Gäste am Hasetor. Das Stadtmarketing arbeitet an einem neuen Lichtkonzept.
Hasestraße.
Kamp-Promenade.
Krahnstraße.
Archivfoto:
Elvira Parton
Fotos:
Klaus Lindemann, Elvira Parton, Michael Gründel

Kommentar
Vorbild Krahnstraße

Es waren andere Zeiten, als der Rat 2009 beschloss, die Lichterketten von den Bäumen zu nehmen. Die Stadt musste sparen, sparen, sparen. Während die öffentliche Hand sich zurückzog, ging eine Kaufmannschaft in die Offensive: Die Werbegemeinschaft Krahnstraße setzte mit einer beeindruckenden Illumination neue Maßstäbe und stieß damit eine Entwicklung an. Auch die Kaufleute an Hasestraße, Johannisstraße, Georgstraße oder an der Großen Straße begannen, ihre Quartiere zu verschönern wobei nicht verschwiegen bleiben soll, dass sich einige Trittbrettfahrer unter den Einzelhändlern im Licht und auf Kosten der anderen sonnten. Und auch die Stadt selbst geriet in ein schiefes Licht. Zu Recht.

Die Kostenverteilung ist unfair. Engagierte Kaufleute zahlen, viele andere ducken sich weg. Aber alle wollen, dass Osnabrück in der Weihnachtszeit Ausstrahlung hat. Dann müssen auch alle dafür zahlen. Auch die Steuerzahler.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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