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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Jahrelanger Kampf war erfolgreich
Zwischenüberschrift:
Freude in Voxtrup über Erdverkabelung – Landkreis Osnabrück fordert Amprion zur Nachbesserung auf
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Stadtbaurat Frank Otte begrüßte die geplante Erdverkabelung im Stadtgebiet. Der Landkreis Osnabrück dagegen forderte den Netzbetreiber Amprion am Donnerstag auf, Erdkabel an der Trasse 16 auch in Melle-Wellingholzhausen zu verlegen. Amprion wird im weiteren Verfahren deutlich nachbessern müssen″, so Kreisrat Winfried Wilkens.

Osnabrück. Im südlichen Bereich von Melle-Wellingholzhausen werde nach den jetzigen Planungen von Amprion der gesetzlich besonders stark geschützte 400-Meter-Abstand zu Siedlungen unterschritten. Und auch in Hilter-Borgloh werde der 400-Meter-Abstand nur knapp eingehalten . Wilkens kündigte an, der Landkreis werde in den bevorstehenden Verfahrensschritten die Einhaltung der gesetzlichen und raumordnerischen Vorgaben einfordern″.

Erdkabel für Osnabrück

Mittwoch wurde bekannt, dass Amprion Erdkabel nur in Osnabrück plant . Ein wichtiger Grund für das rund vier Kilometer lange Erdkabel zwischen Voxtrup und Lüstringen dürfte sein, dass in diesem Bereich am meisten Haushalte von der Erdverkabelung profitieren. Wilkens kann nicht nachvollziehen, dass der große Rest der Trasse 16 außerhalb von Osnabrück gen Süden über Hilter-Borgloh und Melle-Wellingholzhausen bis zur Landesgrenze bezüglich der Erdverkabelung leer ausgehen soll.

Gegenüber der bisher geplanten Trasse ist laut Amprion-Sprecher Michael Weber nun eine Verschwenkung um Hilter-Borgloh geplant″. Der von Amprion bevorzugte Korridor hält die vorgegebenen Mindestabstände zur Wohnbebauung jedoch im südlichen Bereich des Meller Stadtteils Wellingholzhausen und im nördlichen Bereich von Borgloh weiterhin nicht ein. Weber kommentiert: Allerdings muss man berücksichtigen, dass der von uns favorisierte Korridor einen Kilometer breit ist. Die konkrete Trasse innerhalb dieses Korridors wird erst in der noch folgenden Phase des Planfeststellungsverfahrens festgelegt.″ Er versichert, dass somit auch im nördlichen Bereich von Borgloh zwischen der 380-kV-Leitung und den Häusern und Wohnungen noch der Mindestabstand von 400 Metern eingehalten wird.

Anders verhält es sich südlich von Melle-Wellingholzhausen, wo der Mindestabstand der Wohnhäuser zur Trasse unterschritten wird. In diesem Bereich soll die bestehende 220-kV-Leitung auf 380 kV verstärkt werden. Eine Umleitung der Trasse in Wellingholzhausen ist nicht sinnvoll, weil andere Bereiche südlich der bestehenden Leitung dann erstmals betroffen wären″, erläutert Weber. Auch eine Erdverkabelung hält Weber dort technisch und wirtschaftlich nicht für sinnvoll. Die Grenzwerte für elektromagnetische Felder werden dennoch eingehalten. Das Wohnumfeld ist somit geschützt″, ist Weber überzeugt.

In Voxtrup überwiegt die Freude: Wir sind froh, dass unser jahrelanger Kampf zu diesem Ergebnis geführt hat″, betonte die Sprecherin der Bürgerinitiative Osnabrück-Voxtrup, Christine Hoefer. Allerdings bedauert sie, dass in Hilter-Borgloh und in Melle-Wellingholzhausen keine Erdkabel vorgesehen sind.

Auch Stadtbaurat Frank Otte begrüßt die geplante Erdverkabelung im Stadtgebiet Osnabrück. Damit werde einer wesentlichen Forderung der Stadt entsprochen. Ein wichtiger Aspekt sei auch, dass im Zuge des Neubaus eine bestehende 110-kV-Freileitung in Voxtrup auf auf das frei werdende Mastgestänge östlich des Stadtteils verlagert werden solle.

Ähnlich äußerte sich die Osnabrücker Ratsfraktion der Grünen. Der starke Einsatz von Bürgern, Verwaltung und Politik hat sich gelohnt. ″, erklärte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Osnabrücker Rat, Volker Bajus. Dass die Leitung im Landkreis jedoch nicht erdverkabelt werden soll, stößt bei den Grünen auf Unverständnis.

Entsprechend groß ist die Enttäuschung über die Planungen in Hilter. Die Planungen halten gesetzlich vorgegebene Mindestabstände nicht ein, es besteht keine Gesetzeskonformität″, so Hilters Bürgermeister Marc Schewski.

Ziele der Raumordnung, hier die Mindestabstände zu Wohnbebauung, werden in den Planungen wissentlich verletzt″, betonte der Bürgermeister. Aus seiner Sicht ergäben sich reihenweise neue Betroffenheiten durch die Unterschreitung der vorgeschriebenen 200-Meter-Abstände im Außenbereich, falls die Trassenführung um den Ort Borgloh so komme, wie jetzt bekannt gegeben.

Der ohnehin schon feste Schulterschluss der Beteiligten, der Gemeinde und der Bürgerinitiative werde durch das Vorgehen der Amprion noch einmal deutlich verstärkt. Wir fordern die Einhaltung der gesetzlichen und raumordnerischen Vorgaben″, so Schewski.

Harsche Kritik aus Melle

Die Bürgerinitiative Keine 380-kV-Leitung am Teuto″ gibt sich kämpferisch. Sie hält an ihrer Forderung zugunsten einer Vollerdverkabelung beim Neubau der Höchstspannungsleitung fest. Auch Bürgermeister Reinhard Scholz zeigte sich nach dem Runden Tisch″ enttäuscht über das Vorgehen von Amprion.

Und Initiativensprecher Frank Vornholt übte sich in Galgenhumor: Wir sind mit keinen Erwartungen gekommen, und das hat Amprion noch unterboten.″

Bildtext:
Erdverkabelung in der Stadt. Freileitungen im Umland: Während im Landkreis die Planungen auf Unverständnis stoßen, sind die Vertreter der Stadt zufrieden. Das Bild zeigt den Zielpunkt der Trasse, das Umspannwerk in Lüstringen.
Foto:
Martens
Autor:
Jean-Charles Fays, Simone Ghilter, rawe


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