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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Obdachlose dürfen in Villa schlafen
Zwischenüberschrift:
Evangelische Stiftungen bieten Wohnraum als „warme Platte″ an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine Notschlafstelle für Obdachlose im Winter bieten die Evangelischen Stiftungen (ES) Osnabrück dem Katholischen Verein für Soziale Dienste (SKM) an. Noch bis zum 31. März nutzt der SKM in Osnabrück eine leer stehende Villa in Innenstadtnähe. Hier können Obdachlose von abends, 17 Uhr, bis morgens, 9 Uhr, übernachten. Das schreiben die ES in einer Mitteilung.

Zurzeit schlafen demnach acht bis zehn Obdachlose in dem Haus. Es gehört den ES und soll im Frühjahr abgerissen werden, um einen Neubau mit Studentenwohnungen zu errichten. Bei einem Ortstermin machte sich der Vorstandsvorsitzende der ES, Johannes Andrews, persönlich ein Bild: Das Haus ist picobello sauber, aber es spiegelt auch ein wenig Wehmut wider″, wird Andrews zitiert. Ihn habe sehr berührt, wie die Nutzer der warmen Platte″ die Wohnzimmerwand dekoriert hätten. Wie ihr eigenes Zuhause″, bemerkte Andrews, der sich über den guten Geist″ im Haus während der Zwischennutzung freute. Zuvor hatte Andrews mit Frank Loges, der die warme Platte″ betreut, sowie den zuständigen SKM-Fachdienstleitern Thomas Kater und Heinz Hermann Flint gesprochen.

Auch der SKM sei mit der diesjährigen warmen Platte″ mehr als zufrieden. Die leer stehende Villa sei ein Glücksgriff, da sie nahe der vom SKM betriebenen Tageswohnung und der Fachberatungsstelle für wohnungslose Menschen liege. Somit seien Wege beispielsweise für Beratungen kurz und die Logistik einfach, wird Thomas Kater zitiert. Dabei sah es im Herbst nicht so aus, als ob es überhaupt eine warme Platte″ geben könnte. Deshalb startete Kater damals einen Aufruf über die Medien. Kurz darauf hätten die ES dem SKM das leer stehende Haus angeboten.

Die warme Platte″ bietet den Obdachlosen nicht nur einen Schlafplatz. Unser Ziel ist es auch, Kontakte zu den Leuten zu knüpfen″, so Heinz Hermann Flint, für den es zunächst darauf ankommt, zuzuhören und Verständnis für die Menschen zu zeigen.

Seit Weihnachten haben hier 15 Männer geschlafen, und wir hatten 550 Übernachtungen″, berichtete Flint, der sich freute, dass inzwischen zwei Männer in eine Übergangswohnung der SKM eingezogen seien. Die Unterbringung dort ist für sie möglicherweise ein erster Schritt raus aus der Obdachlosigkeit. Doch der werde immer schwieriger. Der normale Wohnungsmarkt ist für unsere Leute komplett tot″, stellte Kater fest. Derzeit seien in Osnabrück 175 Personen ohne festen Wohnsitz. Davon seien rund 30 als obdachlos im eigentlichen Sinne zu bezeichnen, das heißt, sie leben auf der Straße und schlafen beispielsweise in Garten- oder Abbruchhäusern.
Autor:
pm


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