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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Stadt führt Online-Anmeldung ein
Zwischenüberschrift:
Schluss mit dem Kita-Chaos – Familie schickt 30 Bewerbungen für einen Platz
Artikel:
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Originaltext:
Wohl aus Angst, keinen Krippenplatz zu bekommen, hat eine Osnabrücker Familie ihr Kind in diesem Jahr gleich bei 30 Kitas angemeldet, berichtet Fachdienstleiter Helmut Tolsdorf. Damit soll künftig Schluss sein. Schon zum nächsten Jahr will die Stadt ein Online-Verfahren einführen.

Osnabrück. Die diesjährige Anmeldephase ist vorbei. Hunderte Eltern haben mittlerweile Absagen bekommen aber Hunderte haben sich laut Tolsdorf auch an zig Kitas gleichzeitig angemeldet, teils doppelt und dreifach, teils zehnfach. Ob die Stadt allen ab August einen Platz bieten kann was er hoffe –, könne er erst Ende März sicher sagen.

Zurzeit hat die Stadt keinen Überblick, und damit soll Schluss sein, sind sich Sozialdezernent Wolfgang Beckermann und Helmut Tolsdorf einig. Dieses Durcheinander ist nur lösbar über ein Online-Anmeldeverfahren″, sagt Tolsdorf. Es ist bereits vier Jahre her, dass der Osnabrücker Rat auf Anregung der CDU die Verwaltung beauftragt hat, solch ein Verfahren zu entwickeln, damit die Vergabe von Kita-Plätzen für Eltern so unkompliziert wie möglich gehalten werden soll″, wie es im Beschlusstext heißt. Online wären dann maximal drei Anmeldungen möglich, erläutert Tolsdorf.

Kleine Minderheit

Dass es immer noch kein Online-Verfahren gibt, liegt daran, dass einige Träger Bedenken geäußert hatten. Die kleinen Elterninitiativen, zusammen mit anderen kleinen Trägern im Dachverband Deos″ organisiert, standen dem Verfahren skeptisch gegenüber. Sie befürchteten, dass nach der Online-Anmeldung irgendwann auch die Platzvergabe zentralisiert werde und sie, die Eltern und Kinder sehr individuell auswählen, zu kurz kommen würden. Gegen Deos wollte die Verwaltung das Online-Verfahren bislang nicht durchboxen, doch nun reicht es den Verantwortlichen im Stadthaus. So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben″, betont Beckermann. Sein Verständnis gegenüber den kleinen Initiativen höre jetzt auf. Am besten wäre es, alle Träger unter einen Hut zu bringen″, sagt Fachdienstleiter Tolsdorf. Aber wenn man 98 Prozent dabei hat, ist man so weit, dass man das der Bevölkerung anbieten kann.″ Die restlichen zwei Prozent könnten sich immer noch anschließen. Der Zeitplan steht: Zum nächsten Kindergartenjahr muss das gesamte System funktionieren″, sagt Tolsdorf.

Die Zahl ihrer Kita-Plätze will die Stadt weiter steigern. Für die nächsten Jahre sind weitere 168 Krippenplätze für Kinder bis drei Jahre und 200 Kita-Plätze für die Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung geplant und das ist auch nötig: In beiden Altersgruppen fehlen zusammengerechnet 231 Plätze (106 Krippe und 125 Kindergarten). Für Tolsdorf und sein Team ist es ein permanentes Austarieren. Bis August wird etwa an der Kita der evangelischen St.-Katharinen-Kirchengemeinde an der August-Hölscher-Straße (Wüste) eine altersübergreifende Kitagruppe in eine Krippengruppe umgewandelt, an anderer Stelle entstünden dafür wieder mehr Kita-Plätze, erläutert der Fachdienstleiter. Wir sind außerdem dabei, die Großtagespflege auszubauen″, sagt Tolsdorf und meint damit die Tagesmütter, die sich zu größeren Einheiten zusammengetan haben.

60 Prozent

Zurzeit hat die Stadt für 93, 5 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen einen Kita-Platz, mit den zusätzlichen 200 Plätzen läge Osnabrück bei einer 98-prozentigen Versorgung, so Tolsdorf. Bei den Krippenkindern gibt es für 56, 4 Prozent der Ein- und Zweijährigen einen Platz, Ziel der Stadt ist eine Versorgungsquote von 60 Prozent.

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Bildtext:
Ende März wird die Stadt sagen können, ob sie ab August allen Kindern einen Kita-Platz bieten kann.
Foto:
Gert Westdörp

Kommentar
Überfällig

Für Eltern ist das derzeitige Kita-Anmeldeverfahren kompliziert, und die Stadt hat keinen Überblick.

83 Kindertagesstätten mit 5482 Plätzen gibt es mittlerweile in Osnabrück und an jeder müssen sich die Eltern einzeln anmelden. Das kostet Zeit, online ginge es schneller. Im vergangenen Jahr konnte die Stadt laut Fachdienstleiter Helmut Tolsdorf zwar jedem Kind einen Platz bieten, aber Luft nach oben gibt es nicht.

Familien, die von ihrer Wunschkita nach direkter Bewerbung eine Absage bekommen, müssen sich zurzeit mühsam eine Alternative suchen. Die Ungewissheit, ob sie überhaupt noch einen Platz bekommen, belastet. Das ist unnötig.

Hätte die Stadt direkt nach der Anmeldephase einen Überblick über die Bewerbungen, wäre die Vermittlung an eine andere Kita in der Nähe einfacher.

Vier Jahre lang ließ sich die Verwaltung von den Bedenken weniger kleiner Betreuungsinitiativen bremsen. Es wird tatsächlich höchste Zeit, dass das Prozedere jetzt endlich überarbeitet wird, ins Internet geht und es keine Zehnfachanmeldungen mehr gibt.
Autor:
Sandra Dorn


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