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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kein Eisvergnügen am Dümmer
Zwischenüberschrift:
Trotz Minusgraden besteht Gefahr für Schlittschuhläufer
Artikel:
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Originaltext:
Das Winterwetter der letzten Tage dürfte am Wochenende viele Schlittschuhläufer an den Dümmer locken. Doch das Eis ist offiziell nicht zum Betreten freigegeben. Und auch die Einheimischen warnen ihre Gäste.

Lembruch. Das Knirschen der Kufen auf dem Eis, der kalte Fahrtwind im Gesicht, der Rausch der Geschwindigkeit all das suchen am Wochenende wohl wieder so einige Schlittschuhläufer am Dümmer See im Landkreis Diepholz. Sie hoffen, dass der strenge Frost der letzten Tage Niedersachsens zweitgrößten Binnensee in eine Eisbahn verwandelt hat. Zuletzt war das im Februar 2012 der Fall.

Doch das Eis auf dem Dümmer ist längst nicht so tragfähig wie vor sechs Jahren. Die Schneedecke auf dem See ist keinesfalls geschlossen. Immer wieder wird die weiße Pracht durchbrochen, genau dort, wo die Flocken ins Wasser und eben nicht auf die Eisschicht gefallen sind. Es gibt tatsächlich einige Stellen, an denen das Eis trägt, es gibt aber auch noch gut sichtbare Stellen, die trotz der Kälte komplett offen sind″, bestätigt Anselm Höfelmeier vom Tourismusverband Dümmerland. Als Gründe nennt er den starken Wind, die intensive Sonne und die Wasservögel, die die Flächen offen halten. Der Schnee der letzten Tage wirke in gewissem Maße isolierend gegen den weiteren Frost. Dementsprechend kann das Eis unter dem Schnee trotz minus zehn Grad nach wie vor dünn sein.″ Wie stark die Eisschicht ist, werde von offizieller Seite nicht gemessen. Denn der Dümmer wird grundsätzlich nicht mehr zum Eislaufen freigegeben. Das Gewässer sei einfach zu groß. Die Behörden können einerseits nicht die notwendigen Prüfungen an allen Ufern durchführen, die für eine Freigabe erforderlich wäre. Andererseits wiegt die Verantwortung viel zu schwer″, so Höfelmeier. Das Betreten des Eises müsse deshalb immer auf eigene Gefahr erfolgen. Im letzten Januar haben genau das zwei Männer getan und es später bereut: Sie waren beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und konnten sich nicht selbst befreien. Einer war so stark unterkühlt, dass er im Krankenhaus um sein Leben kämpfen musste. Auch deshalb weist Anselm Höfelmeier auf den Trugschluss″ hin, das Ertrinken sei die Hauptgefahr beim Einbrechen ins Eis. Die Hauptgefahr besteht in Unterkühlung des Körpers. Bereits zehn Minuten im eiskalten Wasser können lebensbedrohlich sein.″ Vor diesem Hintergrund rät er grundsätzlich vom Betreten der Eisflächen ab. Dem schließt sich auch Jörg Böse vom Unternehmen Bright Side Tours″ an. In der Vergangenheit hat er bei passendem Wetter am Dümmer Schlittschuhe verliehen. An diesem Wochenende kann ich das nicht machen, ich würde suggerieren, dass das Betreten des Eises sicher ist″.

Und davon geht er bei einem Blick auf den See nicht aus. Durch den Wind sind riesige Löchern im Eis″, sagt Böse. Die hat auch Margarete Schlick von der gleichnamigen Segelschule gesehen. Sie will ebenfalls nicht öffnen. Das Risiko ist mir zu groß″, sagt sie, wenn nur einer der Gäste ins Eis einbricht, würde ich mir das nie verzeihen.″

Und die Eisdecke könnte noch weiter zurückgehen, denn rund um den Dümmer soll es wärmer werden, bestätigt der Deutsche Wetterdienst auf Anfrage. Am Samstag ist demnach schon eine Höchsttemperatur von null Grad möglich, dazu gibt es blauen Himmel und Sonnenschein. Am Sonntag ziehen dann Wolken auf, und am Nachmittag wird es Niederschlag geben. Wir wissen noch nicht, ob der als Schnee oder als Regen herunterkommt″, sagte ein Sprecher des DWD, denn es werden bis zu drei Grad plus erwartet. Es kann also Glatteis geben.″ Keine optimalen Bedingungen also zum Schlittschuhlaufen.

Mehr zum Eislaufen in der Region auf noz.de

Bildtext:
Am Ufer trägt das Eis, doch die Schicht ist dünn und hat viele Löcher.
Foto:
TID/ Höfelmeyer

Die Alternative

Tourismusmanager Anselm Höfelmeier würde sich wünschen, dass die Menschen den winterlichen Dümmer bei einem Spaziergang genießen. Es lohnt sich, das zugeschneite Eis, eine riesige weiße Fläche, sieht durchaus sehr eindrucksvoll aus.″ Genau wie im Sommer, können die Besucher nach Lembruch, Hüde und Dümmerlohausen fahren und dort die kostenfreien Parkplätze nutzen. Darüber hinaus gibt es auch kostenpflichtige Parkplätze. Und der ein oder andere Gastronom will Glühwein ausschenken.
Autor:
Louisa Riepe


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