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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Keine Angst vorm bösen Wulff
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf sich Kanzler Kohl in Urlaubsstimmung am Wolfgangsee vorstellte
Artikel:
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Originaltext:
Mit Helmut Kohl verbindet Angela Merkel die lange Dauer einer Kanzlerschaft, in deren Verlauf junge Wilde″ aufbegehrten. Die Kanzlerin nominierte jüngst ihren Kritiker Jens Spahn als Gesundheitsminister. Wie Helmut Kohl mit dem aufmüpfigen Politnachwuchs umzugehen pflegte, setzte Fritz Wolf im August 1996 ins Bild.

Osnabrück. Innenpolitischen und innerparteilichen Reformdruck″ konstatierten Kohls parteiinterne Kritiker dem Kanzler der Einheit″ Mitte der 1990er-Jahre. Dieser erwog 1996 sogar, angesichts solcher Kritik zurückzutreten und den Weg für Wolfgang Schäuble als Nachfolger frei zu machen. In die Schar interner Kritiker reihte sich im August 1996 der niedersächsische Oppositionsführer Christian Wulff ein, der damals noch parallel in der CDU-Fraktion im Osnabrücker Rat mitwirkte.

Während der Kanzler wie üblich seinen Urlaub am Wolfgangsee in Österreich verbrachte, bot das alljährliche politische Sommertheater″ den Daheimgebliebenen die Chance auf eine mediale Bühne. Diese nutzte auch Wulff, der 1994 bei den Landtagswahlen als Spitzenkandidat seiner Partei angetreten war und 2003 im dritten Anlauf zum niedersächsischen Ministerpräsidenten gewählt werden sollte.

Vor einem beeindruckenden Alpenpanorama zeigt die Karikatur einen zufrieden im Liegestuhl sinnierenden Kanzler, der in Badelatschen und kurze Hose gekleidet die Arme entspannt hinter dem Kopf verschränkt. Neben ihm unterstreicht ein Glas mit Strohhalm und erfrischendem Kaltgetränk die Urlaubsstimmung, die allenfalls leicht durch die Tageszeitung mit dem Aufmachertitel Wulff kritisiert Kohl″ getrübt wird.

Der Kanzler nimmt′s gelassen und malt sich schmunzelnd aus, wie er den renitenten Niedersachsen daheim erst einmal übers Knie legen und so zur Parteiräson rufen wird.

Insgesamt hat Fritz Wolf Christian Wulff äußerst selten ins Bild gesetzt, denn angesichts seines weniger markanten Äußeren fiel der spätere Bundespräsident in die Wolf′sche Rubrik Den kann ich nicht so gut! Anders verhielt es sich mit Wulffs Ministerpräsidentenvorvorvorvorgänger Ernst Albrecht: Den setzte Fritz Wolf mit Vorliebe aufs Niedersachsenross, das bisweilen durchzugehen droht oder als Steckenpferd daherkommt.

Persönlich getroffen hat er beide Unionspolitiker: Christian Wulff nicht zuletzt als Osnabrücker Mitbürger und Ernst Albrecht, als dieser ihn 1979 mit dem Niedersachsenpreis für Publizistik auszeichnete.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Fritz Wolf im Spiegel seiner Karikaturen

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf zum 100. Geburtstag am 7. Mai eine Karikaturen-Serie. Eine Hommage an Fritz Wolf ist derzeit auch im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover zu sehen: Das deutsche Museum für Karikatur und Zeichnung präsentiert noch bis zum 21. Mai in Zusammenarbeit mit Fritz-Wolf-Gesellschaft und Fritz-Wolf-Stiftung neben dem Original der hier vorliegenden Zeichnung zum Verhältnis der Herren Kohl und Wulff diverse Varianten seiner Vorgänger Albrecht und Schröder sowie eine Zusammenschau von Fritz Wolfs überregional beachteten, vor allem politischen Karikaturen. Weitere Infos auf karikaturmuseum.de.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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