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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Surfen auf der Hasewelle
Zwischenüberschrift:
Wie viel Spaß macht das neue Angebot im L&T-Sporthaus? – Test vor der Eröffnung
Artikel:
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Originaltext:
Surfen mitten in der Stadt: Am Samstag wird das L& T-Sporthaus eröffnet und damit auch die Hasewelle. Wie viel Spaß macht es, in einem kleinen, überdachten Becken zu surfen? Und ist der Indoor-Freizeitspaß nur etwas für Profis oder auch ein Zeitvertreib für jedermann? Wir haben das neue Sportangebot getestet.

Osnabrück. Draußen liegt Schnee, das Thermometer zeigt minus zehn Grad, Zwiebellook ist angesagt. Was gibt es da Schöneres, als eine Runde zu surfen? Zugegeben: Strahlende Sonne, rauschendes Meer und Sandstrand gibt es in der Hasewelle im neuen L& T-Sporthaus nicht. Macht aber nichts: Dafür kann man da im Winter und mitten in der Innenstadt surfen. Während Handwerker noch emsig dabei sind, die letzten Arbeiten zu erledigen, tausche ich meine Winterstiefel gegen Badelatschen und den Wollpulli gegen einen Badeanzug. Dann kann es losgehen.

Die Voraussetzungen: Surfen ist für mich Neuland. Wasserskifahren und Stand-up-Paddling sind bislang die einzigen Wassersportarten mit Brettern gewesen, mit denen ich in Berührung gekommen bin. Ich freue mich, mal wieder etwas Neues auszuprobieren, habe gleichzeitig aber auch ein wenig Bammel.

Die Umgebung: Im L& T-Sporthaus führt eine Treppe vom Erdgeschoss zum Wellenbecken. Die Decke ist offen wer keine Lust mehr hat, in den Regalen des Kaufhauses zu stöbern, kann von oben denjenigen zusehen, die sich auf das Surfbrett trauen. Wer möchte, kann auch auf der Tribüne neben dem Becken Platz nehmen . Auf der gleichen Etage gibt es Umkleiden, abschließbare Spinde, Toiletten und Duschen.

Die Bedingungen: Hatte ich mich nach der Kälte auf warmes Wasser und aufgeheizte Hallenbadluft gefreut, so wurde ich enttäuscht. Die Luft war relativ kühl, soll aber auf angenehme Raumtemperatur gebracht werden, wenn das Sporthaus eröffnet wird. Mit der Wassertemperatur musste ich mich schon vor dem Surfen einer Mutprobe stellen: Sie lag zwischen sechs und acht Grad. Im Betrieb werden es 21 Grad sein″, beruhigt Daniel Kater, Leiter der Hasewelle.

Die Vorbereitungen: Wer sich Badekleidung angezogen hat, bekommt von den Surflehrern einen Neoprenanzug und einen Helm. Genau wie das Surfbrett ein Softboard sind Anzug und Helm im Eintrittspreis enthalten. Fertig ausgerüstet, geben die Surflehrer noch Sicherheitshinweise: Wer vom Brett fällt, zieht die Arme schützend vor sein Gesicht . Damit man das Softboard im Wasser nicht verliert, muss man die an einer Schnur am Ende des Bretts befestigte Lasche die sogenannte Leash um das Sprunggelenk des Fußes binden, der hinten auf dem Brett steht.

Um herauszufinden, welcher das bei mir ist, soll ich mich hinstellen, die Augen schließen und nach vorne fallen lassen. Mit dem rechten Fuß fange ich mich automatisch ab die Leash kommt also an den linken.

Die Welle: Mittlerweile ist die Anlage in Betrieb, das Becken mit Wasser gefüllt und die Welle in Bewegung. Es rauscht sehr laut; auch eine Etage darüber ist das noch der Fall. Bis zur Eröffnung des Sporthauses soll der Geräuschpegel noch vermindert werden . Bis zu 1, 40 Meter hoch kann die Welle werden. Jetzt ist sie kleiner. Für den Anfang reicht das.

Der erste Versuch: Dann kann es losgehen. Zusammen mit Theresa Salaberger, eigentlich Leiterin des Surfteams des Anlagen-Betreibers, an diesem Tag aber meine Surflehrerin, gehe ich zum Beckenrand. Auf Höhe der Welle setze ich mich, Salaberger legt das Board auf das Wasser. Dann zeigt sie mir, wie ich meine Füße auf das Brett stellen soll: Der hintere steht am Tail, dem Ende des Boards, im 90-Grad-Winkel, der andere hüftbreit entfernt und im 45-Grad-Winkel davor. Wichtig ist es, viel Gewicht auf dem Tail zu haben.

Langsam soll ich mich sitzend weiter nach vorne schieben, das Board dabei mitziehen. Jetzt kannst du langsam aufstehen″, sagt Salaberger, deren Hand immer noch auf meiner Schulter liegt. Kaum dass sie loslässt, plumpse ich auch schon ins Wasser. In dem Moment weiß ich nicht, was mich mehr erschreckt: Die eisige Kälte des Wassers, dass ich nach dem Fallen den Boden berühre, oder wie sehr mich die Strömung mitreißt. Doch nach dem ersten Schreck ist es halb so wild. Das Becken ist niedrig, das Wasser flach ich bin schnell wieder an der Oberfläche.

Die nächsten Versuche: Der zweite Versuch sieht nicht anders aus. Weil ich das Gefühl habe, mit dem linken Fuß nicht genug Druck auf das Tail ausüben zu können, versuche ich es jetzt mit dem Leash am rechten Fuß. Es fühlt sich besser an, besser aussehen tut es aber trotzdem nicht. Mittlerweile ist mir trotz des Neoprenanzugs richtig kalt. Nachdem ich dreimal von der Strömung mitgerissen worden bin, lässt meine Lust nach. Doch einmal möchte ich es noch probieren. Nicht einmal ohne Hilfe auf dem Board zu stehen, die Blöße möchte ich mir nicht geben. Wie sagte Daniel Kater vorhin: Nach einer Stunde kann man sich etwa zehn Sekunden auf dem Brett halten, wenn man etwas sportbegabt ist. Um hin- und herfahren zu können, braucht man zwei oder drei Stunden.″

Der letzte Versuch: Ich konzentriere mich noch einmal . Salaberger reicht mir ihre Hand, dann versuche ich langsam, mich hinzustellen. Und siehe da: Es klappt. Mit Körperspannung und Gleichgewichtssinn surfe″ ich zumindest auf der Stelle ohne Hilfe. Ich spüre die Wellenbewegung und freue mich: geschafft. Kurz bleibe ich noch stehen, dann falle ich wieder ins Wasser.

Das Fazit: Der kurze Wellenritt hat mir als jemandem, der noch nie surfen war, Spaß gemacht . Dass ich dabei in einem Geschäft war, habe ich im Wasser überhaupt nicht wahrgenommen. Ich musste mich voll auf das Surfen konzentrieren. Allerdings war es (noch) sehr laut. Um mal etwas Neues auszuprobieren und vielleicht ein bisschen Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen, ist die stehende Welle gut geeignet.

Wie sehr Profis auf ihre Kosten kommen, kann ich nicht beurteilen. Für mich selbst nehme ich noch drei Dinge mit: Erstens: Surfen ist nicht meins. Zweitens: Ein Teil meines Make-ups ist nicht wasserfest. Und drittens: Wenn man mit Kontaktlinsen Surfen geht, sollte man schnellstens die Augen schließen, sobald man vom Brett fällt.

Weitere Fotos und ein Video vom Test finden Sie im Internet auf noz.de/ osnabrueck

Bildtexte:
Endlich geschafft: Beim vierten Versuch steht Redakteurin Nadine Grunewald auf dem Brett ohne Hilfe.
Zum Glück weich gefallen: Die ersten Versuche gingen schief und ich baden.
Nicht so weit nach hinten lehnen: Surflehrerin Theresa Salaberger zeigt mir, was ich machen muss.
Fotos:
Jörn Martens

Die Technik hinter den Wellen

Auf bis zu 1, 40 Meter hohen Wellen können Indoor-Surfer künftig im L& T-Sporthaus reiten. Sechs im Unterbau verborgene Turbinen schießen pro Sekunde bis zu 18 000 Liter Wasser in das Becken, das 7, 5 mal 15 Meter groß ist. Eine stufenlos verstellbare Rampe in der Mitte des Beckens formt die Welle je nach Anspruch .

Das Wellenbecken kann abgedeckt und für Basketball, Badminton oder andere Sportarten genutzt werden. Auf einer Tribüne finden Hunderte Besucher Platz mit Blick auf eine Großleinwand für Public Viewing. Die Außenwand der Halle ist beheizbar, um Kondenswasser zu vermeiden.

Im Keller des Sporthauses sind neben der Technik eines
öffentlichen Schwimmbades eine leistungsstarke Belüftung und ausgeklügelte Akustik untergebracht. So soll verhindert werden, dass es im Kaufhaus nach Schwimmbad riecht und Lärm die Beratungsgespräche überlagern.
Autor:
Nadine Grunewald, hin


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