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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Vorträge über Täter und Opfer des Nationalsozialismus
Zwischenüberschrift:
Jahresprogramm der Reihe „Topografien des Terrors″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Museumsquartier Osnabrück möchte mit seiner Vortragsreihe Topografien des Terrors Nationalsozialismus vor Ort″ zur Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit anregen. Veranstaltungsort ist mit der Villa Schlikker die einstige Osnabrücker NSDAP-Zentrale. Alle Veranstaltungen beginnen am jeweiligen Tag um 19.30 Uhr.

Am Donnerstag, 1. März, startet die Reihe in diesem Jahr mit Carsten Linden aus Lemförde und dem Thema Im Visier der Nazis Paul Friedrich Leo″. Vor 60 Jahren starb der evangelische Pastor mit jüdischen Wurzeln in Dubuque im US-Bundesstaat Iowa. Leo gehörte zu den frühen Opfern des nationalsozialistischen Terrors in Osnabrück. Seit 1930 war er Seelsorger im Osnabrücker Gefängnis, in der Heil- und Pflegeanstalt und in der Provinzial-Hebammen-Anstalt. Auf öffentlichen Druck musste er 1934 aus dem staatlichen Dienst ausscheiden. Am 10. November 1938 kam er im Zuge der Verhaftungswelle nach der Reichspogromnacht ins Konzentrationslager Buchenwald. Durch Vermittlung eines Pfarrers aus Bethel durfte er auswandern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Theologieprofessor an der Universität Dubuque.

Am Donnerstag, 3. Mai, referiert Dr. Sebastian Weitkamp zum Thema Ein SS-Sturmbannführer 1934 vor Gericht Der Prozess gegen Heinrich Remmert wegen Misshandlungen im KL Esterwegen″. Am 16. November 1934 eröffnete das Landgericht Osnabrück die Hauptverhandlung gegen den ehemaligen KZ-Kommandanten Heinrich Remmert. Der Tatvorwurf: Körperverletzung im Amt. Der Angeklagte habe im Sommer 1934 einen Schutzhäftling massiv körperlich misshandelt. Das Opfer saß als Nebenkläger im Saal, und mehrere ehemalige Häftlinge warteten, um als Zeugen auszusagen. Am Ende verurteilten die Richter Remmert zu drei Monaten Gefängnis. Weitkamp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Esterwegen. Er stellt Ermittlungen, Prozess und Nachgeschichte des Verfahrens anhand historischer Akten dar.

Am Donnerstag, 7. Juni, 19.30 Uhr, spricht Dieter Beck über Rechtsextremismus versus Linksextremismus: zwei Brüder im Geiste′? Die DNA des Rechtsextremismus″. In der gesellschaftspolitischen Debatte wird Rechtsextremismus gelegentlich anderen Extremismen gleichgestellt. So wird gleichermaßen vor rechtem wie linkem Extremismus gewarnt. Beck behandelt die Fragestellung, ob die so suggerierte Gleichstellung sachlich richtig und legitim ist. Außerdem beleuchtet er, was Menschen dazu verleitet, in extremistischen Ideologien ihr Heil zu suchen.

Gemeinsam im Versteck Anne Frank und die Osnabrücker Familie van Pels″ heißt der Vortrag von Gertjan Broek vom Anne-Frank-Haus Amsterdam am Donnerstag, 6. September. Die Geschichte des jüdischen Mädchens Anne aus Frankfurt wurde durch die Rettung ihrer Tagebücher nach dem Holocaust öffentlich und bringt jungen Menschen heute das Leben verfolgter Menschen in einer Diktatur wie der Nazizeit näher. Weniger bekannt ist, dass gemeinsam mit Anne Franks Familie auch die Osnabrücker Familie van Pels in demselben Versteck in der Prinsengracht in Amsterdam lebte, bevor sie alle von der Gestapo entdeckt und deportiert wurden und schließlich in Konzentrationslagern umkamen. In Zusammenarbeit mit dem Anne-Frank-Haus wird der aktuelle Forschungsstand zur Geschichte der Familie van Pels vorgestellt.

Kinder ausländischer Zwangsarbeiterinnen im Zweiten Weltkrieg im Raum Osnabrück″ ist der Titel der Lesung und des Vortrages von Dr. Volker Issmer am Donnerstag, 8. November. Kinder, die nicht zählten″ hat Gisela Schwarze ihre auf Westfalen bezogene Dokumentation über (vor allem) Ostarbeiterinnen″ und ihre Kinder im Zweiten Weltkrieg überschrieben. Es gab diese Kinder auch in der Region Osnabrück. Einzelschicksale sind bekannt geworden, und erste Forschungsergebnisse liegen vor, die an diesem Abend vorgetragen werden sollen. Dabei spielt das Lager Fernblick″ in der Südstadt eine besondere Rolle.

Die Veranstaltungsreihe Topografien des Terrors Nationalsozialismus vor Ort″ findet in Kooperation mit den Vereinen Gedenkstätte Gestapokeller und Gedenkstätte Augustaschacht sowie der Volkshochschule Osnabrück statt.

Bildtext:
1934 verurteilt: SS-Sturmbannführer Heinrich Remmert.
Foto:
Bundesarchiv Berlin
Autor:
pm


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