User Online: 1 | Timeout: 19:21Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lange Sperrungen wirklich nötig?
Zwischenüberschrift:
CDU diskutiert über Baustellenmanagement
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Warum dauern Straßenbaustellen in Osnabrück so lange? Was kann die Stadt tun, damit es schneller geht? Die CDU-Fraktion hat in einer öffentlichen Sitzung am Montagabend diese Fragen zum Baustellenmanagement gestellt und keine befriedigenden Antworten bekommen.

Osnabrück. Mehr als ein Jahr lang war die Römereschstraße bis Mai 2017 gesperrt, jetzt stellten die dreijährige Sperrung der Knollstraße und die Aussicht auf eine zweieinhalbjährige Sperrung der Rheiner Landstraße zwischen Rückert- und Mozartstraße zwecks Kanalsanierungen ein Ärgernis dar, sagte Fraktionschef Fritz Brickwedde. Das Oberzentrum Osnabrück droht an Attraktivität zu verlieren″, mahnte Brickwedde.

Eingeladen hatte die CDU-Fraktion die zwei Herren, die für das Baustellenmanagement maßgeblich verantwortlich sind: von der Stadtverwaltung Jürgen Schmidt, kommissarischen Fachbereichsleiter Geodaten und Verkehrsanlagen, sowie SWO-Netz-Geschäftsführer Heinz-Werner Hölscher.

Warum gibt es überhaupt so viele Baustellen? Wir müssen die Straßen erhalten, wir müssen die Versorgung aufrechterhalten″, sagte Schmidt. Knapp 6500 Kilometer Leitungen liegen unter den 760 Kilometer Straßen und Gehwegen im Stadtgebiet, erläuterte Hölscher: Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Beleuchtung und Telekommunikationsleitungen. Alles zusammen habe einen Wiederbeschaffungswert in Höhe von rund zwei Milliarden Euro und müsse instandgehalten werden, so Hölscher. Allein im Jahr 2018 seien 180 Baumaßnahmen vorgesehen, 75 davon veranlasst durch Dritte.

Muss es denn gleich eine Vollsperrung sein? Ein Anwohner der Knollstraße berichtete, dass Bekannte aus Hamburg ihn schon gefragt hätten, ob die Stadt bei drei Jahren Sperrung dort eine U-Bahn baue. Die Stadt habe durchaus schon versucht, den Verkehr an Baustellen einspurig vorbeizuführen, sagte Jürgen Schmidt. Aber: Wir sind bei Vollsperrungen schneller als bei halbseitigen Sperrungen″, und auch die Ausführungsqualität sei besser. Hinzu komme, dass die Sicherheitsvorgaben strenger geworden seien: Wir brauchen für die Baustellen mehr Platz, als das in der Vergangenheit der Fall war.″

Warum werden Straßen kurz nach Ende einer Bauphase oft gleich wieder aufgerissen? Egal ob Pappelgraben oder Meller Straße: Wohl jeder Osnabrücker kennt ein Beispiel, wo eine Straße aufgerissen, zugemacht und wieder aufgerissen wurde. Wir streben bereits an, Maßnahmen nicht hintereinander durchzuführen″, so Schmidt. Heißt: nicht erst einen Kanal und wenige Monate bis Jahre später die Straße selbst zu sanieren, sondern beides möglichst zeitgleich. Stadt und Stadtwerke stimmten sich eng miteinander ab, so Schmidt. SWO-Chef Hölscher: Alles ist planbar, Fehler und Rohrbrüche sind es nicht.″ Und auch wenn Hauseigentümer neue Anschlüsse benötigten, könne die Stadt nicht sagen: Warten Sie bitte noch fünf Jahre″, so Schmidt.

Warum wird nicht in mehreren Schichten gearbeitet? Die Leute hätten den Eindruck, es werde auf den Baustellen nie gearbeitet, kritisierte Brickwedde. Könnte man nicht Mehrschicht- und Samstagsarbeit einführen? Wir haben das auf dem Schirm″, so Hölscher, aber wir müssen auch auf die Anwohner Rücksicht nehmen.″ Durch die Arbeitsstättenverordnung gebe es zudem strikte Vorgaben, sagte Schmidt, so dürften die Arbeiter erst morgens um 7 Uhr starten, etwas anderes sei nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Und auch sämtliche Lieferanten müssten im Falle eines Mehrschichtbetriebes mitmachen. Kommentar aus dem Publikum: Wenn es einfach wäre, würden wir hier nicht sitzen.″

Werden überhaupt Fertigstellungsdaten mit den Bauunternehmen vereinbart? Wir haben in unseren Verträgen schon Bauzeiten drin″, so Schmidt. Wir können das beschleunigen, indem wir Prämien aussetzen mit den entsprechenden finanziellen Konsequenzen.″ Dazu bräuchte die Stadt dann aber wiederum einen Ratsbeschluss. Ansonsten gelte: Wir zahlen nicht nach Stunden, wir zahlen nach Leistung.″ Und auch Vertragsstrafen seien im Standardausschreibungstext mit drin, deren Höhe sei aber rechtlich gedeckelt.

Wie kann es schneller und effizienter gehen? Die entscheidende Frage, die Brickwedde schon zu Beginn gestellt hatte, blieb offen. Ich erwarte, dass Sie der Politik sagen: Wir brauchen erstens, zweitens, drittens′″, gab er den Herren von Stadt und Stadtwerken mit auf den Weg.

Bildtext:
Zum Osnabrücker Baustellenmanagement nahmen in einer öffentlichen Fraktionssitzung der CDU-Fachbereichsleiter Jürgen Schmidt (links) und SWO-Geschäftsführer Heinz-Dieter Hölscher Stellung.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sandra Dorn


Anfang der Liste Ende der Liste