User Online: 1 | Timeout: 17:27Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein zweifaches Nazi-Opfer
Zwischenüberschrift:
Stolperstein für Gertrud David
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Direkt vor dem Eingang einer der feinsten Adressen Osnabrücks, des Restaurants La Vie″, ist der Stolperstein für Gertrud David verlegt. Sie ist gleich in doppelter Hinsicht in die Mühlen der Nationalsozialisten geraten und Opfer geworden.
Älteren Bürgern der Stadt ist noch die Manufakturwarenhandlung Samson David ein Begriff, die sich vor dem Zweiten Weltkrieg an der Ecke Krahnstraße/ Heger Straße befand. Das Geschäft hatte zu jeder der Straßen einen Eingang. Oft benutzten Kinder den einen und gingen aus dem anderen wieder hinaus, was eine beliebte Abkürzung war″, wissen Margit und Norbert Jahn noch, die Paten des Stolpersteins für Gertrud David sind.
Diese war am 21. Juni 1898 in Osnabrück als jüngstes Kind von Abraham und Auguste David geboren worden. Nach dem frühen Tod des Vaters war ihr Bruder Otto Inhaber des Geschäfts geworden. Die Familie wohnte in einem Teil des Hauses. Es wurde in der Pogromnacht 1938 weitgehend zerstört und im Jahr darauf zwangsverkauft.
Gertrud David war schon früh in Anstalten untergebracht, da sie an Kinderlähmung und Epilepsie litt. Von den Alsterdorfer Anstalten in Hamburg wurde sie 1919 in die Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück überwiesen. 1940 gelangte sie mit acht weiteren Patienten nach Wunstorf und wurde nach wenigen Tagen mit anderen über Berlin nach Brandenburg transportiert. David besaß nach der Rasse-Ideologie der Nazis zwei Makel: Sie war Jüdin und dazu organisch krank. Damit hatte sie ihr Leben verwirkt und wurde in der sogenannten Landespflegeanstalt Brandenburg″ auf dem Gelände des Alten Zuchthauses vergast. Das genaue Datum ihres Todes ist nirgendwo festgehalten.
Die Stolperstein-Paten, das Ehepaar Jahn, wissen, dass von den zehn Kindern der Davids vier zur Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.

Bildtext:
An der Heger Straße, dem Sitz des Familienunternehmens, erinnert ein Stolperstein an Gertrud David.
Foto:
Jörg Martens
Autor:
iza


Anfang der Liste Ende der Liste