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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zwei Barone ärgerten die SA
Zwischenüberschrift:
Der 1. Mai 1933 in Osnabrück: Umzug, Führer-Rede und Krawalle
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Seit 1890 ist der 1. Mai ein Kampftag der Arbeiterbewegung. Zum gesetzlichen Feiertag haben ihn aber ausgerechnet die Nationalsozialisten 1933 erklärt: 35 000 Menschen sollen ihn vor 75 Jahren allein in Osnabrück mit einem Straßenumzug gefeiert haben. Aber es regte sich noch verhaltener Widerstand, wie ein Tagebuch des Freiherrn Mariano Ostman von der Leye aus Atter zeigt.
Der 1. Mai 1933 als Tag der Deutschen Arbeitsfront″ besiegelte eigentlich nur die Zerschlagung der Gewerkschaften. In Osnabrück hatten die Nazis am 11. März das Gewerkschaftshaus besetzt. Zwei Tage später war die Inschrift Gewerkschaftshaus″ bereits in Haus der Deutschen Arbeitsfront″ übermalt.
Von jetzt an zählte nur die Volksgemeinschaft bei dem Straßenumzug zur Maifeier 1933 wurden Motivwagen durch die Straßen gefahren, auf denen die alten Klassengegensätze von Lohnarbeit und Kapital als endlich überwunden dargestellt wurden: Deshalb hieß die Belegschaft eines Betriebes Gefolgschaft″, denn Arbeiter und Unternehmer so wollte es jedenfalls die Partei folgten gefälligst der gemeinsamen Ideologie von der Volksgemeinschaft″.
Dass das selbst in konservativen Kreisen durchaus noch anders gesehen wurde, belegt ein Beispiel, das sich im Tagebuch von Mariano Freiherr Ostman von der Leye erhalten hat. Es handelt sich um eine Anzeige mehrerer SA-Männer aus Atter an das Landratsamt bezüglich Vorkommnisse bei der Feier am 1. Mai″. Und deren Hauptpersonen waren ausgerechnet Mariano Ostman und sein Bruder Egon sowie der Gutsförster Max Menke.
Was war geschehen? Zum 1. Mai hatte die NSDAP einen Gemeinschaftsempfang″ der Hitler-Rede im Radio im Saal der Gaststätte Busch in Atter angesetzt. Während im Saal andächtiges Schweigen herrschen sollte, entwickelte sich an der Theke jedoch eine heftige Trinkerei, an der sich wider allen Erwartens″ aufseiten der Parteibonzen auch die beiden Adligen provozierend beteiligten: Während der Rede verliessen die beiden Barone des öfteren den Saal um im Vorzimmer mit Betrunkenen weiterzutrinken, wobei sich ein ungeheurer Lärm entwickelte und die Übertragung störte.″
Noch mehr Tumult entstand, als plötzlich der Forstarbeiter August Busch mit erhobener Faust″ das Wort Freiheit″ in den Saal gerufen habe, heißt es in der Anzeige weiter: Der Mann wurde von der SA gegriffen und hinausgeworfen. Busch lag dann verletzt auf der Diele, weshalb Baron Mariano in übelster Art″ den SA-Truppführer angepöbelt″ und das Volk aufgereizt haben soll. Sein Bruder Egon, so heißt es in der Anzeige weiter, habe als Amtsrichter in hochfahrendem Tone″ Aufklärung über die Sache verlangt.
Abschließend klagen die vier SA- und SS-Männer in ihrer Denunziation über die Vorkommnisse in Atter, dass die Feier durch das unwürdige Benehmen der beiden Barone und einiger Angestellten und Arbeiter des Gutes Leye stark beeinträchtigt wurde″.
Der Krawall bei Busch in Atter hatte noch ein Nachspiel: Mitte August, auch das ist im Tagebuch überliefert, wurden die beiden Barone Mariano und Egon Ostman die gewiss konservativ und streng katholisch, aber eben deshalb auch keine Nazis waren von der NSDAP-Ortsgruppe Atter zu einem Schulungsabend vorgeladen. Auf der Tagesordnung zwei Vorträge: Pg. Dr. ter Meulen über Rassenfrage (mit Lichtbildern); Pg. Hillebrandt über Nationalsozialismus.″

Bildtext:
Mit einem großen Umzug verherrlichten die Nazis in Osnabrück am Maifeiertag 1933 die Ideologie der Volksgemeinschaft. 35 000 Menschen sollen zugesehen haben.
Foto:
Emil Harms/ Medienzentrum

Die Nazis

Ihr habt sicher schon mal von den Nazis gehört. Dieser Begriff ist die Abkürzung für Nationalsozialisten und wird ganz oft in Verbindung mit dem Zweiten Weltkrieg verwendet. Die Nationalsozialisten hatten eine menschenverachtende Einstellung. Sie unterschieden zwischen wertvollen Menschen, den sogenannten Ariern, und wertlosen Menschen, die sie Untermenschen nannten.Der Anführer der Nationalsozialisten hieß Adolf Hitler . Der war vor etwa 70 Jahren der mächtigste Mann in Deutschland und hat viele schlimme Sachen gemacht. Die Nationalsozialisten haben im Jahr 1939, also zu einer Zeit, als selbst Eure Großeltern noch ganz jung waren, den Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Der war ganz schrecklich. Innerhalb von sechs Jahren sind in diesem Krieg viele Millionen Menschen getötet worden. Die Herrschaft der Nationalsozialisten und ihres Anführers endete im Jahr 1945. In diesem Jahr hatten sie den Krieg gegen andere Länder wie Amerika und die Sowjetunion verloren und mussten aufgeben.
Nationalsozialisten sind heute verboten, weil man gelernt hat, dass so etwas Schlimmes niemals wieder geschehen darf.
Autor:
Frank Henrichvark


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