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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Ich nenn dich Günter, das hast du jetzt davon″
Zwischenüberschrift:
Straßentheater „Platzregen″ sorgte für Spaß am Piesberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Er schlackert mit dem rechten Arm nach oben, lockert das linke Bein und kreist die Schultern. Dann verzaubert Ben Smalls mit seinen Bällen und seinem Grinsen das Publikum und die Schwerkraft offenbar auch. Denn wenn der Jongleur mit seiner Schau beginnt, scheinen sich physikalische Gesetze zu verabschieden.
Um den Künstler herum lehnen die Zuschauer an den Bäumen im Kastaniengarten des Piesberger Gesellschaftshauses und genießen den Auftritt von Platzregen″. Mit Komik, Artistik, Schauspiel, Trapez, Pantomime und Musik sorgen acht Künstler und ein trommelnder Techniker für einen Abend voller Poesie.
Leichtfüßig und anmutig bewegt sich Smalls mit seinen Jonglierkeulen durch eine Choreographie zu Mozarts Kleiner Nachtmusik und hopst anschließend mit seinen Kollegen um neun Stühle herum. Mit einer Reise nach Jerusalem losen sie den nächsten Auftritt aus.
Ausgerechnet Knäcke gewinnt, der immer ein wenig Pech hat ob es der Gurt seiner Tasche ist, der ihn nicht freigibt, die Technik seiner Feuerstäbe, die nicht zündet, oder der Ballon, der platzt. Doch der Herr im Tweed-Anzug kann auf das Publikum zählen, das freiwillig für Lösungen sorgt oder unfreiwillig für weitere Erheiterung: Ganz ausziehen!″, ruft der zweijährige Jost, als Knäcke sich seiner Jacke entledigt.
Mit einer Jacke genauer mit seinem Hausmeisterkittel– schwingt sich Eckhard Euen alias Fidde durch seinen Luftwürfel. Doch auch dies gelingt nicht ohne ausgiebige und vergnügliche Vorbereitung. Denn eigentlich will Fidde nur einen neuen Haken am Kletterseil anbringen, bevor er elfengleich durch den Frühlingsabend saust.
Enrico? Du willst mich wohl verarschen. Ich nenn dich Günter. Das hast du jetzt davon″ Klaus Lang übernimmt mit magic″ das Kommando und gelangt trotz aller Widrigkeiten, aber mit der Hilfe von Horst auf seinen kleinen Fiat, um dort auf einem Einrad zu jonglieren.
Eigentlich hat Klaus Lang Günter″ beauftragt, mit der Tuba für einen Tusch zu sorgen, wenn er den Arm hebt. Aber weder das Instrument noch der Bläser spielen richtig mit. Macht aber nichts, denn gerade das sorgt für Vergnügen beim Publikum, dem kurze Zeit später der Atem stockt, als Yolenn Richter mit ihrem Reifen über den Asphalt zu schweben scheint. Drüber, drunter und mittendrin verschmilzt sie mit ihm zu einer Einheit.
Im Piesberger Gesellschaftshaus haben die Künstler von Platzregen ihre neue Schau geprobt, zu der auch Esther Buser am Akkordeon sowie Mechthild und Annemarie Huber als hühnerverrückte Schwestern gehören. Mit dem Auftritt bedanken sich die Straßenkünstler bei dem Veranstaltungszentrum für Organisation und Wohlbefinden. Sonst hätte der Abend das Budget des Hauses gesprengt.
Weil alle aus der Truppe auch andere Projekte haben, können sie nur zehnmal im Jahr gemeinsam auftreten. Glücklich ist, wer am Sonntag dabei war. Nachdem die Künstler ihr Publikum in die laue Frühlingsnacht entlassen haben, schmunzelt mancher Besucher noch lange nach. Für alle anderen gibt es ein wenig Trost: Im Herbst kommt Platzregen vielleicht wieder an den Piesberg.

Bildtexte:
Im Luftwürfel sorgt Hausmeister Fidde für Erheiterung.
Besiegt die Schwerkraft: der Jongleur und Komiker Ben Smalls.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Marie-Luise Braun


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