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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hetze gegen Rabenvögel
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Krähen länger an den Kragen Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Osnabrück-Land″ (Ausgabe vom 16. April).
„[. . .] Permanent nimmt [die Jägerschaft] Rabenkrähen und auch Elstern ins Visier [. . .]. Sie sollen angeblich eine Gefahr für Singvögel darstellen, weil sie deren Nester plündern, so die Grünröcke. Nun ist aber das Ausrauben (Prädation) von Nestern in der freien Natur ein ganz normaler Vorgang, der tagtäglich millionenfach passiert.
Nahezu alle Raubsäuger, auch Ratten, Igel und Eichhörnchen, plündern Vogelgelege und fressen bevorzugt die Eier. Kein Jäger käme jedoch auf die Idee, stachelige Igel oder possierliche Eichhörnchen zu schießen. Denen wird das Ausrauben von Singvogelnestern zugestanden, den klugen Rabenkrähen jedoch nicht. Hierzu ein Beispiel: Bekanntlich leiden Amseln sehr stark unter der Prädation von Eiern und Nestlingen.
In der Regel verliert dadurch jedes Amselpärchen mehrmals im Jahr seine Brut und muss viele Ersatzgelege produzieren. Trotzdem ist die Amsel bei uns an vielen Stellen der häufigste Vogel, und eine Bestandsabnahme ist nicht zu erkennen. Die Prädation von Nestern ist ein Naturgesetz und dient den Nesträubern neben der eigenen Ernährung auch dazu, ihren Nachwuchs hochzubekommen, und stabilisiert überdies manche Ökosysteme. Die Natur stört das nicht, sie kommt damit bestens klar. [. . .] Auch geht von den Rabenkrähen keine Gefahr für das sogenannte Niederwild aus, wie die Hobbyjäger immer wieder betonen.
Die intensive Landwirtschaft, der Pestizideinsatz, die Zersiedlung der Naturräume und der Straßenverkehr sind da Gefahrenquellen von ganz anderem Kaliber. Das sind die echten Profis in Sachen Populationsdynamik. Dagegen sind Rabenkrähen doch nur harmlose Stümper. Wenn Jäger nun ein Herz für bedrohte Niederwildarten haben, dann fragt man sich, warum in Deutschland immer noch Rote-Liste-Arten′ wie auch die hochgradig bedrohten Rebhühner und Waldschnepfen geschossen werden. [. . .]
Will man die dynamischen ökologischen Wechselbeziehungen im Räuber-Beute-System verstehen, bedarf es eines langen Studiums. Eine pauschale, einseitig motivierte Hetze gegen Rabenvögel ist daher fehl am Platz.″
Autor:
Dr. Gerhard Kooiker


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