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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Investor plant 38 Wohnungen und 36 Häuser
 
Landwehrviertel: Investoren greifen zu
Zwischenüberschrift:
Zweites von elf Teilstücken geht an Delta Bau AG – Nahversorger steht fest
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das Landwehrviertel, größtes Baugebiet in Osnabrück seit dem Krieg, nimmt weiter Form an. Mit der Delta Bau AG hat ein Bauträger aus Hannover das zweite von insgesamt elf Teilstücken auf dem 37 Hektar großen früheren Kasernengelände in Atter gekauft. Das Unternehmen plant nach Angaben der Stadt drei Mehrfamilienhäuser mit 38 Wohnungen sowie 36 Reihen- und Doppelhäuser. Mit dem Bau solle 2018 begonnen werden.

Für die anstehende Vermarktung der übrigen Teilbereiche erwägt die städtische Esos GmbH als Eigentümerin, die Grundstücksgrößen zu verringern. Auf diese Weise soll auch dem regionalen Mittelstand die Möglichkeit gegeben werden, sich an der Entwicklung zu beteiligen. Bislang sei dies an zu hohen Investitionskosten gescheitert, sagte Esos-Geschäftsführer Christoph Hüls.

Die Entwicklung des Osnabrücker Landwehrviertels zum größten Neubaugebiet der Stadt schreitet voran. Das zweite von insgesamt elf Teilstücken, die das 37-Hektar-Gelände in Atter gliedern, hat sich ein Bauträger aus Hannover gesichert. Auch der künftige Nahversorger für die Gegend steht bereits fest.

Osnabrück. Wie die Stadt Osnabrück mitteilt, habe Ende Januar die Delta Bau AG den Zuschlag für ein 12 500 Quadratmeter großes Areal im Nordwesten der ehemaligen Kaserne erhalten. Das Unternehmen plant den Angaben zufolge im sogenannten Teilbereich A des Landwehrviertels die Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern mit 38 Wohnungen (Gesamtwohnfläche 3000 Quadratmeter). Hinzu kommen 36 Reihen- und Doppelhäuser, die zwischen 120 und 165 Quadratmeter Platz bieten. Mit dem Bau solle noch in diesem Jahr begonnen werden, heißt es.

Zum Kaufpreis des Grundstücks macht die Stadt Osnabrück keine Angaben. Er dürfte aber mehrere Millionen Euro betragen. Nach Informationen unserer Redaktion lag das geforderte Mindestgebot hier bei 200 Euro pro Quadratmeter. Eigentümerin des gesamten Geländes ist die Esos Energieservice Osnabrück GmbH, eine 100-prozentige Stadtwerketochter.

Wir freuen uns, mit der Delta Bau AG einen weiteren renommierten und kompetenten Partner für die Weiterentwicklung des Landwehrviertels gefunden zu haben″, zitiert das Presseamt in seiner Mitteilung Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Das von Delta vorgelegte Konzept habe in dem knapp einjährigen Vergabeverfahren überzeugt. Für den Investor selbst spielen auch strategische Überlegungen eine Rolle. Vorstandsvorsitzender Dirk Streicher: Die Entwicklung des Grundstücks im Osnabrücker Landwehrviertel ist ein weiterer, wichtiger Baustein zur Expansion unserer Unternehmenstätigkeit im norddeutschen Raum.″ In der Tat finden sich unter den von Delta im Internet veröffentlichten Referenzen bislang ausschließlich Wohnimmobilien in Hannover.

Bezahlbare Wohnungen

Wie die Häuser im Teilbereich A genau aussehen sollen, will der Bauträger zu einem späteren Zeitpunkt verkünden. Entwürfe seien noch in der Vorbereitung, heißt es auf Nachfrage. Fest steht: Die energetisch im KfW-55-Standard geplanten Baukörper gruppieren sich um einen Quartiersplatz mit verschiedenen Spiel- und Ruhezonen. Zudem entsprechen wir den Vorgaben von Stadt und Esos, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen″, so Streicher. Das Angebot umfasse preisgebundene Mietwohnungen und ermögliche zudem unterschiedliche Wohnformen etwa für Familien, Senioren und Behinderte.

Teilbereich A ist bereits das zweite Teilstück, das die Esos an einen Bauträger verkauft hat. Anfang 2017 griff zunächst die BPD Immobilienentwicklung GmbH aus Frankfurt zu. Sie bekam den Auftrag zur Bebauung einer 18 000 Quadratmeter großen Fläche am Ostrand des Landwehrviertels (Teilbereich E). Vorgesehen sind an dieser Stelle fünf Mehrfamilienhäuser mit zusammen 110 Wohnungen, außerdem 37 Reihenhäuser. Die Vermarktung der Objekte soll in Kürze starten. Dem Vernehmen nach gibt es schon mehrere Hundert Anfragen. Läuft alles wie geplant, können spätestens Anfang 2020 die ersten Bewohner einziehen.

Derweil setzt die Esos ihre Bemühungen fort, die verbleibenden Freiflächen im Landwehrviertel zu veräußern. Kaufverträge für die Teilbereiche C (23 130 Quadratmeter, mindestens 117 Wohnungen) und QM West (15 373 Quadratmeter, mindestens 100 Wohnungen) sollen bis zum Herbst fix sein, erklärt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender und Esos-Geschäftsführer Christoph Hüls. Bereits gefallen sei die Entscheidung darüber, welcher Nahversorger sich in einem 9000 Quadratmeter großen Sondergebiet im Südosten des Landwehrviertels ansiedeln wird. Den Namen werden wir noch im ersten Quartal bekannt geben können.″

Verringerte Losgrößen

Verfahren zur Vermarktung für sechs weitere Teilbereiche (B, D, F, G, H und QM Nord-Ost) sollen ab Mitte 2018 starten. Laut Hüls werde überlegt, dafür vom bisherigen Ansatz abzuweichen und die mitunter riesigen Flächen kleinteilig anzubieten. Verringerte Losgrößen versprechen eine größere Vielfalt und geben auch dem regionalen Mittelstand die Chance, sich zu beteiligen.″ Denn bei Investitionskosten von einigen Zehnmillionen Euro pro Teilstück sei die Entwicklung des Landwehrviertels bislang eher ein Geschäft fürs Großkapital gewesen.

Mehr über das größte Baugebiet in Osnabrück und den städtischen Wohnungsmarkt lesen Sie im Internet auf noz.de/ immo-os

Bildtext:
Auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Landwehrstraße entsteht Osnabrücks größtes Neubaugebiet. Auf 37 Hektar bietet es Platz für 800 Wohnungen.
Foto:
Gert Westdörp

Kommentar
Ein Stück vom Kuchen für die Kleinen

Wer viel Geld in ein Geschäft steckt, will auch viel daran verdienen und zwar so schnell wie möglich. Das gilt erst recht auf dem von Bauträgern dominierten Immobilienmarkt, mithin also auch für das Osnabrücker Landwehrviertel, dem größten Baugebiet der Stadt. 800 Wohnungen sollen dort in den nächsten Jahren entstehen. Doch bislang lockt das Megaprojekt vor allem finanzstarke Investoren an. Firmen, die sich die riesigen Teilbereiche samt ihrer Bebauung locker leisten können. Unternehmen mit weniger Kapital bekommen dagegen vom Kuchen kaum etwas ab. Dabei gibt es davon gerade im örtlichen Mittelstand viele. Die städtische Vermarktungsgesellschaft Esos handelt deshalb klug, wenn sie die Vergabeverfahren den Belangen kleiner Bieter anpasst und Losgrößen verringert. Das gäbe der heimischen Wirtschaft die Chance, sich ebenso rentabel wie verantwortlich an der Entwicklung ihrer Stadt, ihrer Region zu beteiligen. Und würde dazu beitragen, spätere Wohnungsleerstände im Landwehrviertel zu verhindern.
Autor:
Sebastian Stricker


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