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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Leerstehende Gebäude bleiben ungenutzt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bürgergemeinschaft entwickelt neue Initiative - Was soll das Universitäts-Verfügungszentrum auf dem Westerberg? - Neun Fragen an 20 Ratsherren

Bürger und Wähler fragen ihre Ratsherren. Unter diesem Motto wendet sich die Bürgergemeinschaft Caprivistraße - Albrechtstraße im Namen der Anlieger der Straßen Caprivistraße, Albrechtstraße, Reimerdesstraße, Agnes-Schoeller-Straße, Offenbachstraße, Dunantstraße und An der Muesenburg mit neun Fragen zur Bebauung des Westerbergs an " ihre" Ratsherren. Das öffentliche Schreiben hat folgenden Wortlaut:
" Mit der 53. Änderung des Flächennutzungsplanes will die Stadt Osnabrück einen weiteren Teil des unter Landschaftsschutz gestellten Westerberges ` von Landwirtschaftsfläche in Gemeinbedarfsfläche umwandeln`. Darauf soll dann das allgemeine Verfügungszentrum (!) der neuen Universität gebaut werden. Das besagt die zugleich geplante Änderung des Bebauungsplanes Nr. 153. Der Bürgerverein Nordwest hat dagegen Einspruch erhoben und alle Mitbürger aufgefordert, bei der Stadtverwaltung Gleiches zu tun.
Bürger und Wähler fragen heute ihre für den westlichen Stadtteil gewählten Ratsherren Walter Browski, Dr. Hans-Achim Castan" ...
1. Frage: Das allgemeine Verfügungszentrum mit geplantem Parkhaus kann bis zum erwünschten Vorlesungsbeginn im Herbst 1972 nicht bezugsfertig erstellt werden. Hörsäle soll es ohnehin nicht erhalten. Warum setzen Sie sich nicht dafür ein, den Vorlesungsbeginn wirklich dadurch einzuhalten, daß vorhandene Gebäude im Stadtgebiet als Verfügungszentrum und zugleich für Vorlesungszwecke verwandt werden? - so das leerstehende Mädchengymnasium am Wall, die freiwerdenden Baulichkeiten der Kromschröder AG, der Gebäudekomplex der Firma Wilhelm Koch KG, das großzügige Marquardt-Center mit seiner vorbildlichen Parkfläche usw.
2. Frage: Sollten nicht die immensen Investitionskosten, die allein das allgemeine Verfügungszentrum verschlingen wird, gespart werden können, um vorhandene Gebäudekosten günstiger nutzen und mit Sachverstand und Gründlichkeit eine Gesamtplanung der Universität aufstellen zu können?
Sollte nicht wenigstens zunächst der Mikrostandort der Universität ermittelt werden, bevor unnötiges Geld an   offensichtlich falscher Stelle verbaut wird?
3. Frage: Die für das allgemeine Verfügungszentrum auf dem Westerberg jetzt vorgesehene Fläche ist seit vielen Jahren Landschaftsschutzgebiet. Ist es nicht heute mehr denn je erforderlich, dem Bürger und der Stadt Osnabrück die ` Grüne Lunge` zu erhalten, wo doch die schädlichen Umwelteinflüsse durch zunehmende Industrialisierung und Verstädterung immer mehr der Gesundheit der Bürger Schaden zufügt? Sollte nicht die Landeshauptstadt Hannover Vorbild sein, die nicht im entferntesten daran gedacht hat, die neuen Universitätsbaulichkeiten etwa im Stadtwald Eilenriede zu errichten?
4. Frage: Kann nicht das allgemeine Verfügungszentrum als bauliches Anhängsel der Ingenieurakademie ohnehin nur Stückwerk einer Universitätsgründung bleiben, wenn Sie bedenken, daß der Westerberg niemals ausreichen kann, eine integrierte Gesamthochschule fortschrittlicher Konzeption zu beherbergen? Denn schon für ein neues Stadtkrankenhaus reichte nach Ihrer Ansicht das vorgesehene Gelände auf dem Westerberg nicht aus!
5. Frage: Warum lassen Sie zu, daß sich die Stadt Osnabrück die allein ihr zustehende Planungshoheit für eine geordnete, städtebauliche Entwicklung, zu der die Standortbestimmung der Universität gehört, durch den Gründungsausschuß und das Land Niedersachsen aus der Hand nehmen läßt? Warum bleibt die Stadt Osnabrück nicht bei ihrem Planungsvorhaben, die neue Universität in Atter zu errichten?
6. Frage: Meinen Sie nicht auch, daß alles für den Standort Atter spricht? So die stadtzentrumsnahe Entfernung von nur rd. 4000 m; die hervorragende verkehrliche Erschließung durch Autobahn, Bundesstraße 65, Autobahnzubringer Osnabrück-Hafen und westliche Umgehungsstraße; die dann mögliche Einbeziehung des nahe geplanten Stadtkrankenhauses am Finkenhügel; die einmalige Chance, in dieser Hauptausdehnungsrichtung einer für die Stadt Osnabrück noch möglichen Wohnraumbebauung die Wohngebiete Hellern im Süden und Atter/ Eversburg im Norden in   eine integrierte und gesellschaftsbezogen zu errichtende Gesamthochschule einzubeziehen. Warum ergreifen Sie nicht   diese städtebaulich und hochschulpolitisch einmalige Chance,   die Universität als einen neuen Stadtteil zu konzipieren, in   dem Hochschule, Wohngebiete, Dienstleistungsbetriebe, Freizeiteinrichtungen und Studentenwohnheime eine enge   Verbindung eingehen? Warum folgen Sie nicht den guten   Beispielen der Universität in Oldenburg, Bremen, Hamburg und   unserer Partnerstadt Angers, die gleiche Wege beschreiten?
7. Frage: Alle Teile der Bevölkerung sollen eine gleiche Bildungschance erhalten. Diesem Leitziel soll eine fortschrittliche Gesamthochschule dienen, in der ein System aller Berufsausbildungsmöglichkeiten des tertiären Bildungswesens einheitlich strukturiert wird. Soll aber dieses Ziel und ein gesellschaftsbezogenes Studium erreicht werden, muß es sich um eine integrierte Gesamthochschule handeln. Dieses verwirklichen zu können, hängt von der räumlichen Integrationsfähigkeit ihrer Teile ab. Einer solchen Integrationsfähigkeit aber ist der in Aussicht genommene Universitätsstandort in Atter in hervorragender Weise fähig.
Meinen sie nicht auch, daß nur so die Bildungschancen in der Region Osnabrück in fortschrittlicher Weise vergrößert und optimal verwirklicht werden können? Oder wollen Sie eine konzeptionslose Stückwerksgründung der Universität zulassen, die Platz greift, wenn man von einem allgemeinen Verfügungszentrum als Anhängsel der Ingenieurschule und von Um- und Anbauten der Pädagogischen Hochschule im Schloßgarten hört? Wollen Sie so verhindern, daß die Universität bei einer derartigen Zersplitterung gehindert wird, ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabe einer fortschrittlichen, weiterbildenden Veränderung der Gesellschaft nachzukommen?
8. Frage: Meinen Sie nicht auch, daß der dazu hervorragend geeignete Standort Atter unter dem Schlagwort ` Kampus-Universität` von einer Minderheit bewußt abgewertet wird? Können Sie ausschließen, daß das allgemeine Verfügungszentrum der Universität auf dem verfehlten Standort Westerberg nur geplant wird, um damit den Wünschen einiger weniger nachzugeben?
9. Frage: Halten Sie es trotz alledem für richtig, das allgemeine Verfügungszentrum auf dem Westerberg zu errichten, obwohl alles gegen diesen Mikrostandort der neuen Universität spricht?"


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