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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wenn junge Ideen auf alte Vorgaben treffen
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Studenten planen Gewerbegebiet
Artikel:
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Originaltext:
Am Ende eines hochschulinternen Ideenwettbewerbs konnten die jungen Teilnehmer einen Blick auf die Realität werfen: Ihnen wurde der Entwurf für das Gewerbegebiet am Eselspatt in Hellern vorgelegt, wie er wahrscheinlich realisiert wird.

Osnabrück. Mit den Vorstellungen der Nachwuchsingenieure hatte das nur wenig zu tun. Dementsprechend nüchtern fiel der Kommentar eines Studenten aus: Das ist traurig.″

Der Verband beratender Ingenieure (VBI) hatte die Studenten der Fachbereiche Management im Landschaftsbau und Baubetriebswirtschaft in Zusammenarbeit mit deren Hochschullehrern Martin Thieme-Hack und Elke Hornoff aufgerufen, sich an einem Ideenwettbewerb für einen Bebauungsplan für das geplante Gewerbegebiet Eselspatt an der A 30 in Hellern zu beteiligen. Sechs Gruppen stellten sich am Ende der Bewertung einer Jury, die unter anderem besetzt war mit Berthold Uphoff und Hans Tovar beide (VBI) sowie mit Thomas Echterhoff, der als Projektentwickler des Gewerbegebiets fungiert.

Was die Juroren zu sehen bekamen, war in seiner Gesamtheit durchaus preiswürdig und hob sich wohltuend von den doch oftmals eher standardisiert wirkenden Entwürfen ab, die am Ende solcher Ideenwettbewerbe in die Tat umgesetzt werden. Optisch wohl mit der auffälligste Entwurf präsentierte zum Beispiel eine Gestaltung der Wegebeziehungen in dem Gebiet in Form des Osnabrücker Rades mit einem zentralen Platz in der Mitte.

Letztendlich als Gewinner und mit einem Scheck über 1500 Euro ging der Entwurf der von Elke Hornoff, Norbert Hermes, Josefin Naumann, Hannes Venneklaas, Lukas Kötter, Lukas Horn und Matthias Alferink aus dem Wettbewerb hervor. Green Line Hellern Businesspark & Gewerbegebiet am Eselspatt″ haben die Studenten ihren Entwurf überschrieben. Zwei Regenrückhaltebecken, verbunden durch einen mit viel Grün begleiteten Wasserlauf, bilden den optischen Hingucker des Plans.

Dies ist ein Entwurf, bei dem wir für jedes Kriterium eine glatte Eins vergeben können″, begründete Uphoff den ersten Ranglistenplatz für Green Line. Er attestierte dem Entwurf eine hervorragende Gliederung″, eine systematische Analyse″ sowie eine stringente und nachvollziehbare Entwicklung der Ideen, die von einer kurzen Darstellung der Alternativen begleitet werde. Gleichwohl sei fraglich, ob sich ein solcher Entwurf in Osnabrück umsetzen lasse. Aber, so machte Uphoff den angehenden Ingenieuren Mut, irgendwann ist sicherlich auch Osnabrück so weit, dass Konzepte wie dieses hier realisiert werden können″.

Zwar laufen die studentischen Arbeiten außerhalb der Konkurrenz, gleichwohl zeigte das gemeinsame Projekt der Hochschule und des VBI, wie viel Potenzial in der nachwachsenden Generation steckt. Für die Studierenden war die Teilnahme mehr als eine reine Fingerübung. Aufgezogen wie ein echter Ideenwettbewerb, wie sie unter anderem von Kommunen vielfach durchgeführt werden, bot die Teilnahme eine praxisnahe Erfahrung bis hin zur Vorstellung der Entwürfe vor einer Jury. Dass dabei am Ende auch noch ein Preisgeld lockte, dürfte als angenehmer Nebeneffekt die studentische Partiekasse gefüllt haben.

Und so gab es dann schon bei der Vorstellung der sechs Pläne reichlich praktische Tipps von den Fachleuten mit auf den Weg in die berufliche Zukunft. Wichtig ist ein vorstands- und kindergartensicheres Managementsummery″, schrieb Echterhoff den jungen Leuten ins Zeugnis. Der Bürgermeister muss auf dem Weg in die Ratssitzung eine Zusammenfassung Ihres Entwurfs lesen und verstehen können″, meinte Echterhoff schmunzelnd. Gerade die Entscheider wollten sich nicht erst durch ein ganzes Buch quälen, bevor sie wüssten, worum es geht. Und: Wer suchen muss, wird schnell genervt.″ Soll heißen: Alle notwendigen Daten sollten gut sortiert und übersichtlich präsentiert werden.

Fazit: In den Studierenden steckt ein Ideenschatz, der gehoben werden will. Alle vorgestellten Arbeiten verdienen Lob und Anerkennung, und alle hätten aufgrund ihrer ausgetretene Pfade verlassenden Ansätze eine Umsetzung verdient. Auch wenn Uphoff, Tovar und Echterhoff einräumen mussten, dass die Zeit für diese mutigen Entwürfe wohl noch nicht reif ist, verliehen sie gleichwohl ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Wettbewerbsteilnehmer in ihrem späteren Berufsleben weiter versuchen werden, ihre Ideen Realität werden zu lassen.

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Bildtexte:
So stellt sich die Gruppe Green Line Hellern″ die Gestaltung des Gewerbegebietes am Eselspatt im Stadtteil Hellern vor. Kommen wird es anders.Entwürfe: Elke Hornoff, Norbert Hermes, Josefin Naumann, Hannes Venneklaas, Lukas Kötter, Lukas Horn und Matthias Alferink
An Grün sollte es beim Entwurf von Green Line Hellern nicht scheitern. Er bietet viel Platz für Bäume und Grünflächen zwischen den Gebäuden.
Die Sieger bei der Preisvergabe (v.l.): Hans Tovar, Lukas Kötter, Lukas Horn, Josefin Naumann, Matthias Alferink und Berthold Uphoff.
Foto:
Elvira Parton
Autor:
Dietmar Kröger


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