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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Wolf auf dem Grünkohl-Thron
Zwischenüberschrift:
Wie König Fritz III. dem größten Männerstammtisch Europas zeichnerisch den Spiegel vorhielt
Artikel:
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Originaltext:
1999 erwählte″ der Verkehrsverein (VVO) den Karikaturisten Fritz Wolf als Nachfolger von Bischof Franz-Josef Bode zum neuen Osnabrücker Grünkohlkönig. Statt einer humorvollen Rede richtete sich der Regent bei der Osnabrücker Mahlzeit am 5. Februar mit Karikaturen an sein Grünkohlvolk″.

Osnabrück. Ich bin ein Osnabrücker! Mit diesem Bekenntnis überzeugte König Fritz III. seine neuen Untertanen beim größten Männerstammtisch Europas″, wie die 1954 erstmals ausgetragene Osnabrücker Mahlzeit gerne genannt wird, von ungeahnten Führungsqualitäten: Freilich augenzwinkernd und angelehnt an die bedeutende Rede, die US-Präsident John F. Kennedy 1963 bei seinem Berlin-Besuch vor dem Schöneberger Rathaus gehalten hatte.

Immerhin konnte der in Mülheim an der Ruhr geborene Wolf im Jahr der Königskür sein goldenes Hasestadt-Jubliäum″ begehen, denn von 1949 bis 2001 stand er hier in Diensten des Neuen Tageblatts″, der Neuen Tagespost″ und schließlich der Neuen Osnabrücker Zeitung″.

In Erinnerung an alte Familienfotos der Familie Wolf zeichnete sich der Karikaturist auf dem Titelbild seiner Präsentation selbst mit tropfender Feder in der Hand sowie in einen Matrosenanzug gekleidet, wie er in den 1920er- und 1930er-Jahren für Kinder modern gewesen war.

Wolf zum Anstecken

Dieses Motiv hatte der vorausschauende VVO-Geschäftsführer Gerrit Nüßmeier als Anstecknadel fürs Revers geordert, sodass das Grünkohlvolk seinem neuen Regenten sogar augenfällig huldigen konnte.

Per Diashow ließ dieser 30 weitere kolorierte Szenen folgen, die dem Wesen des Osnabrückers″ nachspürten: ob als Teilnehmer der Schlacht im Teutoburger Wald, als Modemuffel, als schwächelnde Sportskanone, als gehörnter Jäger, als abwurfgefährdeter Reiter, als müder Wanderer, als Kulturbanause oder als Partyschreck.

Einen zeichnerischen Kommentar zu den Freuden des Grünkohls verkniff er sich jedoch. Stattdessen ließ er mit der Schlusszeichnung der Folge drei trinkfreudige Herren am Stammtisch seiner Lieblingskneipe Olle use″ kräftig per Osnabrücker Gedeck mit Korn und Pils in Stimmung geraten und fügte selbst mit erhobenem Glas ein kräftiges Munter bleiben″ hinzu.

Bildungsbürger?

Besonders humorvoll hatte Fritz Wolf zuvor mögliche Bildungslücken des Osnabrückers″ enttarnt: Auf die bei einem guten Glas Rotwein gestellte Frage nach Goethes Drama Torquato Tasso″ kennt dieser beim Gespräch in der Gaststätte nur eine mögliche Antwort: Bestell mal zwei!

Seinen Abschied vom Thron zelebrierte Fritz III. ein Jahr später erneut mit dem Zeichenstift, indem er seine Regentschaft in neuen Bildern unter dem Motto Als ich König war …″ Revue passieren ließ.

Zur Person: Hermann III. (Queckenstedt) war Osnabrücker Grünkohlkönig 2016. Er ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Serie: 100 Jahre Fritz Wolf im Spiegel seiner Karikaturen

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauszeichner Fritz Wolf (1918– 2001) anlässlich seines 100. Geburtstags am 7. Mai eine Karikaturen-Serie mit seinen Arbeiten.

Die Fritz-Wolf-Gesellschaft wird am morgigen Freitag mit einem Stand bei der Osnabrücker Mahlzeit des Verkehrsvereins in der Stadthalle an ihren Namenspatron erinnern.

Die Königszeichnungen werden zudem vom 8. März an in der Sonderausstellung Er war ein Osnabrücker! im Diözesanmuseum Osnabrück zu sehen sein, die die Sicht des Karikaturisten auf die Region thematisiert.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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