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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Feste Müll-Größe
 
Familien müssen mehr Müll machen
Zwischenüberschrift:
Größere Tonnen vorgeschrieben
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Zwei Familien, die sich bisher eine 80 Liter fassende Mülltonne geteilt haben, erhalten künftig eine eigene, die jeweils 60 Liter fasst. Mit Hinweis auf ein Gesetz von 1998 hat die Stadt den Familien mitgeteilt, dass sie von 10 Liter Restabfall pro Mensch und Woche ausgeht.Dass die Familien zehn Jahre nach Urteilsverkündung davon informiert werden, erklärt der Abfallwirtschaftsbetrieb damit, dass das Gesetz nach und nach umgesetzt wird. Die größeren Tonnen kriegen wir nie voll″, sagen die Familien, die ihren Müll konsequent trennen.

Osnabrück. Zwei Familien, die sich bisher eine 80 Liter fassende Mülltonne geteilt haben, erhalten künftig je eine 60 Liter Tonne, die alle 14 Tage geleert wird. Der Grund: Die Stadt geht davon aus, dass ein Mensch wöchentlich 10 Liter Restabfall hinterlässt.
Die neue Tonne bekommen wir nie und nimmer voll″, sagt Andrea R. Schon der gemeinsame Restmüllbehälter sei auch nie bis an den Rand gefüllt worden. Wir trennen den Müll gründlich″, erklärt die Anwohnerin der Belmer Straße: Glas, Papier, Bio-Müll und Altkleider werden ordentlich aussortiert: Dann bleibt nicht mehr viel übrig.″
Stutzig machte sie vor allem eine Formulierung im Anschreiben des Abfallwirtschaftsbetriebes: Darin ist die Rede von einem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg aus dem Jahr 1998. Danach müssen die entsorgungspflichtigen Körperschaften″ (die Stadt) den Abfallerzeugern″ (ihren Bürgern) ein Restabfallbehältervolumen von mindestens 10 l pro Person und Woche zur Verfügung stellen″. Weniger sei nicht möglich.
Dass ein Urteil erst zehn Jahre später umgesetzt werde, machte Andrea R. misstrauisch: Nach der Tariferhöhung im öffentlichen Dienst müsse jetzt wohl Geld in die Kasse kommen. Schließlich solle die Familie künftig jährlich 82, 80 Euro statt bisher 54, 30 Euro zahlen.
Das sei ganz gewiss nicht der Grund, betont Marietta Klekamp-Lübbe, Leiterin der Abfallwirtschaftsbetriebes. Mit knapp 30 Euro jährlich seien kaum die durch den Tarifabschluss erwarteten Mehrkosten von 1, 5 Millionen Euro auszugleichen. Zudem sei die angeschriebene Familie vermutlich eine der letzten, für die eine Änderung greife.
Wir setzen das Urteil nach und nach um″, erläutert Klekamp-Lübbe. Hauptgeschäft sei die Abfuhr des Mülls: In der Verwaltung haben wir wenige Mitarbeiter.″ Die hätten auch keine Zeit zu kontrollieren, ob einzelne Familien weniger Müll produzierten. Wenn die Tonne nicht reiche, ist viel Platz in Natur und Landschaft″. Diese Erfahrung müsse die Stadt immer wieder machen.
Bei einer Berechnung von 10 Litern pro Person und Woche bleibe die Stadt noch an der unteren Grenze. Das Gesetz spreche lediglich von angemessenem Umfang″. Bei manchen Kommunen sind das 20 oder 15 Liter″, sagt die Werksleiterin.
Eine Möglichkeit für das späte Anschreiben der beiden Familien an der Belmer Straße könne auch sein, dass sich die Zahl der dort wohnenden Personen verändert habe. Das sei in der Tat der Fall, berichtet Andrea R. 1995, als beide Familien auf eine gemeinsame Mülltonne umgestellt hatten, sei der Müll von acht Personen gesammelt worden. Heute seien es nur noch sechs.

Bildtext:
Zehn Liter Restmüll schreibt die Stadt jedem Bürger in der Woche zu. Danach wird die Größe der Tonnen berechnet auch wenn tatsächlich weniger Abfall anfällt.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Ulrike Schmidt


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