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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ist E-Mobilität eine saubere Sache?
Zwischenüberschrift:
Vermeidung direkter CO2-Emission während des Betriebs – Batterien benötigen aber seltene Metalle
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Bei der Herstellung fängt es doch an: Im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren fallen bei der Produktion von Elektroautos 60 Prozent mehr CO2-Emissionen an. Das steht zumindest in einer Studie, die das Fraunhofer-Institut für Bauphysik im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums verfasst hat. Und wie sieht es beim Einsatz des E-Mobils aus?

Die Ökobilanzierung von Produkten und Prozessen ist eine komplexe Angelegenheit, bei der viele Aspekte berücksichtigt werden müssen. Dies fängt beim Herstellungsprozess an und endet bei der Entsorgung, es muss also der gesamte Lebenszyklus″ des Produkts erfasst werden. Hierzu gibt es zwei in 2016 veröffentlichte Studien: eine im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und eine im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA).

Beide Studien kommen zu dem Schluss, dass sich bereits mit heutigen Fahrzeugen eine neutrale bis positive CO2-Bilanz während der (teils extrapolierten) Gesamtlebensdauer der Fahrzeuge erzielen lässt. Die BMVI-Studie ist dabei eng an der gegenwärtigen Praxis orientiert, was schon zu genaueren Erkenntnissen über den tatsächlichen Verbrauch geführt hat.

Die UBA-Studie untersucht zudem Szenarien für mögliche Verbesserungen, wie sie für eine sich entwickelnde Massentechnologie zu erwarten sind.

Elektromobile glänzen vor allem durch die Vermeidung direkter CO2-Emission während ihres Betriebs und durch den insgesamt geringeren Energiebedarf. Zwar benötigt die Herstellung von Elektromobilen mehr Komponenten, sodass hier mehr CO2 emittiert wird, dies wird aber über den Lebenszyklus wieder wettgemacht sogar noch schneller für Plug-in Hybride. Betrachtet man also nur die CO2-Emissionen, so sind Elektrofahrzeuge bereits heute vorteilhaft. Der zu erwartende größere Anteil an Ökostrom wird dies in Zukunft noch verstärken.

Für eine vollständige Ökobilanz gibt es aber noch weitere Gesichtspunkte, wonach die nötigen Zusatzkomponenten doch problematisch sind. Vor allem die Batterien benötigen seltene Metalle, die sehr negativ in die Bilanz eingehen. Und sie brauchen schlicht mehr Stahlmasse zur Halterung der Batteriezellen. Die Stahlproduktion ist aber derzeit notorisch ökoschädlich″.

Der Rohstoffmehrverbrauch, von der UBA-Studie sehr gründlich beleuchtet, führt unter anderem dazu, dass die totale Feinstaubbelastung von Elektromobilen derzeit größer als die von konventionellen Fahrzeugen ist. Nur entsteht der Feinstaub nicht auf der Straße.

Die Elektromobilität erscheint in der Summe in mancher Hinsicht eine saubere Sache″ zu sein, in anderer jedoch (noch) nicht. Daher betonen die Autoren der UBA-Studie auch, dass es eine ganze Reihe an politischen Handlungsfeldern gibt, um die Ökobilanz tatsächlich positiv werden zu lassen. Aus Sicht der Forschung steckt dabei das größte Verbesserungspotenzial offensichtlich in der Speichertechnologie. Für den Erfolg der Elektromobilität spielen neben der Ökobilanz natürlich noch andere Aspekte eine Rolle, wie etwa die Reichweite der Fahrzeuge und das Vorhandensein eines Aufladenetzes.

Beim 10. Osnabrücker Wissensforum im November 2017 haben 32 Professoren auf Einladung der NOZ″ und der Uni Leserfragen beantwortet. Alle Antworten werden in dieser Serie abgedruckt. Alle Beiträge sind als Video abrufbar auf uni-osnabrueck.de/ wissensforum.

Bildtext:
Wolfgang Harneit ist Professor für Experimentalphysik an der Universität Osnabrück.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Wolfgang Harneit


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