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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Friederike″ reißt Zehntausende Bäume um
Zwischenüberschrift:
Bezirksförstereien im Südkreis mit so viel Holzeinschlag wie sonst im ganzen Jahr – Weiter Gefahr im Wald
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Orkan Friederike″ hat nach Recherchen unserer Redaktion Zehntausende Bäume in der Region Osnabrück umgerissen. Die für Staatswald und Privatwald zuständigen Forstämter sprachen auf Anfrage von insgesamt rund 100 000 Kubikmeter Holz, die durch entwurzelte Bäume angefallen sind.

Osnabrück. Dabei können je nach Größe 0, 2 Kubikmeter bei kleinen und drei bis vier Kubikmeter bei großen und dicken Bäumen für die Holzernte verwertet werden. Der für den Privatwald verantwortliche Leiter des Forstamts Weser-Ems, Florian Stockmann, berichtet, dass am 18. Januar im Bereich des Privatwalds 70 000 bis 80 000 Kubikmeter Sturmholz im gesamten Landkreis gefallen sind. Das entspricht einem Fünftel des Jahreseinschlags im gesamten Forstamt Weser-Ems. Weil der Boden aufgeweicht war, wurden so viele Bäume entwurzelt″, erklärte Stockmann. Friederike″ wütete im Bereich seines Forstamts am stärksten im Landkreis Osnabrück. So wurden in unserer Region laut Stockmann 95 Prozent mehr Bäume umgerissen als im Emsland. Allerdings wirbelte Friederike″ auch im Landkreis unterschiedlich stark. Schwerpunktmäßig traf Friederike″ den Südkreis. Die größten Schäden beklagen die Bezirksförstereien Hüggel, Georgsmarienhütte, Hilter, Melle-Süd und Wittlage-Ost. Dort wurde laut Stockmann in wenigen Stunden so viel Holz eingeschlagen wie sonst im ganzen Jahr″.

Der Bezirksförster im Hüggel, Frank Berstermann, stellt fest, dass er dieses Jahr keine Bäume mehr fällen muss. Bis zum Sommer muss er vornehmlich in Hagen bis zur Landesgrenze Tausende Bäume aus den Wäldern holen. Es habe Flächenwürfe von Fichten gegeben. Der Orkan habe aber auch einzelne dicke Buchen, Eichen und Pappeln umgerissen.

Der für den Staatswald zuständige Forstamtsleiter in der Region Osnabrück, Ulrich Zeigermann, schätzt, dass Friederike″ insgesamt 20 000 bis 25 000 Kubikmeter Holz des Staatswalds im Landkreis eingeschlagen hat, was mehr als 10 000 Bäumen entspricht. Allerdings umfasst der Staatswald auch nur etwa ein Viertel und der Privatwald rund drei Viertel des Baumbestandes im Landkreis. Ursache für die vielen entwurzelten Bäume sind die sehr nassen Böden″, erläutert Zeigermann. Zu 95 Prozent ist bei uns Nadelholz betroffen, das dem Orkan einen Luftwiderstand wie ein Segel bot. Die Fichten wurzeln sehr flach, sodass sie weitestgehend mit Wurzel umgekippt sind.″ Im Dezember habe es doppelt so viel Niederschlag wie durchschnittlich gegeben. Wegen der nassen Böden sei es auch nicht möglich, mit Forstmaschinen in die Wälder zu fahren. Die größten Schäden verzeichnete Zeigermann im Teutoburger Wald im Bereich von Bad Iburg und Hilter-Hankenberge. Erste Priorität sei, die Wege frei zu schneiden, wo sich teilweise 30 bis 40 Bäume stapelten. Seiner Prognose nach wird die Aufarbeitung noch bis zum Sommer andauern. Die Aufforstung könne erst im Herbst beginnen. Wie viele Bäume neu gepflanzt werden müssten, sei noch nicht absehbar.

Die Forstämter raten weiterhin, auf Waldbesuche gerade im besonders betroffenen Südkreis zu verzichten. Zeigermann kritisiert: Auch quer liegenden Bäume halten manche Menschen nicht auf, in die Wälder reinzugehen.″ Forstamtsleiter Stockmann betont: Das Betreten der Wälder ist immer noch gefährlich, weil weiterhin abgebrochene Äste in den Baumkronen hängen, die unkontrolliert herunterfallen können.″ Zudem warnt er die Waldbauern davor, selbst mit der Kettensäge die Bäume zu fällen: Das Holz steht unter Spannung wie ein Flitzebogen. Wenn man an der falschen Stelle sägt, schleudert einem das Holz entgegen.″ Er bittet darum, sich an einen Förster zu wenden.

Der Absatz des Holzes stelle wegen der guten konjunkturellen Lage kein Problem dar. Stockmann glaubt auch nicht, dass der Holzpreis wegen größerer Holzmengen einbrechen wird. Grund ist offenbar, dass viele Bäume mit der Wurzel umgefallen sind und somit problemlos länger liegen bleiben können, ohne dass das Holz an Wert verliert.

Alles zu Friederike″ lesen Sie im Internet auf noz.de/ unwetter

Bildtext:
Orkan Friederike″ hat Zehntausende Bäume in der Region umgerissen. Die meisten davon wurden wegen der nassen Böden samt Wurzel umgerissen, nur wenige brachen wie dieser Baum im Hüggel in der Mitte durch.
Foto:
Carolin Hlawatsch
Autor:
Jean-Charles Fays


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