User Online: 1 | Timeout: 14:52Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mutter und Tochter überlebten Nazi-Terror nicht
Zwischenüberschrift:
„Stolpersteine″ in Osnabrück: In der Johannisstraße wird an Charlotte und Helga Seligmann erinnert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In der Johannisstraße 22 hat der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig zwei Stolpersteine″ verlegt. Mit ihnen wird Charlotte Seligmann und ihrer Tochter Helga gedacht, die beide den Terror der Nationalsozialisten nicht überlebten.
Charlotte Seligmann wurde mit dem Mädchennamen Czermin am 1. Juni 1902 geboren. Sie war verheiratet mit dem Juden Fritz Seligmann, führte also eine im Nationalsozialismus nicht geduldete und mit Repressalien belegte Mischehe. Die beiden hatten die gemeinsamen Kinder Werner und Helga.
Seit 1943 war Fritz Seligmann, der im Zivilberuf als Kapellmeister tätig war, im Zwangsarbeitslager Bielefeld festgesetzt. Infolge der Internierung bekam seine Frau nach und nach Wissen über die Zustände und die Haftbedingungen, die in diesem Lager herrschten.
Wie das städtische Büro für Friedenskultur mitteilte, das die meisten Dokumentationen für die Personen erstellte, an die mit den Stolpersteinen erinnert wird, hat Charlotte Seligmann Angehörigen anderer Inhaftierter davon erzählt. Sie wurde Opfer einer Denunziation und wurde ins Polizeigefängnis in der Turnerstraße gesperrt. Von dort aus deportierten die Nazis sie ins KZ Ravensbrück, wo sie ermordet wurde. Nähere Hinweise über die Todesursache und den Todestag sind nicht zu ermitteln.
Fritz Seligmann kam ins KZ Theresienstadt, überlebte den Nazi-Terror wie durch ein Wunder, zog später wieder nach Osnabrück und starb hier 1971. Auch der Sohn Werner hatte Glück und überstand die Kriegszeit.
Anders die Tochter Helga. Charlotte Seligmann bemühte sich angesichts ihrer bevorstehenden Deportation, die Kinder bei bekannten Familien unterzubringen″, las Helene Duckmann-Hoffmann vom Leitungsteam der kfd-Region Osnabrück während der Verlegung aus den Papieren vor. Die kfd sowie Sabine Ringhofer haben die Patenschaft für die beiden Stolpersteine″ übernommen.
Denn ein Unterschlupf wurde nur für den Sohn gefunden. Die Tochter der Seligmanns, geboren 1931, wurde in das Kinderheim am Schölerberg verlegt, wo sie während eines Bombenangriffs im Alter von 13 Jahren ums Leben kam.
Stolpersteine″:
In loser Folge stellen wir die neuen Gedenkorte in Osnabrück vor.

Bildtexte:
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Das Foto von 1916 zeigt Charlotte Seligmann (links) im Alter von 14 Jahren mit ihrer Mutter Martha Czermin, der jüngeren Schwester Elisabeth und den Brüdern Felix und Eugen.
Zwei seiner Stolpersteine″ verlegte der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig Ende März in der Johannisstraße vor dem Haus mit der Nummer 22 (zwischen Süsterstraße und Wall).
Foto:
Jörn Martens
Autor:
iza


Anfang der Liste Ende der Liste