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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Auch junge Wohnungslose lassen sich helfen
Zwischenüberschrift:
Punks suchen Kontakt zu den Sozialen Diensten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Kurz nach Mittag wird es voll in der Tageswohnung an der Bramscher Straße. Ein Besucher nach dem anderen kommt in den Raum, in dem die Tische fürs Mittagessen gedeckt sind. Es riecht nach gebackenem Fisch und Bratkartoffeln. Eine Portion kostet 1, 25 Euro.
Die Besucher schätzen dieses Angebot der Sozialen Dienste. Es richtet sich an Menschen, die wohnungslos sind oder es einmal waren. Ich könnte mir sonst kein Essen leisten″, sagt ein 47 Jahre alter Besucher. Vor rund einem Jahr hat er seinen Job in einer Gießerei und seine Wohnung verloren. Zurzeit lebt er bei Bekannten, aber das ist nicht für ewig. In der Tageswohnung bekommt er nicht nur zu essen. Er findet auch Ansprechpartner, die ihm weiterhelfen unter anderem bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Es tut gut, Gleichgesinnte zu treffen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen″, sagt der 47-Jährige.
Im vergangenen Jahr war er einer von 514 Menschen, die mehr oder weniger regelmäßig in die Tageswohnung kommen. Im Schnitt waren es täglich 52 Besucher. Im Vergleich zu 2006 ist dies ein leichter Anstieg″, berichtet Bernard Lienesch, Geschäftsführer der Sozialen Dienste, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2007. Träger dieser gemeinnützigen Gesellschaft ist der katholische Verein für Soziale Dienste in Osnabrück (SKM).
Essen und Kleidung
Die Mitarbeiter der Tageswohnung haben beobachtet, dass immer mehr junge Besucher kommen, die zwischen 18 und 27 Jahre alt sind. Im vergangenen Jahr waren es 66, was eine Steigerung von 40 Prozent bedeutet. Dazu gehört vor allem eine Gruppe junger Leute, die im vergangenen Jahr in Osnabrück für Aufregung und Diskussionen gesorgt hat: Punks. Sie erhalten in der Tageswohnung Essen, gebrauchte Kleidung und sie nehmen immer öfter konkrete Hilfe in Anspruch. Es entwickelt sich so ein Zugang zu ihnen, der deutlich macht, dass Veränderungen möglich sind″, sagt Thomas Kater, einer der beiden hauptamtlichen Sozialarbeiter in der Tageswohnung. Einige Punks waren in der Vergangenheit durch Alkoholgelage und Pöbeleien in der Innenstadt aufgefallen. Darüber hatten sich unter anderem die Einzelhändler beklagt.
Sozialarbeiter Kater stellt aber klar: Von heute auf morgen seien Veränderungen nicht zu erwarten. Diese jungen Frauen und Männer müssen intensiv persönlich unterstützt werden.″ Der SKM mit seinen Angeboten könne dies allein nicht bewältigen. Der Idealfall wäre, wenn junge Sozialarbeiter in die Szene gehen würden″, so Lienesch. Immerhin bietet die Tageswohnung eine Einstiegsmöglichkeit in umfassende Hilfe. Neben kostengünstigen Angeboten für Essen, Wäsche, Körperreinigung und gebrauchte Kleidung finden die Besucher dort die professionelle Unterstützung der beidenSozialarbeiter.
Motivation wecken
Sie wollen vor allem eines erreichen: Motivation wecken. Nur wer motiviert sei, könne seine Lebensumstände zum Positiven hin verändern, weiß Thomas Kater. Die Sozialen Dienste betreiben auch eine Fachberatungsstelle für wohnungslose Menschen. Diese ambulante Hilfe nutzten im vergangenen Jahr fast 280 Wohnungslose, etwa zehn Prozent weniger als 2006.
Eine vorübergehende Bleibe finden wohnungslose Menschen bei Bedarf auch in den stationären Einrichtungen des SKM: Männer im Laurentiushaus, Frauen im Hedwighaus.
Rund 40 Menschen, schätzt Bernhard Lienesch, übernachten in der Stadt hingegen regelmäßig im Freien oder in leerstehenden Gebäuden.
Autor:
jb


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