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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kein Fortschritt in der Schulentwicklung
Zwischenüberschrift:
CDU meldet im Fachausschuss weiteren Beratungsbedarf an
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück muss seine Schullandschaft weiterentwickeln. Wachsende Schülerzahlen, neue Schulformen, der Abschied vom Turboabi all dies sind Herausforderungen, denen sich Politik und Verwaltung stellen müssen. Mit einem Prüfauftrag wollte die Verwaltung nun einen ersten Schritt einleiten.

Osnabrück. Wir haben noch Beratungsbedarf.″ Mit diesen Worten bremste Brigitte Neumann (CDU) im Schulausschuss den Prüfauftrag zur Sek-I-Entwicklung aus, dessen Verabschiedung sich der Ausschussvorsitzende, Jens Martin (SPD), eigentlich als ein starkes Signal″ des Fachausschusses an den Rat gewünscht hatte.

Anders als vom Ausschussvorsitzenden erhofft und von den Zuschauern sowie wohl dem Großteil der Ausschussmitglieder erwartet, wird mit dem Verweis auf und in die Ratssitzung am Dienstag noch einmal eine Woche vergehen, bevor die Verwaltung loslegen und die ersten Weichen für die Schulentwicklung im Sekundarbereich I, aber auch für die Planungen der Neuen Schule als Neugründung aus der Schule an der Rolandsmauer, der Hauptschule Innenstadt und der Möser Realschule sowie die Gründung eines zusätzlichen Schulstandortes stellen kann. Ebenfalls verschoben ist die Frage der Umstellung vom Turboabi auf das Abitur nach 13 Jahren, die an drei städtischen Gymnasien durch den zusätzlichen Jahrgang erheblichen Bauaufwand nach sich ziehen wird.

Dabei fing die Sitzung recht locker an: Nachdem der Termin wegen Sturm Friederike von Donnerstag der Vorwoche auf den Dienstag verlegt worden war, bat Martin um möglichst zügige Diskussion der anstehenden Themen, weil er seinem Sohn versprochen habe, nach zwei Stunden wieder daheim zu sein, um dessen Geburtstag zu feiern. Mit ihren Unterschriften schickten die Sitzungsteilnehmer Martin Junior denn auch herzliche Geburtstagsglückwünsche.

Dann war der Spaß aber auch schon vorbei. Obwohl die Verwaltungsvorlage Ausfluss zweier Sitzungen des Arbeitskreises Schulentwicklung war, der hinter verschlossenen Türen unter anderem mit Vertretern aller Parteien, der Verwaltung und des Stadtelternrates die Inhalte des Prüfauftrages mit vorbereitet hatte, fehlten den Vertretern der CDU noch einige Konkretisierungen.

So wollte Neumann unter anderem die Schülerströme, die sich aus der Installation verschiedener Schulformen im Stadtgebiet ergeben, aufgeschlüsselt wissen. Außerdem stand für die CDU die Frage nach der Quotierung der Schüleraufnahmen an den Gesamtschulen im Raum, die sich für die Bereiche Gymnasium, Real- und Hauptschule laut Gesetz aus dem allgemeinen Wahlverhalten der Eltern für diese drei Schulformen ergeben. Die Zusicherung der Verwaltung, vertreten durch Dezernent Wolfgang Beckermann und Andrea Butke, sowie des Ausschussvorsitzenden, dass ebendiese Fragen ein wesentlicher Bestandteil des Prüfauftrags seien, vermochten den Beratungsbedarf der Christdemokraten nicht zu lindern. So musste am Ende ein sichtlich genervter Jens Martin den Gepflogenheiten des Rates gehorchend auf die Verabschiedung des Prüfauftrags verzichten.

Damit war auch Ludger Rasche vom Fachbereich Immobilien an diesem Dienstag ohne größeren Nutzen dem verdienten Feierabend ferngeblieben. Rasche war angetreten, um den Bedarf der Osnabrücker Gymnasien zu erläutern, der sich aus dem Wechsel von G8 zu G9 ergibt. Ab dem Schuljahr 2020/ 21 wird sich durch diese Reform ein zusätzlicher Jahrgang an den Gymnasien einfinden, der untergebracht werden muss. Zwar blitzte die von der Verwaltung zu diesem Thema vorbereitete Präsentation kurz an der Wand des Ratssitzungssaales auf, vorgestellt oder gar diskutiert wurde sie an diesem Abend nicht mehr. Gerade in diesem Punkt aber drängt die Zeit mittlerweile massiv, da Planung, Ausschreibung und Bau der erforderlichen zusätzlichen Klassenräume wohl kaum unter zwei Jahren zu realisieren sind.

Für die beiden Schulneugründungen sieht die Prüfvorlage der Verwaltung zwei Szenarien vor. Szenario 1: Gründung der Neuen Schule als Oberschule am Standort Innenstadt und Gründung einer zweiten IGS an einem neuen Standort bei gleichzeitigem Auslaufen der Felix-Nussbaum-Schule am Standort Sonnenhügel; Szenario 1a: Gründung Neue Schule/ Oberschule am Standort Innenstadt und Gründung einer Oberschule am Standort KKS bei wiederum gleichzeitigem Auslaufen der Felix-Nussbaum-Schule. Beweglich zeigten sich in dieser Diskussion die Grünen. Zwar betonten Birgit Strangmann und Thomas Klein, dass sie in der Innenstadt eine IGS bevorzugen würden, eine Oberschule mit integrierender Ausprägung würde von ihrer Fraktion aber auch unterstützt. Zumindest herrschte hier allgemeine Einigkeit, dass der von den drei Schulen für diesen Standort bereits ausgearbeitete Schulentwurf umgesetzt werden solle. Wo im Süden der Stadt eine zusätzliche Schule gebaut werden kann oder ob die ehemalige Käthe-Kollwitz-Schule als Standort reaktiviert wird, bleibt abzuwarten. An der Tatsache, dass an dieser Stelle eine zusätzliche Lehranstalt benötigt wird, ließ Beckermann mit Blick auf die wachsenden Schülerzahlen keinen Zweifel.

Nun ist es am Rat, in seiner Sitzung am Dienstag, 30. Januar, um 17 Uhr im Rathaus die Verwaltung auf die Reise in die Schulzukunft zu schicken.

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Bildtext:
Wird die Käthe-Kollwitz-Schule als Schulstandort reaktiviert?
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Zögern der CDU nicht nachvollziehbar

Ja, es ist guter Brauch in Osnabrück, den Beratungsbedarf einer Fraktion zu respektieren und eine Entscheidung mit Rücksicht darauf zu vertagen. Aber was bitte will die CDU bei diesem Prüfauftrag an die Verwaltung noch beraten?

Wohlgemerkt: Es handelt sich um den Auftrag an die Verwaltung zu prüfen, welche Maßnahmen einer sich verändernden Schullandschaft gerecht werden und wie sie zukunftsfähig gestaltet werden kann. Die Prüfung dient dazu, Vorschläge zu erarbeiten. Wann, wie und wo diese Prüfungsergebnisse umgesetzt werden, ist erst der nächste Schritt. Wenn aber schon ein Prüfauftrag so schwierig auf den Weg zu bringen ist, mag man sich gar nicht vorstellen, wie problembeladen dann die Umsetzung der Prüfergebnisse werden kann. Da hilft auch die mehrfache Beteuerung von Brigitte Neumann (CDU) nicht, dass ihre Fraktion unbedingten willens sei, in der Ratssitzung eine Entscheidung herbeizuführen.

Dass der Fachausschuss auch mit der Unterstützung eines eigens zum Thema Schulentwicklung gebildeten Arbeitskreises nicht in der Lage war, ein deutliches Votum abzugeben, ist ein Armutszeugnis. Vor allem mit Blick auf die jetzt schon seit Jahren geführte Diskussion um die Schulentwicklung gibt sich das Gremium so der Lächerlichkeit preis.

Dabei wiegt besonders schwer, dass die Zeit drängt. Ja, die Problematik ist verzwickt, weil vieles miteinander verwoben ist, aber es muss endlich eine Entscheidung her.

Kommt der Rat in seiner kommenden Sitzung nicht aus der Hüfte, ist zum Beispiel die pünktliche Fertigstellung der Klassenräume an den Gymnasien unwahrscheinlich. Dann gibt es Containerlösungen. An denen könnte dann der Schriftzug CDU″ prangen, als Hinweis auf den Verursacher dieses Elends.
Autor:
Dietmar Kröger


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