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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Rohrkrepierer″ für die Türkei
Zwischenüberschrift:
Warum Fritz Wolf das Thema Rüstung besonders kritisch sah
Artikel:
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Originaltext:
Deutsche Panzer für die Türkei? Der Osnabrücker Karikaturist Fritz Wolf hat 1999 mit einer Karikatur seinen persönlichen Lösungsvorschlag unterbreitet.

Osnabrück. Deutsche Rüstungsexporte waren Fritz Wolf ein ausgesprochener Dorn im Auge. Zwar hatte er als Militärzeichner in Norwegen und Russland selbst am Zweiten Weltkrieg teilgenommen, doch vor allem der Tod seiner Brüder Herbert, Johannes und Karl-Hermann in den letzten Kriegsjahren machte ihn und seine Mutter Wilhelmine zu Pazifisten.

Bereits Mitte der 1950er-Jahre zog er mit der Feder gegen die deutsche Wiederbewaffnung″ und die Gründung der Bundeswehr zu Felde und machte seither den Wunsch nach Frieden sowie seine Bedrohung zum Gegenstand vieler Zeichnungen.

Als Bundeskanzler Gerhard Schröder 1999 die Lieferung von Leopard-2-Panzern in die Türkei gegen den Widerstand seiner grünen Koalitionspartner durchzusetzen suchte, ersann er für die Neue Osnabrücker Zeitung″ zwei Karikaturen zum Thema.

Zunächst zeichnete er Außenminister Joschka Fischer und Umweltminister Jürgen Trittin, die sich unter dem Motto Mit letzter Konsequenz″ gegen einen Leo II stemmen. Aus dessen Einstiegsluke erwartet der Kanzler ebenso abfahrbereit wie grimmig die Zustimmung seiner grünen Koalitionäre, wobei Trittin mit den Worten einzulenken scheint: Wir können ja mitfahren, ohne gleich einzusteigen!

Einige Wochen später ließ Fritz Wolf den Kanzler seinem Außenminister einen Kompromissvorschlag unterbreiten: „… und wenn wir den Türken diesen liefern? Die Lösung à la Fritz Wolf: Das Abschussrohr des Panzers war kurzerhand durch einen Knoten blockiert.

Gut 17 Jahre nach dieser Kontroverse haben Panzerlieferungen in die Türkei eine neue, doppelte Brisanz erhalten. Zunächst erörterten Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu Anfang Januar bei ihrem Treffen in Goslar erneute Panzerlieferungen an den Bosporus. Derlei Überlegungen wurden in den letzten Tagen durch Fernsehbilder aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet konterkariert, die aus Deutschland gelieferte Leopard 2 offenbar auf dem Weg zum Einsatz gegen kurdische Milizen in Nordsyrien zeigen. Damit haben die beiden Zeichnungen Fritz Wolfs eine traurige Aktualität bekommen.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Fritz Wolf

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags am 7. Mai die Serie 100 Jahre Fritz Wolf im Spiegel seiner Karikaturen″. Die Fritz-Wolf-Gesellschaft plant darüber hinaus ab März im Diözesanmuseum unter dem Titel Ich bin ein Osnabrücker! eine Sonderausstellung mit Wolf-Karikaturen zu regionalen Themen. Wer über entsprechende Stücke verfügt, wird gebeten, sie für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Ansprechpartner ist Sebastian Scholtysek unter Tel. 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de.

Die Fritz-Wolf-Gesellschaft hat außerdem einen Fritz-Wolf-Jahreskalender 2018 herausgegeben, der in den Geschäftsstellen der Neuen Osnabrücker Zeitung″ und im Buchhandel erhältlich ist.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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