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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Groko im Regierungs-Ehebett?
Zwischenüberschrift:
Fritz Wolfs Karikatur von 1969 derzeit wieder aktuell
Artikel:
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Originaltext:
Groko oder nicht? Diese Frage gehört derzeit zu den meistgestellten in der Republik. Neu ist sie dagegen nicht, wie Fritz Wolfs Karikatur Die Betten kann ich auf jeden Fall schon mal beziehen″ vom 23. September 1969 belegt.

Osnabrück. Als vollkommene Mischehe″ hatte der Osnabrücker Karikaturist die Große Koalition zwischen 1966 und 1969 in einem Buch augenzwinkernd aufs Korn genommen und dabei wiederholt Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger (CDU) und seinen Außenminister und Vizekanzler Willy Brandt (SPD) vor den Traualtar treten lassen.

In ihre Regierungszeit fielen auch die Ereignisse des Jahres 1968, die die weitgehend unbewältigte NS-Vergangenheit sowie die Verkrustungen in Politik und Gesellschaft spiegelten.

In dieser Atmosphäre bot ein sozialliberales Regierungsbündnis eine befreiende Perspektive und wurde den hohen Erwartungen durch eine breit angelegte Reformpolitik auch gerecht. Entsprechende Hoffnungen hegte seinerzeit auch Fritz Wolf: Er stand nicht nur der SPD nahe, sondern hatte 1967 die lediglich 14 Ausgaben der linken Berliner Wochenzeitung Extra-Blatt″ mit gratis gelieferten Karikaturen unterstützt. 1969 trat er der sozialdemokratischen Partei bei und erhielt neben dem Parteibuch auch vom Unterbezirksgeschäftsführer den Hinweis, dass die Beiträge per Hauskassierung erhoben würden.

Die neue Regierung aus SPD und FDP kam auch deshalb zustande, weil die Liberalen den Sozialdemokraten Gustav Heinemann bei seiner knappen Wahl zum Bundespräsidenten unterstützt und so ihre Bereitschaft zur Neuorientierung signalisiert hatten. Zudem waren sie seit 1966 in den Ländern Regierungsbündnisse mit den Sozialdemokraten eingegangen insbesondere in Nordrhein-Westfalen.

Eine der Lieblingsfiguren Fritz Wolfs ist Hauptakteur beim Betten machen″ der sprichwörtliche deutsche Michel″ hatte als Wähler erst die beiden Optionen ermöglicht.

Um ein zweites Kinderbett ergänzt, wäre die Wolf′sche Bildidee aus dem Jahr 1969 auch auf die Jamaika-Gespräche zum Jahresausklang 2017 anwendbar als vielleicht reformfähigere Alternative zur Großen Koalition.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Serie: 100 Jahre Fritz Wolf im Spiegel seiner Karikaturen

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags am 7. Mai eine Karikaturen-Serie. Die Fritz-Wolf-Gesellschaft plant darüber hinaus ab März im Diözesanmuseum unter dem Titel Ich bin ein Osnabrücker! eine Sonderausstellung mit Karikaturen des Altmeisters zu regionalen Themen. Wer über entsprechende, vielleicht bislang unbekannte Stücke verfügt, ist aufgerufen, dies der Gesellschaft mitzuteilen und sie möglichst als Reproduktion oder sogar im Original für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Ansprechpartner ist Sebastian Scholtysek unter Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail an post@ Fritz-Wolf.de.

Derzeit ist zum Auftakt der Jubiläumsaktivitäten auf Averbecks Hof″ in Bad Iburg-Glane eine Sonderausstellung mit Karikaturen von Fritz Wolf und Gerhard Mester zu sehen.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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