User Online: 1 | Timeout: 11:32Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Es kommt Bewegung in die Schullandschaft
Zwischenüberschrift:
Ausschuss befasst sich am Donnerstag mit der Entwicklung der Sekundarstufe I
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Um in frenetischen Jubel auszubrechen, ist es sicherlich noch zu früh, aber ab Donnerstag könnte endlich Bewegung in die Osnabrücker Schullandschaft kommen. Mit ihrer Zustimmung zur Vorlage der Verwaltung kann die Politik Schwung in die Schulentwicklungsplanung für die Sekundarstufe I und die Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren bringen.

Osnabrück. Das Papier der Verwaltung, das der Ausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Januar, ab 17 Uhr im Stadthaus I diskutieren wird, eröffnet Perspektiven für die städtische Schulentwicklung der kommenden Jahre. Hilfreich für eine zügige Umsetzung könnte sein, dass das Papier nicht nur ein verwaltungseigenes Gewächs ist. Eingeflossen sind auch Ergebnisse des Arbeitskreises Schulentwicklungsplanung, dessen Mitglieder sich aus Vertretern der Fraktionen, Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern sowie der Verwaltung zusammensetzen. Insofern dürfte der nun skizzierte Rahmen zumindest auf einem Minimalkonsens basieren.

Die Zeit drückt

Wenig Zündstoff dürfte folglich vor allem die Umstellung von G8 auf G9 bringen, also die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Schuljahren. Drei städtische Gymnasien Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Ratsgymnasium und Gymnasium In der Wüste″ haben mit Blick auf die Umstellung Raumbedarf angemeldet. Für das EMA veranschlagt die Verwaltung acht neue Unterrichtsräume für 2, 5 Millionen Euro, das Wüstengymnasium braucht fünf Räume für 1, 5 Millionen Euro, und das Rats wird für 3, 5 Millionen Euro sechs zusätzliche Unterrichtsräume bekommen. Der Bedarf ist weitestgehend unumstritten. Die Kosten sind im Haushalt eingepreist. Allerdings drückt mittlerweile die Zeit, denn die Bauten müssen bis zum Beginn des Schuljahres 2020/ 21 fertiggestellt sein, da dann der zusätzliche Jahrgang die Schulen erreicht.

Etwas spannender könnte die Diskussion um die Neustrukturierung der Sekundarstufe I ausfallen. In ihrer Vorlage stellt die Verwaltung klar, dass aufgrund der aktuellen Schülerprognosen bis 2023 zusätzlicher Schulraum geschaffen werden muss″. Wobei das Wörtchen zusätzlich″ in dem Papier eigens unterstrichen wurde. Soll wohl heißen: Allein die geplante Schulneugründung in der Innenstadt (Arbeitstitel Neue Schule) hervorgehend aus der Schule an der Rolandsmauer, der Hauptschule Innenstadt und der Möser-Realschule wird das Problem der fehlenden Kapazitäten nicht lösen können. Abhilfe muss ein zusätzlicher Schulstandort schaffen, entweder auf der sogenannten Grünen Wiese oder in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule (KKS), wie es der Stadtelternrat vorgeschlagen hat. Hinzu kommt, dass durch Gründung der Neuen Schule für die dann letzte Hauptschule, die Felix-Nussbaum-Schule am Standort Sonnenhügel, eine zukunftsfähige Lösung gefunden werden muss, zum Beispiel durch das Auslaufen dieser Schule und die Neugründung eines alternativen Angebotes.

Auch in diesem Punkt legt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage eine mögliche Marschrichtung fest. Da die Kooperative Gesamtschule Schinkel und die Integrierte Gesamtschule Eversburg seit Jahren regelmäßig vor allem eine große Zahl von Haupt- und Realschülern ablehnen müssten, solle eine zusätzliche integrierende Schule wie eine IGS oder eine Oberschule gegründet werden. Die Umwandlung eines bestehenden Schulzentrums scheint damit vom Tisch zu sein, da sie keine zusätzlichen Schulplätze schaffen würde. Auch in der Standtortfrage positioniert sich die Verwaltung und favorisiert″ einen Standort in der Südstadt, um eine ausgewogenen Verteilung″ integrierender Schulen zu erreichen.

Neue Räume für das EMA

Die Frage, warum unter diesen Voraussetzungen denn am Standort Sonnenhügel für das EMA noch neue Räume gebaut werden müssen, beantwortet das Team um Schuldezernent Wolfgang Beckermann dann auch gleich: Die erforderlichen Kapazitäten von acht Räumen würden frühestens in fünf Jahren zur Verfügung stehen. Zum einen ständen damit zum Schuljahr 2020/ 2021 nicht die erforderlichen Raumkapazitäten am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium zur Verfügung, zum anderen wäre ein sofortiger Beschluss zum Auslaufen der Felix-Nussbaum-Schule erforderlich. Dazu müsste aber zum gleichen Zeitpunkt, das heißt ab sofort, ein Alternativangebot geschaffen werden. Dieses ist faktisch, das heißt planerisch, organisatorisch etc., unmöglich.″

Für den Schulausschussvorsitzenden Jens Martin (SPD) sind die Verwaltungsüberlegungen ein Schritt in die richtige Richtung″. Die Verwaltung habe die Idee eines zusätzlichen Schulstandortes schon früh in ihre Überlegungen aufgenommen. Weiteren konkreten Schritten stehe aber ein Ratsbeschluss gegenüber der für den KKS-Standort eigentlich eine Wohnbebauung vorsieht. Allerdings ist der Bebauungsplan noch nicht in diese Richtung geändert, eine zukünftige Nutzung der Fläche als Schulstandort wäre also zumindest derzeit baurechtlich noch unproblematisch.

Mehr aktuelle Nachrichten auf noz.de

Bildtext:
Die Tafeln hängen noch: Das zwei Jahre alte Foto zeigt den Umbau der Käthe-Kollwitz-Schule für Flüchtlinge. Die Unterkunft wurde nie benötigt.
Foto:
Jörn Martens

Kommentar
Frisch, Gesellen, seid zur Hand

Fest gemauert in der Erden steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden. Frisch, Gesellen, seid zur Hand.″ Die Beschlussvorlage der Verwaltung erinnert ein wenig an Schillers Glocke, die Pennälergenerationen auswendig lernen mussten. Schuldezernent Wolfgang Beckermann und seine Crew haben die Form vorgegeben, die Gesellen aus den politischen Parteien müssen nun die Glocke gießen.

Was in dem Verwaltungspapier zu lesen ist, ist wahrlich nicht neu. Ob Neue Schule, räumliche Erweiterung der Gymnasien oder ein zusätzlicher Schulstandort jeder einzelne Punkt hat so oder leicht abgewandelt schon vor langer Zeit das Licht der Welt erblickt. Jetzt aber endlich scheint sich das Projekt Schulentwicklungsplanung mit all seinen Segnungen für die Schüler dieser Stadt zu konkretisieren.

Dass die Glocke nun gegossen werden kann, ist sicherlich auch den seit vielen Jahren erstmalig wieder gut gefüllten Kassen des Kämmerers zu danken. Jetzt ist es an der Politik, die Vorlage der Verwaltung aufzugreifen und möglichst schnell vor allem mit Blick auf den zusätzlichen Schulstandort zu Ergebnissen zu kommen. Der Rat sollte sich nicht zu schade sein, die Bauland-Entscheidung zu revidieren, und die Käthe-Kollwitz-Schule wieder zu einer Lehranstalt machen. Das ist sicherlich ein dicker Brocken, der da bewegt werden muss, aber der Einsatz würde sich lohnen. Oder um mit Schiller zu sprechen: Von der Stirne heiß Rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben! Doch der Segen kommt von oben.″
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste