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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
VDL liefert E-Bus-System für Osnabrück
 
Deutschlands größte E-Bus-Flotte
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke Osnabrück und Systemlieferant VDL wollen den ÖPNV revolutionieren
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Firma VDL Bus & Coach aus den Niederlanden liefert das erste Elektrobus-System für Osnabrück. Es umfasst 13 Gelenkbusse und mehrere Schnellladestationen. Damit soll bereits Ende 2018 die Linie 41 vollständig elektrifiziert werden.

Wie die Stadtwerke Osnabrück als zuständiger Verkehrsbetrieb am Montag mitteilten, habe sich das Unternehmen aus Valkenswaard nahe Eindhoven am Ende eines komplizierten Vergabeverfahrens gegen drei Mitbewerber durchgesetzt. Das Auftragsvolumen beträgt 11, 5 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen unterstützt das Projekt finanziell zu mehr als einem Viertel.

In Osnabrück entsteht demnächst die größte öffentliche E-Bus-Flotte Deutschlands. Kennzeichnend für die ersten Fahrzeuge ist ein futuristisches Design.

Bis zum Jahr 2025 wollen die Stadtwerke Osnabrück ihre Busflotte vollständig elektrifizieren. Fahrzeuge und Ladestationen für den Anfang liefert die Firma VDL Bus & Coach aus den Niederlanden. Seit Montag ist klar, wie die neuen Metrobusse″ aussehen sollen.

Osnabrück. Die 11, 5 Millionen Euro teure Bestellung beim Systemlieferanten aus Valkenswaard nahe Eindhoven umfasst 13 batteriebetriebene Gelenkbusse plus die benötigte Infrastruktur. Die Wagen vom Typ Citea SLFA-181 Electric sollen bereits Ende 2018 auf der fahrgaststarken Linie 41 (Düstrup–Haste) zum Einsatz kommen. Damit die E-Busse den ganzen Tag unterwegs sein können, werden an den Endhaltestellen sowie auf dem Stadtwerke-Betriebshof Schnellladestationen eingerichtet.

In Kürze sind dann weitere, große Anschaffungen geplant: 2019 wollen die Stadtwerke 14 zusätzliche E-Gelenkbusse kaufen, 2020 noch einmal 13. In Osnabrück entsteht zurzeit die größte Elektrobus-Flotte Deutschlands″, sagte Verkehrsbetriebsleiter André Kränzke. Und das zu beträchtlichen Teilen aus Fördermitteln: Allein für die erste Charge gibt das Land Niedersachsen 3, 2 Millionen Euro dazu. Um finanzielle Unterstützung durch den Bund werde noch gebuhlt.

Die Auftragsvergabe an VDL Bus & Coach ist der vorläufige Höhepunkt eines Vorhabens, auf das bei den Stadtwerken Osnabrück schon seit zehn Jahren hingearbeitet wird. Damals sei der Entschluss gefasst worden, sämtliche Dieselbusse schrittweise auszumustern und stattdessen im eigenen Fuhrpark voll und ganz auf Elektromobilität zu setzen. Kränzke: Jetzt bringen wir das Projekt endlich auf die Straße.″

Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes sprach von einem Meilenstein″ auf dem Weg hin zu einem emissionsfreien, attraktiven öffentlichen Nahverkehr in Osnabrück. Aus mobiler Zukunft wird heute Gegenwart.″ Absichtlich hätten die Stadtwerke in den vergangenen sieben Jahren eine Investitionslücke″ entstehen lassen, indem sie möglichst keine neuen Dieselbusse mehr angeschafft hätten. Das versetze das Unternehmen nun in die Lage, auf Anhieb ganze Linien zu elektrifizieren.

Stadtbaurat Frank Otte würdigte dies als absolut richtige Entscheidung″. Nur wenn die neue Technologie geballt Verwendung finde, werde den Menschen dieser Paradigmenwechsel beim Verkehrsbetrieb bewusst. Die georderten E-Busse seien geeignet, den ÖPNV in Osnabrück nicht nur sauberer und leiser, sondern auch komfortabler zu machen.

Fest steht: Sie werden sich sowohl außen als auch innen deutlich von den heutigen Bussen im Stadtbusnetz unterscheiden. Unter der Bezeichnung Metrobus″ stellten die Partner am Montag ein futuristisch anmutendes Fahrzeug vor, das Aufmerksamkeit erregen und Spaß machen″ soll, wie Stadtwerke-Vorstand Rolfes erklärte. Es ist 18, 15 Meter lang, niederflurig und bietet 125 Passagieren Platz. Angetrieben wird der E-Bus von einem Siemens-Zentralmotor mit 210 Kilowatt Leistung. Die Nachladung erfolgt über einen Stromabnehmer auf dem Dach, wobei die mitgelieferten Ladestationen auch von Fahrzeugen anderer Hersteller genutzt werden könnten und umgekehrt.

Die Stadtwerke Osnabrück gehören schon seit vielen Jahren zu den Vorreitern im Bereich der Elektromobilität. Diese Vorreiter braucht es, um neue Entwicklungen in die Tat umzusetzen″, sagte Marcel Jacobs, Kaufmännischer Leiter von VDL Bus & Coach. Auch die VDL-Gruppe (16 000 Beschäftigte, Jahresumsatz fünf Milliarden Euro) habe große Erfahrung auf diesem Gebiet. Sei seine Firma in Deutschland bislang jedoch ausschließlich als Fahrzeughersteller in Erscheinung getreten, sei die Rolle als Systemlieferant auch für VDL hierzulande neu. Wir sind besonders stolz, auf diese Weise die größte Elektrobusflotte in Deutschland Realität werden zu lassen.″

Straßenverkehr unter Strom: Mehr über die Elektrifizierung des ÖPNV in Osnabrück lesen Sie im Internet auf noz.de/ verkehr-os

Bildtexte:
Arbeiten gemeinsam am Aufbau der größten E-Bus-Flotte Deutschlands in Osnabrück (von links): Stadtbaurat Frank Otte, Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes und Marcel Jacobs, Kaufmännischer Leiter von VDL Bus & Coach.
Aufmerksamkeit erregen und Spaß machen″ sollen die neuen elektrischen Gelenkbusse der Firma VDL für den Stadtbusverkehr in Osnabrück.
Fotos:
Gert Westdörp, Stadtwerke Osnabrück

Kommentar
Eingebaute Vorfahrt fehlt

Sauberer, leiser und komfortabler soll der öffentliche Nahverkehr in Osnabrück werden. Dafür stellen die Stadtwerke ihre eigene Flotte bis 2025 komplett auf Elektrobusse um. Und schon Ende 2018 können Fahrgäste wie Streckenanrainer zwischen Düstrup und Haste von den unbestrittenen Vorzügen einer vollständig elektrifizierten Linie profitieren.

Das größte Problem des Osnabrücker ÖPNV sind jedoch im Moment weder laute noch stinkende oder unbequeme Dieselbusse, sondern seine Langsamkeit und Unpünktlichkeit. Beides scheint zuletzt sogar immer schlimmer statt besser geworden zu sein.

Der Schlüssel zur Attraktivierung ist deshalb Busbeschleunigung. Erst wenn es gelingt, dem ÖPNV in der Stadt konsequent Vorfahrt zu gewähren, dürften ihn viele Autofahrer überhaupt erst als Alternative zum eigenen Pkw in Betracht ziehen. Und auch für den Osnabrücker Verkehrsbetrieb gilt: Zeit ist Geld. Jede Minute, die seine Busse mehr oder weniger brauchen, macht da schnell ein paar Hunderttausend Euro aus.
Autor:
Sebastian Stricker


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