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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Luftqualität: EU-Vorgabe auch 2017 deutlich verfehlt
Zwischenüberschrift:
Zu viel Stickstoffdioxid am Schlosswall und Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im vergangenen Jahr hat die Messstation am Schlosswall erneut deutlich mehr Stickstoffdioxid gemessen als die EU als Grenzwert festlegt. Noch schlechter fällt die Bilanz des Neumarkts aus.

44 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (µg/ m³) maß die Station am Schlosswall im Mittel im Dezember. Der Jahresmittelwert liegt damit nun ebenfalls bei 44 µg/ m³, wie aus vorläufigen Zahlen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen hervorgeht. Die EU begrenzt ihn auf 40 Mikrogramm.

Der Passivsammler am Neuen Graben maß in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende November 2017 einen Jahresmittelwert von 48, 3 Mikrogramm.

Seit 2010 müssen die EU-Mitgliedstaaten den Grenzwert von 40 Mikrogramm einhalten. Wie auch andere Städte hatte Osnabrück Aufschub bis Ende 2015 bekommen. Doch auch 2016 riss die Stadt diese Latte: Die Messstation am Schlosswall maß 47 Mikrogramm, der Passivsammler am Neumarkt 48 Mikrogramm.

Immerhin ist der aktuelle Jahresmittelwert von 44 Mikrogramm am Schlosswall zugleich der niedrigste Wert, den die Station bislang maß. 2016 waren es 47, 2015 50 und 2006 sogar noch 61 Mikrogramm gewesen. Die Werte sind in der Tat sehr niedrig, aber mit am höchsten in Niedersachsen″, sagt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Umwelt. Eine Station in Hannover maß ebenfalls 44 Mikrogramm im Jahresmittel, nur in Oldenburg ist der Wert einer Verkehrsstation mit 49 Mikrogramm noch höher. In Wolfsburg (31), Göttingen (39), Braunschweig (35) und Barbis (23) registrierten die Stationen Werte unter 40 Mikrogramm.

Der vergleichbar geringe Wert am Schlosswall gehe unter anderem auf eine niedrigere Hintergrundbelastung zurück, sagt Gerdts. Die macht an viel befahrenen Straßen etwa ein Drittel der Belastung aus, Busse und Autos die anderen zwei Drittel. So war die Hintergrundbelastung im Dezember 2016 deutlich höher als im Dezember 2017. Vielleicht lag es am Wetter″, so Gerdts. Mildere Temperaturen erfordern weniger Heizen, die Hintergrundbelastung sinkt.

Im Jahresvergleich war die Differenz bei der Hintergrundbelastung jedoch gering. Allerdings war der Neumarkt noch bis Mitte Oktober für den motorisierten Individualverkehr geöffnet Umwege über den Schlosswall waren nicht nötig.

Klagen drohen

Während das giftige Stickstoffdioxid seit Jahren zum Problem für die Gesundheit der Osnabrücker werden kann, wird es zunehmend zu einem Problem für die Osnabrücker Politik. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) droht mit einer Klage, das Verwaltungsgericht könnte bei einem Erfolg der DUH ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge anordnen. Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zieht eine Klage gegen die Stadt in Erwägung. Nicht zuletzt drohen ihr mittelfristig und bislang indirekt Strafzahlungen an die EU.

Im Dezember hatte Osnabrück vom Bundesverkehrsministerium einen Förderbescheid über 185 189 Euro zur Erstellung ihres Masterplans Green City erhalten. Mit ihm hofft die Verwaltung auf eine zweistellige Millionensumme aus dem eine Milliarde schweren Dieselfonds von Bund und Autoindustrie. Die Maßnahmen des Masterplans sollen für sauberere Luft sorgen und Dieselfahrverbote verhindern.
Autor:
yjs


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