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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Teutonen-Tennis in Kalkriese
Zwischenüberschrift:
Wie Fritz Wolf die wahre Bestimmung des Schlachtortes entdeckte
Artikel:
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Originaltext:
Fritz Wolf hat nicht nur seine bekannten politische Karikaturen für die Tages- und Wochenpresse gezeichnet, sondern manchmal auch einfach nur im Dienste von Spaß und guter Laune zum Bleistift gegriffen.

Osnabrück. Von 1949 bis 2001 waren die Karikaturen Fritz Wolfs eine feste Größe in der Neuen Osnabrücker Zeitung″ und ihren Vorgängerblättern. Darüber hinaus erwarb der Osnabrücker Zeichner mit den Bildern aus der Provinz″ in der Zeitschrift stern″ zwischen 1958 und 1993 überregionales Profil. Weniger bekannt bis unveröffentlicht sind dagegen seine Zeichnungen für örtliche Vereine, Verbände und Freunde, unter denen in den 1990er-Jahren auch Bildideen für ein Spaß-Tennis-Turnier″ zu finden sind.

Der Teutonen-Club″ entwickelte sich so recht nach Fritz Wolfs Geschmack: Der ideenreiche Karikaturist hatte sich bereits viele Jahre mit seinen Freunden Franz-Josef Levien, Rolf Reidel, Hermann Mohr, Heinz-Hermann Baldin und Gregor Bredlich zum wöchentlichen Tennismatch in Doppelbesetzung getroffen, als die Turnier-Idee aufkam. Hintergrund war die Erkenntnis, dass das Sextett bei Verhinderung zusehends weitere Spieler rekrutieren musste und die sollten sich gegenseitig kennenlernen.

1988 traf sich erstmals eine illustre Schar von 32 Männern in Georgsmarienhütte, um in der Rädelschen Tennishalle am Fuße des Teutoburger Waldes gegeneinander im Doppel anzutreten. Der Höhenzug stand bei der Namensgebung im wahrsten Sinne des Wortes Pate: Wer hier zum Schläger griff, konnte nur ein Teutone sein. So wurden die Matches kurzerhand zum Teutonen-Turnier, das der nicht eingetragene und vorstandslose Teutonen-Club ausrichtete.

Nachdem Fritz Wolf zunächst einen freundlich grinsenden, behelmten Germanen mit Zahnlücke als Logo entworfen hatte, steuerte er 1990 aus seinem Bestand die kolorierte Karikatur Gemischtes Doppel″ bei das allerdings zeitgenössische Tennis-Senioren zeigte. Vor der vierten Turnierauflage 1991 griff er zur Zeichenfeder und ersann Das erste Teutonenturnier in Kalkriese″. In einer freien Rekonstruktion nach den kürzlichen Ausgrabungen″ ließ er jeweils zwei mit Keulen bewaffnete und in Fellen gewandete Altvordere gegeneinander antreten: und dies drei Jahre, nachdem der britische Hauptmann Tony Clunn in der Kalkriese-Niewedder Senke seine frühen spektakulären Funde gemacht hatte und die ersten archäologischen Grabungsergebnisse die örtlichen Wissenschaftler auf die Varusschlacht hoffen ließen.

Sein koloriertes erstes Teutonenturnier″ war für Wolf die Initialzündung zu einer Reihe weiterer farbiger Turnier-Zeichnungen über das germanische Teutonen-Tennis in Kalkriese, denen 1993 auf Wunsch der Varus-Gesellschaft und ihres rührigen Vorsitzenden Konrad Rohling die Arbeit Achtung! Hermann kommt″ zur vermeintlich notwendigen Versetzung des Hermannsdenkmals folgte. Anstelle einer Rede präsentierte Wolf 1999 als Grünkohlkönig schließlich weitere humorvolle Interpretationen zur Varusschlacht.

Zum siebten Teutonen-Turnier am 8. Januar 1994 hatte Franz-Josef Levien eine 1. Teutonen-Zeitung″ vorgelegt, der zum zehnjährigen Bestehen 1997 eine Jubiläumsausgabe folgte. Den Titel ziert jeweils Fritz Wolfs grinsender Germane. Längst haben die Initiatoren Levien und Rädel die organisatorische Verantwortung an den früheren VfL-Spieler Sigi Müller sowie an Klaus Bartlitz weitergegeben. Seit 1988 bestanden insgesamt 166 Akteure ihre teutonische Feuertaufe, wobei der Aufschlag zur 31. Auflage am kommenden Samstag in der Lüstringer Tennishalle erfolgt: mit vier neuen Jung-Teutonen im Geiste Fritz Wolfs.

Zur Person: Hermann Queckenstedt ist Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück.

Serie: 100 Jahre Fritz Wolf im Spiegel seiner Karikaturen

Die Neue Osnabrücker Zeitung″ widmet ihrem langjährigen Hauskarikaturisten Fritz Wolf anlässlich seines 100. Geburtstags am 7. Mai eine Karikaturen-Serie. Die Fritz-Wolf-Gesellschaft plant darüber hinaus ab März 2018 im Diözesanmuseum unter dem Titel Ich bin ein Osnabrücker! eine Sonderausstellung mit den Karikaturen des Altmeisters zu regionalen Themen. Wer über entsprechende, vielleicht bislang unbekannte Stücke verfügt, ist aufgerufen, dies der Gesellschaft mitzuteilen und sie möglichst als Reproduktion oder sogar im Original für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Ansprechpartner ist der Medienwissenschaftler Sebastian Scholtysek, der unter Telefon 01 76/ 31 11 06 63 oder per E-Mail unter post@ Fritz-Wolf.de erreichbar ist.

Derzeit ist zum Auftakt der Jubiläumsaktivitäten auf Averbecks Hof″ in Bad Iburg-Glane eine Sonderausstellung mit Karikaturen von Fritz Wolf und Gerhard Mester zu sehen.
Autor:
Hermann Queckenstedt


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