User Online: 1 | Timeout: 03:58Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bombenfund: Marienhospital bereitet sich vor
 
Notbetrieb im Krankenhaus
 
Wahrscheinlichkeit fünfzig-fünfzig
 
Behinderte müssen raus
Zwischenüberschrift:
So bereitet sich das Marienhospital auf die mögliche Bombenräumung am Sonntag vor
 
Evakuierung ja oder nein? Erst Samstag wird Klarheit herrschen
 
Kardinal-von-Galen-Haus auch betroffen
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Am Samstag entscheidet sich, ob 16 500 Osnabrücker am kommenden Sonntag ihre Häuser und Wohnungen für die Entschärfung eines möglichen Bombenblindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg verlassen müssen. Auch das Osnabrücker Marienhospital liegt im Evakuierungsbereich. Es wird zwar nicht geräumt werden müssen, trotzdem laufen dort die Vorbereitungen auf Hochtouren: 90 bis 100 Patienten werden im Ernstfall auf andere Zimmer verlegt, sodass die Räume, die in Richtung Bombe zeigen, leer sind. Außerdem wird ein Besucherstopp gelten. Kranke müssen sich ans Klinikum am Finkenhügel wenden, das bereits mehr Personal eingeplant hat. Bei Sondierungsarbeiten war in der Straße An der Petersburg unterhalb von Bahngleisen die mögliche Bombe entdeckt worden.

Das Osnabrücker Marienhospital (MHO) liegt im Evakuierungsgebiet für die mögliche Bombenräumung am Sonntag. Anders als 2003 muss es nicht komplett geräumt werden trotzdem wird es für einige Patienten und alle Besucher Einschränkungen geben.

Osnabrück. Etwa 90 bis 100 Patienten werden innerhalb des Hauses verlegt werden müssen, erläutert Ralf Döhr, Assistent der Klinikgeschäftsführung. Leicht zu erreichen ist er dieser Tage nicht, Döhr eilt von Besprechung zu Besprechung.

Das Marienhospital zeigt mit der Stirnseite in Richtung des Blindgänger-Fundortes unter der dreigleisigen Bahnbrücke über die Straße An der Petersburg″. Mit riesigen Wassertanks will die Stadt im Ernstfall eine mögliche Druckwelle Richtung MHO abfangen. Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass wir dadurch drinbleiben können″, sagt Döhr. Nur die zum Fundort zeigenden Zimmer werden geräumt. Die meisten Patienten werden innerhalb der Stationen verlegt″, sagt Döhr.Die übrigen könnten auf die kardiologische Kurzliegerstation für Herz-Kreislauf-Patienten verlegt werden, die sonntags ohnehin stets frei sei. Entscheidend für das Krankenhaus sei zudem, dass niemand es in Richtung Evakuierungsgebiet verlassen dürfe. Deshalb würden 72 Wachmänner die Außentüren bewachen.

Zwar müssen alle 16 500 Menschen, die im Evakuierungsgebiet leben, bis 9 Uhr ihre Wohnungen und Häuser verlassen haben, der Rettungshubschrauber dürfe jedoch bis 11 Uhr landen und müsse bis 12 Uhr wieder weg sein, sagt Döhr.

Genau an der Grenze des Evakuierungsbereichs liegt der Krankenhaus-Eingang an der Johannisfreiheit. Patienten nimmt das MHO jedoch nicht auf. Wir sind nur für Krankenwagen erreichbar″, so Döhr, und das gelte auch nur für solche, die schwerer erkrankte Patienten transportieren. Alle übrigen Patienten müssen sich ans Klinikum am Finkenhügel wenden.

Besucher dürfen das Marienhospital nur in absoluten Härtefällen betreten, erläutert Döhr weiter, ansonsten gilt kompletter Besucherstopp. Ausnahmen macht das Krankenhaus lediglich für Angehörige von Sterbenden oder werdende Väter, deren Frauen gerade entbinden. Der beste Weg sei für die Betroffenen, sich telefonisch mit dem Pflegedienst der jeweiligen Station abzustimmen.

Ein Besucherstopp gilt auch für das angrenzende Kinderhospital (CKO). Da es im Windschatten des MHO steht, sind keine Verlegungen nötig, allerdings müssten die Vorhänge an den Fenstern, die Richtung Fundort zeigen, geschlossen bleiben, um vor eventuellen Scherben zu schützen, so Döhr.

Der Aufwand ist erkennbar, aber im Vergleich zu 2003 ein Fingerspiel″, sagt der Krankenhausmitarbeiter, der die Evakuierung des gesamten Krankenhauses damals miterlebte. Trotzdem entstehen dem MHO Kosten: Das Krankenhaus rechne mit einem Betrag im fünfstelligen Bereich bei einer kompletten Räumung wären es jedoch mehrere Millionen Euro, so Döhr.

Auf doppelt so viel Arbeit wie sonst stellt sich das Klinikum am Finkenhügel ein. Wir werden unser Personal in vielen Bereichen aufstocken″, sagt Mathias Denter, leitender Arzt der Notaufnahme am Klinikum. Nichtsdestotrotz wird mit langen Wartezeiten zu rechnen sein.″

Auch die Osnabrücker Notdienstambulanz in der Bischofsstraße ist von der Bombenräumung betroffen. Der Bereitschaftsdienst örtlicher Hausärzte behandelt im Gegensatz zum Rettungsdienst Personen mit akuten, jedoch nicht lebensgefährlichen Krankheiten oder Verletzungen. Am Sonntag kommt die Ambulanz zwischen 8 und 22 Uhr im Notaufnahmezentrum des Klinikums unter. Die Notdienstambulanz hat dort in separaten Räumen geöffnet. Abgesehen vom Ort läuft dann alles wie gewohnt″, sagt der Osnabrücker Hausarzt Andreas Raming unserer Redaktion. Aus logistischen Gründen wird die Notdienstambulanz auch dann am Finkenhügel untergebracht, wenn sich der mutmaßliche Bombenfund am Samstag als Blechkanne herausstellt und die Evakuierung ausfällt. Nach Ramings Angaben werden schon Ende der Woche Gerätschaften ins Ausweichquartier geliefert, auch die EDV-Einrichtung nimmt einige Tage in Anspruch.

Der kinderärztliche Bereitschaftsdienst am CKO muss ebenfalls verlagert werden, wohin stand nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung am Mittwoch aber noch nicht fest.

Aktuelle Infos zur Bombe auf noz.de/ os

Bildtext:
Lagebesprechung: Ralf Döhr (hinten links) organisiert die Evakuierung des Krankenhauses und koordiniert die Aktion mit seinen Kollegen (von links) Andrea Meyer, Ralf Siepe (Leiter der Notaufnahme), Heiner Hehemann (stellvertretender Pflegedirektor) und Bernd Runde (Geschäftsführer).
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Mit Augenmaß

Osnabrück hat Routine mit Evakuierungen, wenn Blindgänger entschärft werden müssen. Auch dieses Mal handelt die Stadt mit Bedacht. Dem Augenmaß der Verantwortlichen ist es zu verdanken, dass nicht das komplette Marienhospital geräumt werden muss.

16 500 Osnabrücker sind dieses Mal von der Evakuierung betroffen. Sicher wird es wieder etliche Bürger geben, die nicht einsehen, warum sie am Sonntag in aller Frühe ihre Häuser verlassen sollen sofern sich die vermeintliche Bombe am Samstag nicht doch als harmlose Blechbüchse entpuppt. Allen, die meckern, sei gesagt: Die Entschärfung eines Blindgängers ist und bleibt eine lebensgefährliche Angelegenheit. Es ist erst siebeneinhalb Jahre her, dass in Göttingen drei Entschärfer durch die Explosion einer Bombe mit Säurezünder starben.

Die Osnabrücker können der Stadt allein schon aufgrund ihrer Erfahrungen aus den vergangenen Jahren ruhig vertrauen, dass die Evakuierungsaktion keineswegs überzogen ist, sondern sicherlich angemessen

Osnabrück. Die Vorbereitungen für die mögliche Bombenentschärfung am Sonntag laufen auf Hochtouren. Ob wirklich 16 500 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen, entscheidet sich aber erst am Samstag.

Bei Sondierungsarbeiten war in der Straße An der Petersburg unterhalb von Bahngleisen ein möglicher Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Objekt tatsächlich um einen Blindgänger handelt, liegt einer gestern verbreiteten Pressemitteilung der Stadt zufolge zurzeit bei 50 Prozent.

Die Vorbereitungen aller beteiligten Stellen laufen im Vorfeld der möglichen Bombenräumung aber in jedem Fall auf Hochtouren. Bus- und Bahnunternehmen haben verschiedene Pläne ausgearbeitet, um auf die jeweilig möglichen Situationen zu reagieren. Die Stadt hat zusammen mit allen Einsatzkräften und mit der Deutschen Bahn die möglichen Abläufe abgestimmt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Ab Samstag um Mitternacht beginnen die Arbeiten an den Gleisanlagen in Höhe der Brücke An der Petersburg.

Sobald die Gleise entfernt sind, kann sich das Sondierungsunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Sprengmeister zum mutmaßlichen Blindgänger vorarbeiten, der in rund drei Meter Tiefe vermutet wird.

Gegen Samstagmittag werden dann die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mitteilen, ob die Bombenentschärfung und damit die Evakuierung von rund 16 500 Menschen am Sonntag stattfinden müssen oder abgesagt werden können. Kann der Verdacht eines Blindgängers nicht zweifelsfrei ausgeräumt werden, startet die Evakuierung wie geplant am Sonntag um 9 Uhr.

Sollte es zur Evakuierung kommen, appelliert die Stadt an alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger, das Evakuierungsgebiet zügig zu verlassen und den Anweisungen der Evakuierungskräfte Folge zu leisten. Leider kommt es bei Evakuierungen den Angaben zufolge immer wieder zu überflüssigen Verzögerungen, da betroffene Bewohner, insbesondere diejenigen, die an den Grenzen des Evakuierungsgebiets leben, die Notwendigkeit der Evakuierung nicht einsehen. Die Größe eines Evakuierungsgebietes basiere auf den Vorgaben des Sprengmeisters. Dieser Radius werde dann in Abhängigkeit von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten und den Sicherungsmaßnahmen in eine Sperrzone umgesetzt. Die Vielzahl der hierbei zu berücksichtigenden Abhängigkeiten führt zu einer nicht in jedem Fall nachvollziehbaren Linienführung″, räumt die Stadt ein, die aber betont, dass alle Regelungen der Sicherheit des Einzelnen dienen. Sie bittet nachdrücklich darum, die Evakuierung nicht durch Diskussionen mit den Einsatzkräften über die Notwendigkeit der Maßnahme zu verzögern.

Weitere Informationen werden unter osnabrueck.de und unter geo.osnabrueck.de/ evakuierung veröffentlicht.

In einem Liveticker halten wir Sie am Sonntag auf noz.de über die aktuellen Ereignisse während der Bombenentschärfung auf dem Laufenden. Auf noz.de informieren wir Sie gegebenenfalls auch aktuell über eine mögliche Absage der Evakuierung.

Bildtext:
Unter der Bahnbrücke über die Straße An der Petersburg″ in Osnabrück ist ein möglicher Bombenblindgänger entdeckt worden.
Foto:
David Ebener

Osnabrück. Im Evakuierungsgebiet für die mögliche Bombenentschärfung am Sonntag liegt auch das Kardinal-von-Galen-Haus am Osnabrücker Schölerberg. 24 junge Menschen, die schwer und mehrfach behindert sind, leben dort und müssen das Haus in Trägerschaft der Caritas bis 9 Uhr verlassen haben. Sie werden teilweise in andere Caritas-Häuser gebracht, einige gehen auch zu ihren Angehörigen nach Hause. Die größte Herausforderung wird sein, die Menschen in der fremden Umgebung zu beschäftigen″, sagt Caritas-Sprecherin Franziska Kückmann. Die Mitarbeiter wollen daher eine Art großen Ausflug daraus machen.
Autor:
Sandra Dorn, Sebastian Philipp, pm, chl


Anfang der Liste Ende der Liste