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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Junge Muslime wegen Neujahrsputz in der Kritik
Zwischenüberschrift:
Reinemachen als „Werbeaktion″ einer „Sekte″? Osnabrücker Ahmadiyya-Gemeinde kontert Vorwürfe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Seit 20 Jahren räumt die muslimische Ahmadiyya-Jugend am Neujahrsmorgen freiwillig in Osnabrück den Silvestermüll weg. Aber noch nie musste sie deswegen so harsche Kritik einstecken wie diesmal. Von der Werbeaktion″ einer Sekte″ ist in Leserkommentaren auf noz.de die Rede. Die Gemeinde weist solche Vorwürfe zurück.

Über 70 junge Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde sammelten am Montag ein, was Tausende Osnabrücker bei ihrer Silvesterfeier auf den Straßen an Dreck und Abfall hinterlassen hatten als Zeichen für bürgerschaftliches Engagement und Verbundenheit zum Heimatort″. Doch bei manchen Osnabrückern kam die gute Tat mit der langen Tradition plötzlich gar nicht mehr gut an. Auf der Internetseite unserer Redaktion machen sie das Reinemachen als ge- und bestellte Aktion″ schlecht. Einer warnt sogar: Nicht irgendwelche Moslems machen sauber, sondern Mitglieder der fragwürdigen Ahmadiyya-Sekte.″ Hinter dem Neujahrsputz stecke eine Werbeaktion″.

Die Betroffenen weisen solche Vorwürfe zurück. Ahmadiyya ist keine Sekte, sondern eine muslimische Reformgemeinde, die in mehr als 200 Ländern der Welt verbreitet ist und mehrere zehn Millionen Mitglieder hat″, erklärt Atta Rehman von der Ahmadiyya-Gemeinde Osnabrück. Dabei steht Ahmadiyya nach eigenen Angaben für Frieden, Integration und Toleranz sowie für die Trennung von Staat und Religion. Zur besonderen Rolle der Ahmadiyya-Jugend stellt Malik Ahmed als Osnabrücker Ahmadiyya-Gemeindevize und Jugendgruppenleiter fest: Wir identifizieren uns mit Deutschland, aber auch mit unserem Glauben. Mit Aktionen wie dem Neujahrsputz zeigen wir den Bürgern, dass Muslimsein und Deutschsein keinen Konflikt bedeutet.″

Akzeptanzproblem

Gleichwohl hat die offen und liberal, aber wertekonservativ erscheinende Ahmadiyya ein gewaltiges Akzeptanzproblem bei anderen muslimischen Gruppierungen. Grund: Der indische Ahmadiyya-Gründer Mirza Ghulam Ahmad (1835–1908) verstand sich nicht nur als Erneuerer des Islams, sondern auch als Erscheinung des Propheten Mohammed persönlich. Für viele Muslime eine Gotteslästerung. Sie halten Mohammed für den letzten Propheten, nach dem es keine neuen Offenbarungen mehr geben kann.

Und was sagt die Stadt Osnabrück? Wir freuen uns sehr über den jährlichen Neujahrsputz der Ahmadiyya-Jugend und halten das für vorbildliches bürgerschaftliches Engagement″, erklärt Sprecher Sven Jürgensen. Der religiöse Hintergrund interessiert uns nicht.″ Auch viele Leserkommentare auf noz.de enthalten durchaus Lob und Anerkennung für die Muslime: Wie in jedem Jahr eine tolle Aktion″, applaudiert jemand. Ein anderer meint: Lassen Sie sich nicht beirren, eine gute Sache bleibt eine gute Sache! Auch wenn es Ihnen von einigen nicht als gutes Werk abgekauft wird.″

Mehr über Ahmadiyya und die Reaktionen auf den Neujahrsputz 2018 in Osnabrück lesen Sie online auf noz.de/ os
Autor:
sst


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