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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stickoxid: Neumarkt nicht schuld
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Deutlich mehr Stickstoffdioxid″ (Ausgabe vom 8. Dezember).

In Ihrem Artikel schreiben Sie eingangs: , Die am Schlosswall gemessene Stickstoffdioxidbelastung ist im November im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen. Ein Grund: mehr Autos wegen der Neumarktsperrung.′ Die zweite Aussage ist eine Fehlmeldung, neudeutsch Fake-News, und das aus zwei Gründen:

1. Laut den offiziellen Monatsdaten der Lufthygienischen Überwachung in Niedersachsen für das Jahr 2017 (https:// www.umwelt.niedersachsen.de/ themen/ luft/ luen/ aktuelle_messwerte/ monatsprotokolle) lag die durchschnittliche NO2-Belastung im November bei 49 µg/ und im Oktober nur bei 39 µg/ und damit knapp unterhalb des EU-Grenzwertes von 40 µg/ m³. Aber zum Beispiel im Januar 2017 lag der Mittelwert bei 52 µg/ und im März bei 48 µg/ m³. In diesen Monaten war der Neumarkt noch für den Individualverkehr geöffnet! Dies war auch noch der Fall im Juli mit dem geringsten Monatswert von 34 µg/ m³. Die Erklärung dafür: In den Sommerferien in Niedersachsen und NRW gab es sicher ein reduziertes Verkehrsaufkommen in der gesamten Innenstadt sowie wie zitiert auch im Oktober mit den Herbstferien in beiden Bundesländern. Im gesamten Jahr 2017 lagen die NO2-Werte nur in diesen beiden Monaten unter 40 µg/ m³.

2. Laut gerichtlich mehrfach bestätigten Messungen der Deutschen Umwelthilfe wird bei fast allen Dieselfahrzeugen die ordnungsgemäße Abgasreinigung bei Außentemperaturen unter 10 Grad Celsius abgeschaltet. Moderne Dieselmotoren erzeugen durch die höhere Verdichtung und Verbrennungstemperatur mehr Stickoxide als 25 Jahre alte Euro-1-Diesel-Pkw.

Somit ist klar beweisbar, dass nicht die Neumarktsperrung mitverantwortlich für die gestiegene Stickoxidbelastung am Schlosswall ist, sondern vor allem die für das , Dieselgate′ verantwortlichen Automobilkonzerne mit ihren illegalen Abschaltvorrichtungen für Dieselfahrzeuge, zudem der insgesamt überflüssige Individualverkehr nicht nur in der Osnabrücker Innenstadt.

Wie der NOZ-Bericht vom 4. Dezember 2017 , Stadtwerke rüsten 37 Dieselbusse nach′ zeigt, lassen sich durch den Einbau der SCR-Abgasbehandlung knapp 97 Prozent der Stickstoffoxide vermeiden! Was bei einer Dieselbusnachrüstung circa 18 000 Euro kostet, wäre bei Diesel-Pkw für circa 1500 Euro zu haben. Bei genügend politischem Druck und Willen müssten das die Autohersteller zahlen. Dann müssten wir alle kein gesundheitsschädliches Stickoxid mehr einatmen, und auch der Neumarkt wäre in Zukunft endgültig ein lebenswerter Begegnungsort für alle Bürger.″

Dr. Thomas Lob-Corzilius

Osnabrück

Wie man liest, hat Osnabrück weiterhin mit erhöhten Emissionsbelastungen zu kämpfen. Daran könnten zwei Umstände schuld sein. Am Beispiel der Iburger Straße kann man sehen, dass die Ampeln so geschaltet werden, dass man bei regulärem Tempo 50 immer genau zur Rotphase an der nächsten Ampel ankommt. Oftmals steht man an der Einfahrt zum Kinderhospital, ohne dass ein anderer Verkehrsteilnehmer zu sehen ist. Warum passt man das nicht dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen an? Einfach zu lösen mit einer Induktionsschleife in der Fahrbahn, die ja auch bei anderen Kreuzungen angewendet wird. Jetzt hat man am Paradiesweg eine weitere , Verkehrsbehinderungsampel′ aufgestellt.

Jedermann weiß aber, dass genau das Abstoppen, Warten und Anfahren die meisten Emissionen auslöst. Warum gibt es gerade an Werktagen hier keinen Verkehrsfluss durch eine grüne Welle? Denn am Wochenende scheint die Ampelschaltung anders zu funktionieren, so meine Beobachtung. Da gibt es dieses Stop-and-go nicht. Ist also ein Verkehrsfluss gar nicht gewollt? Diese Beobachtungen scheinen auch andere in meinem Bekanntenkreis an anderen Straßen zu machen. Der zu hohe Schadstoffausstoß ist dann wohl hausgemacht?

Wenn man nun hier Tempo 30 einführen will, sollte man auch die Ampelschaltungen entsprechend ändern. Jahrelang ging mein Arbeitsweg über die Miquelstraße zwischen Meller Straße und Iburger Straße. Wenn man an der Schweerstraße startete, Tempo 30 einhielt, kam man genau bei Rot an der Iburger Straße an. Wieso kann man so etwas nicht ändern. An der Meller Straße brauchte man keine Rücksicht auf andere Ampelphasen zu nehmen, dort gibt es keine weiteren Ampeln. Im ganzen Stadtgebiet gibt es diesen Handlungsbedarf: Verkehrsfluss statt Verkehrsbehinderung.

Dazu kommt ein allgemeines Thema, das in der ARD-Sendung , Plusminus′ aufgedeckt wurde. Da werden Software-Adapter legal im Internet vertrieben, die sämtliche Filterwirkung bei Dieselfahrzeugen außer Kraft setzt. Diese sollen allein in Deutschland millionenfach (illegal) eingebaut worden sein, vor allem in Lkw, da dadurch der Kraftstoffverbrauch etwas reduziert wird. Die Polizei kennt das Problem, kann aber nur stichprobenartig kontrollieren.

Wieso stellt die Politik den Vertrieb solcher Apparate, wie auch zum Beispiel Tachomanipulationsgeräte, nicht unter Strafe? Dann gäbe es zumindest eine Handhabe gegen Verkäufer und Käufer. So können sich die Städte noch so bemühen, sie werden keinen Erfolg haben. Ohne aktive Filter gibt es eben keine Senkung der Emissionen.″

Eckehard Lohr

Osnabrück

Bildtext:
Abgasuntersuchung für Dieselmotoren: Ein Leser macht die Autokonzerne mit ihren illegalen Abschaltvorrichtungen″ für die hohen Stickoxidwerte verantwortlich.

Foto:
dpa
Autor:
Thomas Lob-Corzilius, Eckehard Lohr


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