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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Studenten kreieren Online-Plattform
 
Für die Nähe in die Ferne
Zwischenüberschrift:
Studenten wollen mit „Connact Global″ Reisende und Einheimische vernetzen
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück. Osnabrücker Studenten wollen mit der Online-Plattform Connact Global″ Kontakte zwischen sozial engagierten Reisenden und Einheimischen herstellen. Die Plattform wurde bei den Innovate Awards″ ausgezeichnet.

Auf Reisen nicht nur Land, sondern auch Leute kennenlernen? Osnabrücker Studenten machen es möglich mit Connact Global″, einer Art Internet-Kontaktbörse für sozial engagierte Touristen und Einheimische. Preiswürdig, meint die regionale Gründerszene.

Osnabrück. Begegnungen mit Einheimischen geben Reisen Mehrwert. Viele wissen das, aber nur wenigen gelingt eine Kontaktaufnahme, die über das Bestellen von Kaffee und Eis hinausgeht. Insbesondere für Kurzreisende und Zwei-Wochen-Urlauber ist es oft schwer, einen authentischen Einblick in die andere Kultur zu bekommen″, sagt die Osnabrücker Studentin Marlene Eimterbäumer. Mit ihrem Projekt Connact Global″ will sie nun Kontakte zwischen Reisenden und Einheimischen auf eine Weise herstellen, von der beide Seiten profitieren. Das Kunstwort connact″ setzt sich dabei zusammen aus den englischen Wörtern für verbinden″ (connect) und handeln″ (act) an. Global steht für den Anspruch, Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden.

Hilfe bei Projekten

Wie bereichernd es sein kann, nicht nur Land, sondern auch Leute kennenzulernen, weiß die 22-Jährige aus eigener Erfahrung. Mit 15 lebte sie als Austauschschülerin drei Monate in Kalifornien. Intensiveren Kontakt bekommt man im Ausland vor allem, wenn man bei sozialen Projekten mithilft″, sagt Eimterbäumer. Mehrmals unterstützte die Pfarrerstochter aus Borgholzhausen ihren Vater als Leiter von gemeinnützigen Ferienfreizeiten in Rumänien. Nach dem Abitur reiste sie in die USA, wo sie auf einem Foodtruck arbeitete und Essen an Bedürftige austeilte. Weitere Eindrücke sammelte die Studentin in Argentinien und bei einem Auslandssemester in Kolumbien.

Die Wahl ihres Studiengangs Management in Nonprofit-Organisationen″ spiegelt Sinn für Austausch und gegenseitiges Helfen wider. Marlenes Kommilitonen an der Hochschule Osnabrück, Nina Müller (25), Alexander Gerke (24) und Oliver Kliesch (23), begeisterten sich für ihre Idee und packten mit an. Zusammen bilden sie nun das Team rund um Connact Global.

Gleich zu Beginn des Masterstudiums hat Marlene uns von ihrem Konzept erzählt und gefragt, ob wir Lust hätten, ihr bei der Umsetzung zu helfen. Da ich selber gerne reise und das Problem, kaum Einheimische kennenzulernen, auch schon hatte, habe ich direkt zugestimmt″, berichtet Nina Müller. Alexander Gerke sagt: Die Welt wird immer kleiner, doch die Menschen entfremden sich immer mehr. Gerade in Zeiten, wo in unserer Gesellschaft die Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen abnimmt, ist es wichtig, Projekte ins Leben zu rufen, die gegensteuern. Wir bieten mit unserer Plattform genau diese Möglichkeit, nämlich Vorurteile abzubauen.″

Die Idee zu Connact Global kam Marlene Eimterbäumer allerdings nicht im Studium. Nach einer Sri-Lanka-Reise fragte mich meine Mutter nach der Lebensweise der Menschen dort″, erinnert sich die Gründerin. Und wieder einmal fiel mir auf, dass sich leicht über Landschaft und Strände berichten lässt, aber viel zu wenig über das Leben der einheimischen Bevölkerung.″ Das war die Geburtsstunde ihres Projekts, das sie heute mit dem Slogan Für die Nähe in die Ferne″ bewirbt.

Suchen und finden

Ziel von Connact Global sei es, durch eine leicht zu bedienende Plattform einen Austausch zu realisieren, auch wenn man nur kurze Zeit im Ausland sei. Und das geht so: Menschen und Organisationen in aller Welt erstellen Profile auf connactglobal.org, um dort ihre Projekte vorzustellen und tatkräftige Helfer auf sich aufmerksam zu machen. Reisende wiederum, die sich für ein bestimmtes Vorhaben in ihrem Reiseland interessieren, können sich über ihr eigenes Nutzerkonto auf der Internetseite mit den Einheimischen verabreden. Wir fördern die Kontaktaufnahme″, erklären die Osnabrücker Studenten. Daraus erwachse bei den Teilnehmern nicht nur ein besseres Verständnis der jeweils anderen Kultur, sondern im besten Fall auch echte Freundschaft.

Ein großes Netzwerk mit sozialen und kulturellen Projekten überall auf der Welt soll künftig auf der Plattform entstehen. Herausforderung sei, nur solche Projekte einzubeziehen, die beidseitig positive Effekte stifteten. Das Connact-Global-Team arbeitet dazu mit ausländischen Studenten der Hochschule Osnabrück zusammen, ist aber auch dankbar für Anregungen von Touristen, die selbst gute Erfahrung mit einem Projekt im Ausland gemacht haben. Tipps können via E-Mail an Marlene.Eimterbaeumer@ gmx.de gesendet werden.

1500 Euro Preisgeld

Im Gegensatz zu manchem anderen Anbieter von Freiwilligenarbeit im Ausland ist die Teilnahme bei Connact Global nicht an lange Zeiträume gebunden und kostenfrei. Nur so geht′s wirklich auf Augenhöhe″, betont Marlene Eimterbäumer. Neben der Mithilfe sei immer auch die interkulturelle Begegnung zentraler Bestandteil. Lerne einen peruanischen Volkstanz in einem Kinderheim in Lima, nähe dein eigenes Kleid mit einer Näherin aus Südafrika, die ihr eigenes Geschäft durch die Unterstützung von Mikrokrediten aufbauen konnte, oder ernte deinen eigenen Tee mit den einheimischen Bauern in Sri Lanka.″

Ausgezeichnet findet das Ganze bereits die regionale Gründerszene. Ende November gewann Connact Global bei den Innovate Awards″ in Osnabrück in der Kategorie Campus und damit ein Preisgeld von 1500 Euro. Die Fortschritte des Projekts können jetzt im Internet auf connactglobal.org sowie auf der Facebook-Seite ConnAct global″ mitverfolgt werden.

Bildtext:
Verbinden, handeln weltweit: Dafür steht das preisgekrönte Projekt Connact Global″. Die Idee für den organisierten Austausch von sozial engagierten Reisenden und Einheimischen hatte die Osnabrücker Studentin Marlene Eimterbäumer.

Foto:
Carolin Hlawatsch
Autor:
hla


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