User Online: 1 | Timeout: 23:28Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
War Flüchtling ein Schleuser?
 
Mutmaßlicher Schleuser in Osnabrück verhaftet
Zwischenüberschrift:
Sechs Personen starben bei der Überfahrt im Mittelmeer – Beschuldigter gab sich als Flüchtling aus
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein 27-jähriger in Osnabrück als Flüchtling lebender Afghane soll in Wahrheit ein Schleuser gewesen sein. Die Bundespolizei hat ihn gestern verhaftet wegen Einschleusung von Ausländern mit Todesfolge in sechs Fällen.

Osnabrück. Die Bundespolizei hat gestern in Osnabrück einen mutmaßlichen Schleuser verhaftet, der sich als Asylbewerber ausgegeben hatte. Zwei Frauen und vier Kinder, die er begleitet haben soll, starben während der Überfahrt im Mittelmeer.

Am Dienstag durchsuchte die Bundespolizei zwei Wohnungen und verhaftete den 27-Jährigen wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern mit Todesfolge in sechs Fällen, wie der Osnabrücker Staatsanwalt Christian Bagung unserer Redaktion berichtete. Der Afghane soll für den Tod mehrerer Menschen verantwortlich sein, die während einer missglückten Überfahrt von der Türkei nach Griechenland im Januar 2016 ertranken.

Der Afghane soll einer Schleusergruppe angehört haben und zwei Frauen und vier Kinder auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland als sogenannter Begleitschleuser begleitet haben. Das mit 90 Personen völlig überfüllte Boot sank in rauer See. Nur 24 Personen konnte die griechische Küstenwache retten. 35 Leichen barg diese, die anderen Personen blieben vermisst. Auch die zwei Frauen und vier Kinder, die der Beschuldigte begleitet hatte, starben. Für deren Überfahrt hatte er pro Person 2700 Euro kassiert, sagte Bagung in der Summe 16 200 Euro.

Nach seiner Rettung gab der nun verhaftete Afghane in Griechenland an, selbst Flüchtling zu sein. Im Februar 2016 beantragte er in Deutschland Asyl, lernte Deutsch und ging in Osnabrück einer Anstellung nach, wie Bagung sagte.

Mehrmonatige Ermittlungen waren der Verhaftung des Afghanen vorausgegangen. Auf die Schliche kamen die Ermittler dem 27-jährigen mutmaßlichen Schleuser durch Zeugenhinweise. Alle Geretteten wurden damals namentlich erfasst″, sagte Bagung. Einige Überlebende gaben an, der Beschuldigte sei gar kein Flüchtling, sondern Teil der Schleusergruppe gewesen. Er ist einer von mehreren, aber wohl nicht Kopf der Bande″, so Bagung zum aktuellen Ermittlungsstand. Der Beschuldigte selbst streitet die Vorwürfe den Angaben des Staatsanwalts zufolge ab.

Mehr als 30 Bundespolizisten waren gestern im Einsatz und durchsuchten zwei Wohnungen: die Meldeadresse eine Asylunterkunft –, sowie eine Wohnung, in der sich der Beschuldigte oft aufgehalten haben soll. (Mit AFP)
Autor:
yjs


Anfang der Liste Ende der Liste