User Online: 1 | Timeout: 02:58Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Glyphosat spaltet Landvolk und Nabu
 
Wo der Stoff in der Region eingesetzt wird
Zwischenüberschrift:
Gegensätzlicher könnten die Haltungen zum Unkrautvernichter nicht sein:Albert Schulte to Brinke und Andreas Peters im Streitgespräch
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Was halten Sie von der um fünf Jahre verlängerten Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat?

Der Unkrautvernichter spart Zeit, Arbeit und Geld. Wie viele Landwirte in der Region müssten ihrer Einschätzung nach schließen, wenn der vergleichsweise günstige Glyphosat nicht mehr eingesetzt werden darf?

Frankreich will Glyphosat wegen der Risiken im eigenen Land verbieten. Die internationale Behörde für Krebsforschung hält den Wirkstoff für wahrscheinlich krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält eine krebsfördernde Wirkung für unwahrscheinlich. Wem glauben Sie?

Glyphosat ist das mit Abstand am meisten eingesetzte Herbizid. Kämen Landwirte auch ohne den Unkrautvernichter aus?

Inwiefern halten Sie eine für Mensch und Umwelt verträglichere Landwirtschaft mit dem Einsatz von Glyphosat vereinbar?

Es gibt mehr als 250 Wirkstoffe, die als Pflanzenschutzmittel eingestuft werden und Glyphosat somit möglicherweise ersetzen könnten. Würde das Verbot des Herbizids überhaupt etwas ändern?

Das Umweltbundesamt kritisiert, dass Glyphosat Insekten- und Vogelarten die Lebensgrundlage entzieht und die Artenvielfalt bedroht. Gibt es neue Technologien oder praktikable umweltfreundlichere Alternativen dazu?

Halten Sie eine Agrarwende für nötig und wenn ja, wie sollte der Weg hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft aussehen, die auf massive Düngepraxis und mit Chemie überfrachteten Ackerbau verzichtet?

In welchem Maße müssten Landwirte von der Regierung stärker unterstützt werden und Verbraucher bereit sein, mehr zu zahlen, damit Felder ohne Herbizide, Insektizide und Fungizide bestellt werden können?

Bildtext:
Andreas Peters Vorsitzender NABU Osnabrück

Foto:
dpa

Osnabrück. Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch bei der Deutschen Bahn und in Privathaushalten in der Region werden glyphosathaltige Mittel eingesetzt. Die Menge ist im Verhältnis jedoch deutlich geringer. Der Gleisbereich muss frei von Bewuchs bleiben. Derzeit stellen weder thermische noch mechanische Verfahren eine Alternative zum begrenzten Einsatz von Herbiziden im Gleisbereich dar″, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis auf Anfrage unserer Redaktion.Jährlich würden rund 80 Tonnen an Herbiziden für das gesamte Schienennetz mit einer Gleislänge von über 61 000 Kilometern aufgewandt. Das entspreche 0, 4 Prozent der in Deutschland insgesamt ausgebrachten Herbizidmengen.

Privatleuten ist es grundsätzlich untersagt, chemische Unkrautbekämpfungsmittel auf Einfahrten, Hofflächen und Wegen zu verwenden. Allerdings ist der Einsatz im heimischen Garten erlaubt. Der Sprecher der Landwirtschaftskammer, Wolfgang Ehrecke, erklärt: Für einige Glyphosat-Herbizide wie etwa , Roundup LB plus′ gibt es noch eine Zulassung im Haus- und Kleingartenbereich.″ Gleichwohl hätten zahlreiche Baumärkte Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat aus den Regalen genommen. Es gebe mittlerweile eine Reihe nicht chemischer Methoden der Unkrautbekämpfung.

Der für Grünflächenunterhaltung zuständige Osnabrücker Servicebetrieb, die Stadtwerke Osnabrück, die Gärtner am Kreishaus sowie die Straßenmeistereien verzichten komplett auf chemische Unkrautbekämpfung.

Glyphosat

Glyphosat wird als Wirkstoff seit mehr als 40 Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Der US-Agrarkonzern Monsanto entwickelte Glyphosat für die Vernichtung von Unkraut. Seitdem im Jahr 2000 das Patent auf die Substanz auslief, werden auf Glyphosat basierende Breitbandherbizide von Dutzenden weiteren Herstellern vertrieben. Das Unkrautvernichtungsmittel blockiert ein Enzym, das Pflanzen zur Herstellung lebenswichtiger Aminosäuren benötigen. In der Landwirtschaft wird das Herbizid im Acker-, Wein- und Obstbau, auf Weiden und Rasenflächen sowie im Forst verwendet. Die Bahn setzt es ein, um Gleise von Bewuchs zu befreien. Nach Angaben der Bundesregierung landeten 2014 rund 5300 Tonnen Glyphosat auf deutschen Äckern. Besitzer von Haus- und Kleingärten versprühten 2014 demnach 95 Tonnen auf ihren Flächen. Das Unkrautvernichtungsmittel ist umstritten, weil es im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Die EU-Kommission hat die Zulassung des Herbizids um fünf Jahre verlängert. 18 EU-Mitgliedstaaten stimmten für den entsprechenden Vorschlag der Kommission auch Deutschland. Das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium war für und das SPD-geführte Umweltministerium gegen eine weitere Zulassung.
Autor:
jcf


Anfang der Liste Ende der Liste