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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Villa Schlikker wird zum Hans-Calmeyer-Haus
Zwischenüberschrift:
Kulturausschuss stellt die Weichen für Ausstellung und Umbenennung – Stadtbibliothek unterfinanziert – Fehlende Proberäume
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Die Villa Schlikker wird zum Hans-Calmeyer-Haus: Das hat der Kulturausschuss in großer Einmütigkeit beschlossen. Wir sind an einem Punkt, wo wir ein Zeichen setzen müssen″, sagt Fritz Brickwedde, und es dürfte kein Zufall sein, dass der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion höchstpersönlich für seine Partei an der Ausschusssitzung im Schölerberg-Museum teilnimmt. Seine Partei fordert, dem bedeutendsten Widerständler der NS-Zeit″ eine interaktive Ausstellung″ zu widmen und das einstige Hauptquartier der NSDAP, die Villa Schlikker, in Hans-Calmeyer-Haus umzubenennen. Heiko Schlatermund (SPD) regt zusätzlich an, wissenschaftliche Forschung um Calmeyer voranzutreiben, und der Ausschuss spricht sich einstimmig für die Pläne aus.

Für 2018 stellt die Stadt 30 000 Euro für Planungskosten für den Umbau der Villa Schlikker zur Verfügung und weitere 20 000 Euro für die Konzeption des künftigen Calmeyer-Hauses. Gleichzeitig mahnt Heiko Schlatermund (SPD), gemeinsam Mittel für eine interaktive Ausstellung, aber auch für einen möglichen Forschungsschwerpunkt einzuwerben. Das Haus wird damit zu einer der vier Säulen des Museumsquartiers, wie das Areal aus Nussbaum-Haus, Kulturgeschichtlichem Museum, Akzisehaus und Villa Schlikker künftig heißen soll. Ein zentrales Projekt innerhalb der Neukonzeption durch Museumsleiter Nils-Arne Kässens wird die neue Stadtgeschichtliche Ausstellung. 1, 2 Millionen Euro veranschlagt Kurator Herwig Kenzler dafür, wobei 2018 lediglich 100 000 Euro fällig werden. Dafür lockt ein lebendiges Museum″, wie Sebastian Bracke (Die Grünen) sagt. Und Kulturdezernent Wolfgang Beckermann sicher kein Mann unbedachter Freigiebigkeit sieht eher den kritischen Faktor Zeit″ als Probleme bei der Finanzierung.

Generell kritisch ist hingegen die Situation der Stadtbibliothek. Leiterin Martina Dannert stellt zwar mit ihrem Team Pläne von Lesungen auf dem Fritz-Wolf-Platz bis zu einer Dachterrasse vor. Doch dann benennt sie ziemlich unverblümt die Probleme: zu wenig Personal, zu niedriger Etat. Mit beiden Kennzahlen rangiert die Stadtbibliothek im Vergleich zu anderen Bibliotheken in Niedersachsen, der nordrhein-westfälischen Nachbarschaft, aber auch zu Einrichtungen in Süddeutschland auf den hinteren Plätzen. Brickwedde reagiert darauf so, wie man auf missliebige Statistiken reagiert: Man zweifelt die Studie an. Tatsächlich muss Dannert einräumen, dass ihr Ranking keinen Anspruch auf wissenschaftliche Fundiertheit erheben kann. Doch Dezernent Beckermann konstatiert die gleichen Mängel die ironischerweise auch aus der Sachkostensperre resultieren, die die Stadt sich selbst auferlegt hat. Aus Verwaltungssicht fallen Bücher nämlich unter die Kategorie Sachkosten und unterliegen damit einer Finanzsperre, aus Bibliothekssicht machen sie das Wesen der Institution aus. Anders gesagt: Die Stadt spart ihre Bibliothek kaputt. Immerhin hat Dannert das Problem benannt.

Einen weiteren Mangel hat der Kulturausschuss selbst in Augenschein genommen: Es fehlen Proberäume für Bands, und der Mangel könnte eklatant werden. Spätestens Ende 2018 ist am Güterbahnhof Schluss″, sagt Bracke. Und ist der Verkauf der ehemaligen Limberg-Kaserne unter Dach und Fach, könnten sehr schnell 61 Bands auf der Straße stehen. Brigitte Neumann (CDU) sieht trotzdem keinen dringenden Handlungsbedarf, Schlatermund und Klaus Terbrack (Die Grünen) hingegen schon. Und auch Beckermann erkennt den Handlungsbedarf zumal eine Lösung des Problems nicht nur den Kulturbereich betrifft, sondern sich mehrere städtische Fachbereiche abstimmen müssen. Linderung könnte ein Areal am Hafen bringen wenn dort die Proberäume entstünden, von denen seit Jahren gesprochen wird. Fürs Erste wird die Kulturverwaltung allerdings alle Informationen zu diesem weiten Feld aufbereiten, um alle Ausschussmitglieder auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Ein Anfang.
Autor:
Ralf Döring


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