User Online: 1 | Timeout: 05:52Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Blick auf eine facettenreiche Persönlichkeit
Zwischenüberschrift:
Vorstellung neuer Publikationen zu Justus Möser bei „Stadtgesprächen″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Stadtgespräch″ zu Neuerscheinungen zu Justus Möser″, Kulturgeschichtliches Museum, von links Holger Böning und Martin Siemsen, 29. November 2017 ;

Osnabrück. Einblicke in das publizistische Wirken Justus Mösers (1720–1794) gaben der Bremer Geschichtsprofessor Holger Böning und der Osnabrücker Historiker Martin Siemsen bei ihrer Buchvorstellung im Vortragssaal des Kulturhistorischen Museums. Im Rahmen der neuen Reihe Stadtgespräche″ trugen sie Auszüge aus ihren in diesem Jahr erschienen Werken vor und stellten sich den Fragen des Publikums.

Zur Lektüre empfohlen Neuerscheinungen zu Justus Möser″ lautete der Titel der Buchpräsentation, welche in Zusammenarbeit mit der Justus-Möser-Gesellschaft stattfand. Dank der unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Bücher kamen, neben biografischen Facetten Mösers, auch zahlreiche zeitgeschichtliche Aspekte zur Sprache, die das gesellschaftliche Umfeld des Osnabrücker Juristen und Staatsmannes beleuchteten. So bettet Böning sein Werk Justus Möser Anwalt praktischer Vernunft. Der Aufklärer, Publizist und Intelligenzblattherausgeber″ in den Kontext der Aufklärung und ihrer Einflüsse in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein. Für die damalige Volksaufklärung″ spielten die Intelligenzblätter″ eine wichtige Rolle. Keines habe jedoch literarisch so anspruchsvolle Texte veröffentlicht wie die Wöchentlichen Osnabrückischen Intelligenzblätter″, als deren Herausgeber Möser agierte, betonte Böning, der sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte der deutschen Presse beschäftigt. An Möser fasziniere ihn vor allem, dass dieser eine Obrigkeit repräsentierte, die sich tatsächlich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert habe.

Martin Siemsen, der Auszüge aus seinem Justus Möser Lesebuch″ vortrug, bescheinigte Möser zwar eine zuweilen recht patriarchale Sichtweise, stimmte aber darin überein, dass in dessen Regierungsverständnis der Mensch und Bürger tatsächlich im Mittelpunkt gestanden habe.

Auf Mösers Arbeit im Rahmen der Osnabrückischen Intelligenzblätter″ kamen die beiden Experten auch in der anschließenden Fragerunde zu sprechen. Rund 500 gedruckte Exemplare seien jeweils erschienen, was angesichts einer damaligen Bevölkerungszahl von 10 000 im Erscheinungsgebiet und des hohen Verkaufspreises beachtlich gewesen sei. Zudem sei jedes der Intelligenzblätter von einer Vielzahl von Menschen gelesen worden.

Zwar behandelten die Intelligenzblätter auch so zeitlos relevante Themen wie Toleranz, Freiheitsrechte oder den Umgang mit Vorurteilen. Ganz frei sei aber auch Möser von Letzteren nicht gewesen, wie etwa seine zahlreichen Einlassungen zu den Gefahren des Kaffeetrinkens belegten, betonten die Experten.

Bildtext:
Trugen Auszüge aus ihren Werken zu Justus Möser vor: Holger Böning (links) und Martin Siemsen.

Foto:
Elvira Parton
Autor:
Christoph Beyer


Anfang der Liste Ende der Liste