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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mit einer Träne im Auge
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Inspiration für eigenes Engagement Holocaust-Überlebende Erna de Vries spricht im Institut für Islamische Theologie″ (Ausgabe vom 10. November).

Ja, die Holocaust-Überlebende Erna de Vries kann nur bedauern, dass sie erst heute berichten darf. Im Nachkriegsdeutschland war man nicht erpicht darauf, etwas über dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte zu erfahren.

So sagte die emigrierte Philosophin Hannah Arendt in ihrem Essay , Besuch in Deutschland′ von 1950: , Die Deutschen sind dem Sündenfall im Paradies näher als dem Ereignis des Holocaust in der jüngsten Geschichte!

Erna de Vries tief entsetzt von ihrem persönlichen Auschwitz-Erleben als junges Mädchen konnte nicht anders, als das Berichten über die dortige Ermordung ihrer Mutter zu ihrer Lebensaufgabe zu machen. Das ist wohl etwas, das auch wir als Aufgabe betrachten sollten wir, die aus der Generation hervorgingen, die ihre christlichen Überlieferungen zugunsten eines brutalen Stammesführers vergaß und dem Hass freien Lauf ließ. Da können wir über unsere Jugend froh sein, die sich bei der Befragung von Erna de Vries im Osnabrücker Institut für Islamische Theologie zu Wort meldete und sich darin bestärkt fühlte, gegen eine in unserer Welt immer wieder vorkommende kollektive Feindlichkeit anderen Menschengruppen gegenüber anzukämpfen.

Wir älteren Deutschen können mit ihnen tröstlich an unser Europa denken, wo sich das Liebevoll-Menschliche ganz eindrücklich in der Kunst findet: in Dürers Melencolia, in Grünewalds Eremite′ oder in da Vincis Lächeln der Mona Lisa. Ob und wie Erna getröstet ins Leben zurückfand, müssen wir sie nicht fragen. Nehmen wir aber die Träne wahr, die uns bei Gedanken an sie in die Augen kommt.″

Roswitha und Dieter Pentzek

Melle

Bildtext:
Erna de Vries war in diesem Monat zu Gast im Institut für Islamische Theologie an der Uni Osnabrück.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Roswitha Pentzek, Dieter Pentzek


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