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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Es gibt auch Schattenseiten privater Fotovoltaikanlagen
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel So rechnet sich private Fotovoltaik Osnabrücker Solaroffensive 3.0 mit Kataster und Renditerechner″ (Ausgabe vom 11. November).

In dem Bericht sind ausschließlich die guten Gründe für die Anschaffung einer Fotovoltaikanlage aufgeführt.

Die Modellrechnung mit den 15 000 Euro zweifele ich stark an, zumal sie weder qm-Fläche noch Kilowatt peak (kWp ) enthält. Fraglich ist außerdem, ob beim Renditerechner der Stadtwerke Osnabrück (SWO) auch folgende Faktoren einfließen, die dem Betreiber die Freude an der Anlage nehmen. Sie mindern die Rendite nämlich erheblich.

1. Der Betreiber muss beim Finanzamt einen Nebenerwerb oder ein Einzelunternehmen anmelden und gilt dann als Unternehmer und Kraftwerksbetreiber. Daraus folgt, dass auf die Einnahmen Steuern entfallen. [...]

2. Die Anlage sollte zweckmäßigerweise versichert werden, denn zum Beispiel ein schwerer Hagelschlag kann zum Totalschaden führen. Inklusive Versicherung des teuren Wechselrichters (und der ist statistisch gesehen mindestens einmal defekt) sind das günstigstenfalls 130 Euro im Jahr oder auch mehr.

3. Die gravierendste Einschränkung des Ertrages aber beinhaltet das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) selbst. Führt es doch dazu, dass in der Spitze circa ein Drittel der Stromleistung gar nicht ins Netz und somit auch nicht ins Portemonnaie des Betreibers gelangt. Zitat aus dem entsprechenden Flyer der SWO zum sogenannten Einspeisemanagement: , Nach den Regelungen des EEG 2012 sind nun auch Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlung (Photovoltaik-Anlagen) in das Einspeisemanagement einzubinden. Anders als bei anderen regenerativen Energieträgern sind auch hier Anlagen mit einer Leistung unter 100 kW betroffen. Dies ist zurückzuführen auf den großen Zubau an installierter Leistung in diesem Segment. Realisiert wird diese Regelung mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung′, dem sogenannten Funkrundsteuergerät.

Das heißt in der Praxis: Dem Kleinanlagenbetreiber werden per Gesetz und Ferneingriff circa ein Drittel der produzierten Spitzenleistung nicht abgenommen beziehungsweise bezahlt, weil es die Netze gar nicht aufnehmen können. Währenddessen leiten die Energieriesen ihre Megawatt aus immer neuen Offshore-Windanlagen in dieselben Netze und werden noch subventioniert.

Die Alternative zum Rundsteuergerät, welches der verehrte SWO-Kunde natürlich inklusive Einbau und Bereitstellung des nötigen Internetanschlusses selbst bezahlen muss, ist die einprogrammierte pauschale Drosselung der Spitzen-kW auf 70 Prozent.

Bei unserer 4, 3-kWp-Anlage sieht man das sehr deutlich am parabelförmigen Diagramm für die Leistung, welches ab 3 kWp in einer waagerechten Linie wie ein Tafelberg abgeschnitten ist. Diese Kappung ist aus der entsprechenden Grafik bei den SWO nicht ersichtlich.

Schade um die Energie und unsere Rendite, die vor Einführung dieser Regelung recht ordentlich war, aber nun sehr viel geringer ausfällt und die Prognose bei Weitem verfehlt, und das obwohl eigenfinanziert. […]″

Andreas Sangmeister

Osnabrück
Autor:
Andreas Sangmeister


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