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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Leserbrief.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ernst nehmen!

Weil wir, die Gesellschaft, uns selbst nicht trauen, leisten wir uns staatlich angestellte und bezahlte Denkmalschützer, Landschaftsschützer, Naturschützer. Es sind das hochqualifizierte, sensible Spezialisten, die darüber wachen sollen, daß technische, kommerzielle, wirtschaftliche Interessen sich nicht verselbständigen, sondern " im Dienste" des Menschen bleiben, wohin sie gehören. Der niedersächsische Landeskonservator Dr. Roggenkamp ist solch ein - prominenter - Schutzpatron, und deshalb sollte sein Beitrag " Sanieren soll heilen", in dem er mit eingehender Begründung vor dem Durchstoßen des Herrenteichswalles warnt, sehr ernst genommen werden. Ratsbeschlüsse sind ja keine Eigenfesselung, sie können rückgängig gemacht und nach neuerer Einsicht geändert werden. Was ist eine Stadt? Sie ist das Gehäuse, das sich ihre Bürger schufen, um darin zu wohnen und zu leben. Sie wächst von innen nach außen, und an Baustilen und Straßenführungen können die jeweils zeitgenössischen Bürger sozusagen die Jahres- oder vielmehr Jahrhundertringe dieses sich ständig verzweigenden Organismus " Stadt" ablesen. Der Krieg hat soviel Substanz unserer Städte zerstört; wir sollten das, was vom Gehäuse erhalten blieb, aufs sorgfältigste pflegen, sanieren (das Wort bedeutet heilen), nicht nur einzelne wertvolle Kirchen, Fachwerkhäuser oder Palais, sondern auch Winkel und Gassen, so krumm sie sein mögen. Es wird genügend Liebhaber solcher alten Wohnviertel geben, wenn man hinter den alten Fassaden die Wohnungen modernisiert, wie es in vielen anderen Großstädten geschieht. Auch bei uns wird es dahin kommen, wie es in den USA schon ist, daß der Autoverkehr innerhalb der Städte sich selbst ad absurdum führt. Diese Entwicklung vor Augen, sollten wir nicht unsere räumlich kleine City durch breite Autostraßen zerschneiden zu einem Zeitpunkt, da andernorts fortschrittlichere Lösungen des Verkehrsproblems bereits breit diskutiert werden.
Dr. Gertraude Ils
Bad Iburg
Am Urberg 12


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