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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Deutlich bessere Luft am Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Sperrung macht sich bemerkbar – Viele Fahrer weichen nicht auf Schlosswall aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die gute Nachricht zuerst: Die Stickstoffdioxidbelastung am Neumarkt ist nach der Sperrung deutlich zurückgegangen, und längst nicht alle Fahrer weichen auf den Schlosswall aus. Die schlechte Nachricht: Der Jahresgrenzwert wird am Neumarkt erneut deutlich überschritten.

Osnabrück. Zum zweiten Mal im laufenden Jahr registrierte der Passivsammler am Neuen Graben weniger als 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft (µg/ m³) in einem Zweiwochenzeitraum. 40 ist die entscheidende Zahl, denn auf diesen Wert begrenzt die EU das Jahresmittel.

Seit dem 13. Oktober ist Neumarkt für den motorisierten Individualverkehr dicht. Im Zeitraum 20. September bis 5. Oktober lag die NO2-Konzentration dort bei 52, 2 Mikrogramm. Vom 5. bis 19. Oktober sank der Mittelwert auf 44, 4 und vom 19. Oktober bis 3. November auf 38, 5 Mikrogramm.

Ausschließlich vom 4. bis 19. April während der Osterferien war der Wert mit 37, 7 Mikrogramm geringer ausgefallen. Den negativen Spitzenwert mit 60, 4 Mikrogramm registrierte der Passivsammler zwischen dem 21. August und 5. September. Das geht aus einer Auflistung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts Hildesheim hervor. Es handelt sich um vorläufige Zwischenergebnisse.

Der Mittelwert der vergangenen zwölf Monate liegt am Neumarkt nun bei 49, 0, der Mittelwert für die Monate Januar bis Oktober bei 48, 1 Mikrogramm 20 Prozent über dem von der EU erlaubten Jahresmittelwert.

Auch am Schlosswall war die NO2-Konzentration im Oktober gesunken trotz der Neumarktsperrung. Der Mittelwert für die Monate Januar bis Oktober lag bei 43, 4 Mikrogramm.

Mit den Daten der ersten zehn Monate dürfte klar sein: Am Schlosswall und Neumarkt werden die Jahresmittelwerte auch 2017 überschritten wie auch in den Jahren zuvor. 2016 hatte der Mittelwert am Schlosswall 47 und am Neumarkt 48 Mikrogramm betragen.

3600 Fahrzeuge mehr

Vor der Sperrung hatten täglich 14 300 Fahrzeuge den Neumarkt werktags überquert, davon etwa 1700 Busse. Theoretisch sind es nun also 12 600 Fahrzeuge täglich weniger. Das geht aus neu erhobenen Verkehrszahlen hervor, sagt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Umwelt, auf Anfrage unserer Redaktion.

Den Schlosswall hatten auf Höhe der dortigen Messstation 2015 bei geschlossenem Neumarkt werktags 32 800 Fahrzeuge passiert. Nach der Öffnung sank die Zahl auf 29 200 Fahrzeuge also 3600 weniger.

Aus den Zahlen lässt sich schließen: Von den theoretisch täglich 12 600 Fahrzeugen weniger auf dem Neumarkt weichen nur 3600 auf den Schlosswall aus. 9000 Fahrer suchen sich täglich andere Wege, die zumindest nicht an der Messstation am Schlosswall entlangführen.

Wenn die Stadt Osnabrück das Problem der schlechten Luftwerte nicht zeitnah in den Griff bekommt, droht die Deutsche Umwelthilfe mit einer Klage. Ein gerichtlich angeordnetes Dieselfahrverbot wäre in der Folge möglich.

Bildtext:
Der Passivsammler zur Luftqualitätsmessung am Neuen Graben: Nach der Neumarktsperrung am 13. Oktober dieses Jahres sanken dort die NO2-Werte.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jörg Sanders


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