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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Schweigen der Hauseigentümerin
Zwischenüberschrift:
Bürgerforum: Ist das Haus Herderstraße 22 ein Baudenkmal oder nicht?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nachbarn wollen das Haus Herderstraße 22 retten aber wie? Diese Frage beschäftigte das Bürgerforum für die Stadtteile Westerberg und Weststadt ebenso wie Verkehrsprobleme und Bebauungspläne.

Osnabrück. Eingeschlagene Fensterscheiben, Graffiti an den Wänden: Seit 20 Jahren steht das Haus Herderstraße 22 leer und verwahrlost seitdem. Bis in die 1930-Jahre hinein gehörte es der jüdischen Familie Flatauer bis die Nationalsozialisten ihr die Lebensgrundlage entzogen und das Haus schließlich verkauft werden musste. Die jetzige Eigentümerin, Nachfahrin des Käufers aus dem Landkreis, kümmert sich nicht um das Gebäude und reagiert nicht auf Anfragen.

Nachbarn möchten das Haus aus dem Jahr 1929 erhalten. Aber wie? Nach Auskunft der Denkmalpflege in Oldenburg ist es kein Baudenkmal, weil sich das Erscheinungsbild nach Umbauten während der vergangenen Jahrzehnte nicht mehr im Originalzustand befindet weder außen noch innen. Darüber wunderte und empörte sich Hartmut Böhm vom Bürgerverein Katharinenviertel: Für ihn sind es vor allem die geschichtlichen Aspekte, die das Haus erhaltenswert machen und nicht der reine Stil″, der im Übrigen ja auch wiederhergestellt werden könne. Böhm berichtete außerdem, der Bürgerverein warte noch auf eine Antwort des Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover.

Manfred Haubrock vom Bürgerverein liegt es am Herzen, dass die Immobilie nicht zum reinen Spekulationsobjekt″ wird. Wie der Fachbereich Städtebau im Bürgerforum mitteilte, hat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert inzwischen der Eigentümerin des Hauses einen Brief geschrieben und ihr darin Unterstützung seitens der Stadt und ein persönliches Gespräch″ angeboten. Auch er wartet bisher vergeblich auf eine Antwort.

Befinden sich die Studenten in den Semesterferien, finden die Anwohner des Lönsweges leichter einen Parkplatz: Viele Studenten stellen offenbar im Umfeld von Universität und Hochschule ihre Fahrzeuge ab. Und das hat Konsequenzen für die Anwohner. Eine von ihnen ist Britta Siewing. Sie drängt auf eine Lösung. Ingo Dauer appellierte an die Stadt, für die betroffenen Straßen ein Bewohnerparken einzuführen. Bürgermeisterin Birgit Strangmann, die das Bürgerforum leitete, schlug vor, das Problem auch mit der Hochschule zu besprechen. Stadtrat Wolfgang Beckermann versicherte den Anwohnern: Die Verwaltung nimmt das Problem ernst.″ Gleichwohl seien die Studenten in Osnabrück willkommen″.

Die Verwaltung ist weiterhin auf der Suche nach Platz für Wohnhäuser und hat nach wie vor auch ein Gelände am Corneliusweg im Blick was den Akteuren der Gruppe Wir bleiben im Garten″ missfällt. Wie Lars Bielefeld vom Fachbereich Städtebau mitteilte, steht eine Entscheidung im Rat noch aus. Zunächst werde am Donnerstag, 14. Dezember, der Lenkungskreis beraten. Sollten die Gartenfreunde verschont bleiben, wäre dies vielleicht nur vorläufig: Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass wir nicht vielleicht in fünf Jahren wieder über diese Fläche sprechen.″

Die Wagenburg am Finkenhügel bangt weiterhin um das Fortbestehen ihrer alternativen Wohnform. Die Verwaltung arbeitet jedenfalls an einem Bebauungsplan, aber nicht hinter verschlossenen Türen″, wie Lars Bielefeld versicherte. Genau das jedoch befürchten die Nachbarn. Elisabet Michel vom Bürgerverein Nord-West, formulierte es so: Wir wollen nicht, dass uns ein fertiger Plan vorgesetzt wird und nichts ist mehr zu ändern.″

Wozu dienen die Eisenstangen entlang der Fahrradwege an der Mozartstraße und Am Natruper Holz? Das wollte Elisabet Michel wissen. Die Verwaltung erläuterte, die Pfähle verhinderten, dass Autofahrer die Berliner Kissen umfahren, und dienten dem Winterdienst bei Schneefall der Orientierung. Darüber lachten die Anwohner, aber sie ärgern sich auch, denn bei den Eisenstangen″ handele es sich um eine gefährliche Attacke auf Radfahrer″.

Bildtext:
Ein Haus verfällt: Wie geht es mit dem Gebäude mit der Adresse Herderstraße 22 weiter? Nachbarn engagieren sich bisher vergeblich für den Erhalt. Einst gehörte es einer jüdischen Familie, die es unter dem Druck der Nationalsozialisten verkaufen musste. Die Nachfahrin des Käufers aus dem Landkreis reagiert bisher nicht auf Anfragen.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jann Weber


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