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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Antikatholische Polemik
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Kommentar Die katholische Kirche muss sich endlich öffnen″ von Jean-Charles Fays mit Bezug auf den Artikel Ausblick nach Reformationsjahr Jeska wünscht sich gemeinsames Abendmahl″ (Ausgabe vom 10. November).

Wie viel theologische Kompetenz darf von einem Kommentator einer Lokalzeitung erwartet werden? Ich weiß es nicht. […] Freilich steht Herr Fays mit seiner , Argumentation′ nicht alleine da. Es ist stets das gleiche Muster: Jesus ist doch Einladender zum Abendmahl, und er lädt alle ein. Die evangelische Kirche ist da schon großzügig und zeitgemäß und lädt auch Katholiken zu ihrem Abendmahl ein. Nur die katholische Kirche oder besser die nicht zeitgemäße Leitungsebene ist so rückständig und engstirnig, dass sie sich für dieses Ansinnen der Basis nicht öffnet.

Müßig darüber zu diskutieren, mit wie vielen Unterstellungen gegenüber der katholischen Kirche allein diese Aussagen gespickt sind. Man wird ja mit der Zeit stoisch gegenüber derartigen Unterstellungen, die einem als Katholik entgegengebracht werden. Ich könnte zum Beispiel Bücher damit füllen über solcherart Gespräche, die von Unterstellungen und Verdächtigungen geprägt sind, wenn es um die von mir frei gewählte Ehelosigkeit als Lebensform geht.

Was ich aber im Falle von Herrn Fays nun doch einmal anmerken möchte: Echter Dialog beginnt immer mit einem Verstehen. Und ich kann aus vielfältigen ökumenischen Erfahrungen sagen, dass im evangelischen Bereich noch einige theologische Hausaufgaben gemacht werden müssen, damit für das katholische Verständnis von Kirche, Amt und Eucharistie ein echtes Verstehen überhaupt zustande kommen kann.

Wer von evangelischer Seite nicht versteht, dass die Aufsplitterung des Christentums nach der Reformation in tausendfache Denominationen aus katholischer Sicht nicht ein Zugewinn an individueller Freiheit ist, sondern ein Zerreißen der sichtbaren und leiblichen Einheit Jesu Christi und seiner Kirche selbst darstellt, darf nicht erwarten, den höchsten Ausdruck dieser sichtbaren und leiblichen Einheit in der Eucharistie mitfeiern zu können. Und das nicht, weil die katholische Kirche es ihm verbietet, sondern weil er durch seine innere Überzeugung genau das Gegenteil ausdrückt von dem, was er da empfangen will: den einen unteilbaren Leib unseres Herrn Jesus Christus. Und so lange noch Kommentare im Stile von Herrn Fays geschrieben werden, sind wir leider wirklich noch weit entfernt von einem gemeinsamen Abendmahl.″

Dr. Marc Weber

Bohmte

Der Kommentar [...] hat mich doch ziemlich fassungslos gemacht. Da geht ein Reformationsgedenken zu Ende, bei dem evangelische und katholische Kirche sich nicht durch Abgrenzung profiliert, sondern Gemeinsamkeiten gesucht haben ohne das Trennende zu verschweigen. Und da schafft es die Lokalzeitung, durch einen Kommentar doch noch einseitige, nämlich in diesem Fall antikatholische Polemik hineinzubringen.

Natürlich kann und muss man über die Frage des gemeinsamen Abendmahls diskutieren. Es ist völlig legitim für einen Zeitungsredakteur, die katholische Position zu kritisieren, ja sie für falsch zu halten. Aber das doch bitte nach Auseinandersetzung mit den Argumenten.

In dem Kommentar wird einzig darauf verwiesen, dass evangelische und katholische Kirche mit Abendmahl und Eucharistie unterschiedlich umgehen. Das allein reicht, um die so hinterwäldlerische katholische Kirche aufzufordern, sich endlich zu öffnen. Dass hinter diesem Dissens theologische Argumente stehen, blendet der Redakteur aber völlig aus. […]″

Ulrich Waschki

Wallenhorst

Bildtext:
Außerordentlich gut besucht war der ökumenische Gottesdienst zum Reformationsjubiläum am 30. Oktober in St. Marien. Ein gemeinsames Abendmahl von Christen beider Konfessionen ist derzeit wegen unterschiedlicher theologischer Ansichten von lutherischer und katholischer Kirche aber noch nicht möglich.

Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Marc Weber, Ulrich Waschki


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